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Verwendungsrecht von Zitaten in einem Buch

| 01.11.2017 11:23 |
Preis: 25,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


13:31

Zusammenfassung: Grenzen des Zitatrechts

Guten Tag,
ich habe ein Buch geschrieben, in welchem ich sehr häufig Zitate verwende – als Kapitelanfänge, aber auch um bestimmte Gedankengänge zu untermauern. Ich würde von Ihnen gerne wissen:

Wie verhält es sich mit den Rechten an den Zitaten, muss ich bei der Veröffentlichung meines Buches in dieser Hinsicht etwas beachten?

Reicht es, wenn die Zitate als solche hervorhebe und den Namen des Autors/Urhebers daneben schreibe?
Die Zitate sind immer nur einzelne Sätze. Manche Personen werden aber auch wiederholt in meinem Buch zitiert.
Muss ich dabei den Autor um Erlaubnis bitten (sofern er noch lebt)? Oder muss ich angeben, in welchem Buch oder Werk oder Interview der Autor jenen Satz sagte? Das dürfte mir schwer fallen, da die meisten Zitate aus Zitatsammlungen aus dem Internet (z.B. www.zitate.de) stammen, und hier in den meisten Fällen keine Quellenangabe genannt wurde. Manche Zitate fand ich aber auch in Blogs, wo verschiedene Personen zu einem bestimmten Thema zitiert wurden, oder ich entnahm sie Interviews/Zeitungsartikeln.
Reicht es also, wenn ich neben einem Zitat den Namen der zitierten Person angebe, oder muss ich auch angeben, wo im Internet ich dieses Zitat fand?

Die Autoren der Zitate sind teils schon verstorbene, aber auch noch lebende Personen: Künstler, Schriftsteller, Unternehmensberater, Firmengründer.

Ich bedanke mich schon im Voraus für Ihre Antwort,
mit freundlichem Gruß,
J. D.

01.11.2017 | 12:25

Antwort

von


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Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

es besteht - in gewissen Grenzen - das sogenannte urheberrechtliche Zitatrecht. Auf der anderen Seite müssen Sie Rücksicht auf das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen nehmen.

Im Einzelnen:

Nach § 51 UrhG ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats zulässig, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Insbesondere dürfen Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden, § 51 S. 2 Nr. 2 UrhG.

Sofern sich Ihre Zitate in diesem Rahmen halten, insbesondere eine ordnungsgemäße Kennzeichnung und Namensnennung erfolgt und eine übergeordnete eigene Schöpfungsleistung durch Sie selbst vorliegt, sehe ich insoweit keine Probleme. Insbesondere brauchen Sie dann nicht bei den zitierten Urhebern nachzufragen oder um Erlaubnis zu bitten.

Der Zitatzweck ist aber überschritten, wenn die Rollen gewissermaßen vertauscht werden und das neue Werk, also Ihr Buch, lediglich als Rahmen für eine Nutzung der zitierten Werke dient, die primär für sich selbst sprechen sollen, Urteil des LG München I - 7 O 1533/12. Die Zitate müssen also bloß dienende Funktion haben für Ihre eigene Schöpfungsleistung.

Es muss nach dem Urteil des Kammergerichts 24 U 107/10 gerade die Übernahme des Originalmaterials für die freie geistige Auseinandersetzung notwendig sein und dies nicht auch ohne Eingriff in das Urheberrecht der Zitierten – etwa durch indirekte Rede oder eigene Einholung von Originaltönen – möglich sein.

Wenn es sich hingegen um bloße Äußerungen in Internetforen und ähnlichem handelt, so ist Vorsicht anzuraten. Denn nicht autorisiertes Zitieren kann in diesen Fällen eine Persönlichkeitsrechtsverletzung darstellen. Zumal die Internetquellen, die Sie in jedem Falle angeben sollten, ja auch falsch sein könnten.

Sie haften dann selbst für die Wiedergabe bzw. Verbreitung der falschen Quelle und setzen sich der Gefahr kostenpflichtiger Abmahnungen und Unterlassungsansprüche aus. Um dies zu vermeiden, ist beim Zitat von nur im Internet erfolgten oder zitierten Äußerungen von Personen die Einholung deren Autorisation angezeigt.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben. Sollte etwas unklar sein, so nutzen Sie gerne ohne Mehrkosten die Nachfragefunktion. Ansonsten hoffe ich, dass Sie mit meiner Beratung rundum zufrieden sind und würde mich über eine volle Punktzahl bei Ihrer Bewertung freuen.

Mit den besten Grüßen

Dr. Andreas Neumann
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2017 | 13:14

Danke für Ihre Antwort! Ich möchte gerne nachfragen, ob ich Sie richtig verstanden habe:

Bei den Zitaten, die ich in Zitatsammlungen im Internet oder auf Blogs gefunden habe, muss ich also nach der Herkunft der Zitate recherchieren, um zu sehen, ob das Zitat
a) tatsächlich authentisch ist und
b) ob es ein Satz aus einem Buch (öffentlichem Werk) ist - wenn ja, dann darf ich das Zitat unter Nennung des Autors verwenden;
wenn es jedoch nicht aus einem Buch stammt, so brauche ich die Erlaubnis der zitierten Person.

Habe ich Sie so richtig verstanden? Und, wie verhält es sich, wenn ich einen Satz aus einem veröffentlichtem Zeitungsinterview zitiere? Gilt ein Zeitungsinterview auch als "öffentliches Werk", wo ich keine besondere Autorisation von der zitierten Person einholen muss (sofern ich mich an die Grundregeln wie Kennzeichnung und Namensnennung halte)?

Vielen Dank!
MFG,
J.D.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2017 | 13:31

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vollkommen richtig verstanden.

Zu Ihrer weiteren Frage zu Sätzen aus veröffentlichten Zeitungsinterviews:

Hier muss auch die Quelle angegeben werden. Also Name der Zeitung, Datum des Erscheinens des Interviews. An solchen Interviews bestehen ebenfalls Urheberrechte und Nutzungsrechte der Zeitung, die daher ebenfalls zu nennen ist.

Ansonsten ist das in Ordnung.

Beste Grüße
Andreas Neumann


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Bewertung des Fragestellers 01.11.2017 | 13:54

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