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Verzugsschaden bei evtl Stundung? Anwaltsgebühren


01.11.2007 17:39 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maurice Moranc



Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Frage ist folgende:

Ich wohne in Miete und konnte durch plötzliche Arbeitslosigkeit im Februar 2007 für 2 Monate keine Miete zahlen.
Im März erhielt ich vom Vermieter eine Mahnung über die ausstehenden Mietzahlungen. Zu dieser Zeit hatte ich bereits wieder Arbeitsaufträge und einigte mich mit ihm telefonisch darauf, die ausgefallenen Mieten nach und nach in den kommenden Wochen hinzukommend den fälligen Monatsmieten abzubezahlen.

Dabei nannte er mir weder Fristen noch zu zahlende Mindestbeträge. Das Geld sollte in der Höhe überwiesen werden, in der es mir möglich war. Dies habe ich auch getan und wöchentlich ca. 1/3 der ausgefallenen Miete direkt von der Bank umbuchen lassen.

Im April erhielt ich nun ein Anwaltsschreiben, beauftragt von meinem Vermieter, in der mir mit der Räumungsklage gedroht wurde.
Es stellte sich heraus, dass mein Vermieter die Zahlungen von mir übersehen hätte, weil- so sagt er- kein Name bei den Zahlungseingängen stand. Die Bankangestellte versicherte mir jedoch, dass bei den Umbuchungen durchaus der Absender zu erkennen wäre.

Dies teilte ich meinem Vermieter auch mit. Daraufhin zog er die angedrohte Klage bei der Anwältin zurück.

Diese verlangt nun Ersatz der Gebühren i.H.v. ca. 870€ für ihr erstes Schreiben.
Muss ich diese Rechnung bezahlen?
Immerhin habe ich mich an die telefonische Absprachen gehalten und habe bzgl. Des Geldumbuchens keine Fehler gemacht.

Leider zögere ich wegen meiner eher schlechten Auftragslage momentan zum Anwalt zu gehen, um nicht noch mehr in Zahlungsnöte zu kommen.

Vielen Dank für Ihre Antwort!
Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:

Wie Sie schon richtig erkannt haben, sind die Anwaltskosten des Gläubigers bei Verzug durch den Schuldner zu begleichen (Verzugsschaden).

Grundlegende Vorraussetzung ist also, dass Sie sich in Verzug befanden. Wurde eine Stundung vereinbart, ist ein Verzug ausgeschlossen, solange Sie sich an die Regelungen der Stundung gehalten haben. Dies scheint nach Ihrer Schilderung der Fall zu sein. Ein Anspruch gegen Sie auf Begeleichung der Rechtsanwaltskosten besteht dann nicht. Ob eine wirksame Stundung tatsächlich vereinbart wurde ist aus der Ferne aber leider nicht seriös zu beantworten.

Im Falle des Bestreitens tragen Sie die Beweislast für die Stundung der ausstehenden Mietbeträge. Die Beweisführung könnte aufgrund der lediglich telefonsich erfolgten Vereinbarung probelmatisch werden. Gelingt Ihnen der Beweis nicht, so könnte der Vermieter den Anspruch auf Begleichung der angefallenen Kosten gegen Sie geltend machen.

Für eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts empfehle ich, die Rechtslage mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens konkreter zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2007 | 20:29

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Während dem Telefonat war ein Bekannter von mir anwesend, der das Gespräch mithörte.
Zudem war einmal ein Nachbar anwesend, als mein Vermieter bei mir war, um mir zu sagen, dass er die Klage zurückgezogen hat. Dabei liess er auch verlauten, dass ich die Rückstände nach und nach bezahlen könne.
Denken Sie, das könne als Beweisführung ausreichen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2007 | 21:14

Sehr geehrte Fragenstellerin.

Die Aussage einer heimlich mithörenden Person ist als Beweis nicht zulässig. Etwas anderes würde nur gelten, wenn Ihr Vermieter dem Mithören zugestimmt hätte.

Die Aussage des Nachbarn hingegen wäre zulässig, da Ihr Vermieter offensichtlich Kenntnis von der Anwesenheit des Nachbarn hatte und diese auch während des Gesprächs duldete.

Sollte Ihr Nachbar also glaubhaft machen können, dass eine Stundung vereinbart wurde, läge es an Ihrem Vermieter das Gegenteil zu beweisen. Auch die Tatsache, dass Ihr Vermieter die angedrohte Räumungsklage nicht eingereicht hat, ist meines Erachtens zumindest ein Indiz (kein Beweis) für eine Stundung.

Ich hoffe Ihnen Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt

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