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Verwertungsmöglichkeit von Videoaufnahmen


16.12.2005 02:32 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm



Guten Tag!

ich bin leidenschaftlicher Videofilmer und fahre zudem noch häufig in Urlaub.
Am Urlaubsort drehe ich oft stundenlang Videomaterial (z.B. vom Ort selbst, Sehenswürdigkeiten usw.)
Im Laufe der Zeit hat sich hiervon schon ein beachtliches Archiv an Szenen angehäuft.

Nun bin ich auf die Idee gekommen, daß ich diese Szenen auch verwerten könnte bzw. von Dritten verwerten zu lassen.
Sprich: Ich würde gerne ein Datenbank mit allen guten Szenen erstellen und die einzelnen Szenen bzw. deren gewerbliche Nutzung (nicht exclusiv) zu verkaufen.
Es gibt zahlreiche "Footage" bzw. Bildagenturen, die ähnliches machen.

Nun meine Frage:

Ist dies grundsätzlich erlaubt, oder besser gefragt, was könnte mir Probleme bereiten?
Beispiel: Ich habe Aufnahmen in New York am Times Square gemacht. Kann mir die Stadt selbst die weitere Nutzung untersagen (natürlich habe ich privat, also ohne offizielle Drehgenehmigung gedreht)

Teilweise sind auf den Aufnahmen selbstverständlich zahlreiche Menschen zu sehen. Allerdings habe ich keine Aufnahmen von bestimmten Personen angefertigt, bzw. hätte diese speziell mit der Kamera verfolgt. Vielmehr sind es Passanten, die mir dann zufällig ins Bild laufen.
Gibt es eine Mindestanzahl von Personen, die zusammen im Bild sein müssen, damit das Recht am eigenen Bild nicht verletzt wird?
Wenn sich irgendeine Person zufällig im Fernsehen wiedererkennt, weil eine Agentur z.B. eine meiner "Straßenszenen" in einem Beitrag oder einem TV-Spot verwendet hat. Welche Konsequenzen könnten mir schlimmstenfalls drohen?
Natürlich sind (insbesondere am TimeSquare) auch zahlreiche Werbeplakate oder Reklametafeln bekanner Firmen zu sehen. Gibt es diesbezüglich Bedenken?
Ich möchte nochmals betonen daß die Aussage der Szenen die Location darstellt und nicht die abgebildeten Personen.
Dieses Archiv würde ich auch gerne zu "Preview"-Zwecken im Internet veröffentlichen.

Viele Dank für Ihre Auskunft!

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will, wobei ich mich in Anbetracht des Verhältnisses der gestellten Fragen zu dem von Ihnen gebotenem Einsatz auf eine grobe Einschätzung beschränke:

1. Eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild ist nicht gegeben, vgl. § 23 Abs. 1 Nr. 2 KUG (s.u.).
2. Eine Mindestzahl von gefilmten Personen gibt es nicht. Es kommt vielmehr auf die Einstufung des Begriffs „Beiwerk“ an. Da nach Ihrer Schilderung die Örtlichkeit im Vordergrund steht, sehe ich hier keine Bedenken.
3. Sollte ungeachtet meiner Ausführungen dennoch eine entsprechende Rechtsverletzung gegeben sein, drohen Ihnen Schadensersatzansprüche und Unterlassungsansprüche des Rechtsinhabers.
4. Das Filmen von Reklameschildern ist unbedenklich, soweit wiederum die Örtlichkeit im Vordergrund steht.

Es ist zu bedenken, dass die Art der Verwendung der Filmausschnitte durch inhaltliche Modifikation z.B. diskreditierender Art sehr wohl Rechte Dritter (Persönlichkeitsrechte, Eigentumsrechte, etc.) verletzten kann.

§ 23
[Ausnahmen zu § 22]

(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:

1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß

Markus A. Timm
-Rechtsanwalt-
Timm@Rae-Linden.de
www.Rae-Linden.de

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2005 | 12:55

Vielen Dank für Ihre kompetente Auskunft.
Eine Frage blieb leider unbeantwortet, deshalb möchte ich in diesem Punkt nochmal konkret nachfragen.

Kann die Location, also im Beipielfall die Stadt New York mir Probleme bereiten, wenn ich die privat angefertigten Aufnahmen kommerziell nutze, also zum Verkauf (z.B. im Internet) anbiete?
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.12.2005 | 19:01

Hier kann ich Sie beruhigen: Rechte der jeweiligen Örtlichkeiten werden durch Ihre Aufnahmen und die kommerzielle Verwertung nicht verletzt.

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