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Viagogo verkauft mir Studententicket

07.03.2020 11:02 |
Preis: 40,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am 1.2.2020 über Viagogo 2 Tickets für das Basketballspiel FC Bayern gegen Oldenburg bestellt. Das Spiel fand am 01.03.2020 statt. Damit ich einen vernünftigen Platz bekomme, habe ich Karten für 43,60 € pro Stück genommen. Ebenfalls am 1.2.2020 wurde meine Kreditkarte belastet.

Auf der Bestellbestätigung per Mail und am Handy konnte man nicht erkennen, dass es sich beim den gekauften Tickets um Studententickets für 10 € gehandelt hat. Die Angabe war nur Block K1.

Am 26.02.2020 um 22:41 Uhr bekam ich per Mail den Link zum Download der eTickets.

Am 28.02.2020 9:21 habe ich mir die Tickets heruntergeladen und angesehen.
Erstaunt musste ich feststellen, dass es sich um Studententickets gehandelt hat, die den Eintritt nur bei Vorlage eines Studentenausweises gestatten. Da ich darüber nicht verfüge (ich bin 63), habe ich vorsichtshalber beim FC Bayern angerufen.
Man hat mich dort an einen Herrn verwiesen der Erfahrung mit "Viagogo-Geschädigten" hat. Er hat mir empfohlen ihm die Karten zu schicken, um sie ungültig zu stempeln, um dann mit den ungültig gestempelten Tickets gegenüber Viagogo das Geld zurückzuverlangen. Das würde funktionieren.

Am 28.02.2020 um 10:38 Uhr habe ich an den FC Bayern die Karten übermittelt, zusammen mit einer „Erklärung gegenüber dem FC Bayern München Basketball GmbH zur Kooperation im Kampf gegen Ticketschwarzmarkt".

Am 28.02.2020 um 11:02 Uhr bekam ich die für ungültig erklärten Tickets vom FC Bayern zurück und habe diese an Viagogo zusammen mit der Bitte um Kaufpreisrückzahlung an viagogo weitergeleitet.
Kurz darauf hat mich ein Herr von viagogo per Handy angerufen und mich in schwer verständlichem Deutsch darüber informiert, dass viagogo eine Zweitmarktplattform sei (war für mich beim Bestellprozess nicht zu erkennen) und der FC Bayern das Ticket nicht für ungültig erklären könne. In der darauffolgenden Mail gab es die Erklärung:

„Veranstalter drucken häufig Tickets mit dem Namen des ursprünglichen Käufers - Ihrem Verkäufer. Dies hat keinerlei Auswirkungen auf die Gültigkeit des Tickets und Sie können den Veranstaltungsort mit Zuversicht betreten. Ihr Name muss nicht auf dem Ticket aufgedruckt sein, damit Sie erfolgreich Eintritt zur Veranstaltung erhalten."

Der Herr hatte offenbar nicht verstanden, dass ich mit dem Studententicket keinen Einlass bekomme.
Seitdem geht der Mailverkehr immer hin und her. Ich fordere immer eine Kaufpreis-Erstattung und Viagogo antwortet mir immer, dass ich die Karten für ungültig erklärt hätte und deswegen keine Erstattung erfolgt (täglich grüßt das Murmeltier).

Meine Fragen:
• Wie schätzen Sie die Aussicht ein, erfolgreich gegen Viagogo zu klagen, um die Rückzahlung des Kaufpreises zu erreichen (Sitz von Viagogo ist Schweiz, Genf)? Was wäre zu tun?
• Im Fall eines positiven Gerichtsentscheids: wie schätzen Sie die Aussicht ein, den Titel in der Schweiz durchzusetzen?
• Kann ich von der Kreditkartengesellschaft verlangen, dass die Abbuchung widerrufen wird (bin ja noch innerhalb der 8-Wochen-Frist)?

Beste Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Rechtlich gesehen ist die Angelegenheit eindeutig: Wenn die Tickets nicht ausdrücklich als Studententickets gekennzeichnet wurden, haben Sie normale Tickets erworben. Da Ihnen diese Tickets nicht geliefert wurden und Sie mit den Studententickets keinen Einlass bekommen hätten, haben Sie gegen den Ticketverkäufer einen Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises.

Tatsächlich tritt Viagogo aber nur als Vermittler auf und ist nicht der Verkäufer der Tickets. Ihre Ansprüche können Sie daher nicht direkt gegenüber Viagogo durchsetzen, sondern Sie müssten sich direkt an den Verkäufer wenden (dessen Daten müsste Viagogo Ihnen mitgeteilt haben).

Verweigert der Verkäufer eine Rückzahlung, sollte nach Ablauf einer angemessenen Frist von einer Woche eine Rückbuchung in Betracht gezogen werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.03.2020 | 11:31

Hm, so wie ich das sehe, kann ich nicht beurteilen, ob der Verkäufer das richtig oder falsch eingegeben hat. Ich konnte auf Viagogo nur sehen, dass es keinen Hinweis gab. Und zwar weder auf die Tatsache, dass es ein Studententicket war, noch auf die Tatsache, dass das Ticket ursprünglich 10 € gekostet hat.
Als Plattform sollte Viagogo in seiner Vermittlerfunktion doch dafür sorgen, dass Informationssymmetrie zwischen den Parteien gegeben ist. Das war hier nicht der Fall. Aus meiner Sicht hat Viagogo arglistig Informationen verschwiegen, die zur Beurteilung des Kaufs wichtig gewesen wären. Wäre es da nicht sinnvoller gegen Viagogo vorzugehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2020 | 12:14

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Wenn Viagogo diese wichtige Information zum Studententicket wissentlich verschwiegen hat, dann würde das Unternehmen auch als Vermittler auf Schadensersatz haften. Ich habe allerdings meine Bedenken, ob Sie dies im Streitfalle auch beweisen können. Eine Alternative könnte hier sein, den Verkäufer zu verklagen und Viagogo den Streit zu verkünden. Wenn dann im Prozess der Verkäufer nachweisen kann, dass er die Information ordnungsgemäß angegeben hat und Viagogo den Hinweis absichtlich unterdrückt hat, müsste Viagogo diese Feststellung gegen sich gelten lassen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 10.03.2020 2,8/5,0
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