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Verwendung von dritten Daten im Internet


20.11.2006 16:37 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf



Guten Tag,

ich habe Daten von einer dritten Person bei einem ebay Konto verwendet und so 2 Artikel (1. Artikel 510,00 Euro - 2. Artikel 462,00 Euro) verkauft.

Jetzt ist leider das passiert, dass der Käufer von dem ersten Handy Anzeige erstattat hat, weil er keine Ware erhalten hat. Ich habe das Handy wirklich versendet, nur wurde dies mehrmals versucht zuzustellen, was aber leider nicht funktioniert hat. Als sodann die Anzeige per Email kam, habe ich auch sofort den Betrag zurückerstattet. Jetzt wurde halt gegen mich Anzeige und gegen den Accountinhaber erstattet. Der Accounthinhaber hat natürlich angegeben, dass er nichts damit zu tun hat!

Bei dem 2ten Artikel hat der Käufer die Ware auch erhalten, nur fehlten leider einige Sachen bei der Lieferung. Es handelte sich um einen Webshop! Leider auch dieser Anzeige erstattet! Ich fand das schon heftig, habe aber auch hier direkt den Betrag zurück überwiesen, da ich den Schaden natürlich von klein wie nur möglich halten wollte.

Es nie meine Absicht einen Menschen zu betrügen, ich habe Ware verkauft, die ich auch hatte.

Die ganze Sache tut mir leid und ich würde gerne alles tun, damit das Straßmaß nicht so hoch wird! Zudem habe ich direkt alle Beträge umgehend zurückerstattet!

Dazu kommt noch, dass ich bereits vor 1 Jahr einen Strafbefehl über 700 Euro Strafe hatte (30 Tagessätze)! Also keine Vorstrafe!

Es geht ja wegen der Verwendung von dritten Daten!

- Bitte geben Sie mir bitte Auskunft über die zu erwartende Strafe.
- Welche Vorgehensweisen kann ich tun, damit das Strafmaß gemindert wird


Vielen Dank für eine Antwort. Vielen DANK!

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Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten.

Zu 1) Der Strafrahmen für einen Betrug ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Fraglich erscheint vorliegend aber, ob Sie sich des Betruges in zwei Fällen schuldig machten.
In Ihrem ersten Fall (Handy) wird es entscheidend darauf ankommen, ob Sie den Nachweis erbringen können, dass Sie das Handy abschickten. Sie schildern, es habe verschiedene unerfolgreiche Zustellversuche gegeben. Eventuell dokumentierte Ihr Versandunternehmen diese Vorgänge, dies könnte Sie entlasten.

Eine realistische und seriöse Einschätzung, welches Strafmaß Sie erwartet, kann ohne Kenntnis der Ermittlungsakte nicht abgegeben werden. Diesbezüglich wird es insbesondere auf Ihre einschlägigen Vorstrafen ankommen. Bitte beachten Sie, dass sowohl Strafgericht als auch Staatsanwaltschaft Kenntnis von der von Ihnen erwähnten Geldstrafe haben werden.
Es erscheint aber hinsichtlich Ihres Nachtatverhaltens durchaus möglich, dass es hier nochmals zu einer Geldstrafe oder zumindest zu einer geringen Bewährungsstrafe kommen wird.

Ob und inwiefern Sie sich bezüglich der Verwendung des eBay- Accounts eines Dritten einer Straftat schuldig machten, kann anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht beurteilt werden. Hier kommt es im Wesentlichen darauf an, ob dieser Dritte von der Verwendung des Accounts durch Sie Kenntnis hatte und dies mit seinem Einverständnis geschah oder nicht. Bitte ergänzen Sie Ihre Sachverhaltsdarstellung dahingehend.

Zu 2) Strafmildernd wirken eine Vielzahl von Handlungen. Eine von Reue geprägte geständige Einlassung wird sich regelmäßig positiv auswirken.
Gleiches gilt für eine Schadenswiedergutmachung. Nach Ihrer Darstellung haben Sie die Gelder zurückgezahlt, so dass hier wohl kein Schaden mehr gegeben ist.

Ich empfehle Ihnen dringend einen Anwalt Ihres Vertrauens mit der Angelegenheit zu betrauen, um Akteneinsicht zu nehmen. Diese bekommen Sie lediglich über Ihren Anwalt. In der Folge sollten Sie mit diesem die weitere Vorgehensweise abstimmen. Eventuell kann hier auch eine Einstellung des Verfahrens in Betracht kommen.

Bitte beachten Sie, dass obige Ausführungen aufgrund fehlender Kenntnis der Ermittlungsakte nur eine erste Einschätzung des Sachverhaltes darstellen kann.
Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick ermöglicht zu haben und stehe für Ergänzungen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Fon 089/ 22843355
Fax 089/ 22843356

info@kanzlei-kaempf.net
www.kanzlei-kaempf.net

Nachfrage vom Fragesteller 20.11.2006 | 18:13

Guten Tag,
vielen Dank für die recht schnelle Beantwortung!

Ich wurde wegen Unterschlagung zu einer Geldstrafe von 600 Euro verurteilt, mit wurde aber gesagt dass es keine Vorstrafe darstellt, da der Satz nicht über die 90 Tage hinausging.

Das Problem ist ja, dass die Person auf der der Account angemeldet war, dass überhaupt nicht weis! Würde es etwas helfen, wenn ich mich persönlch entschuldige?

Welche Gegebenheiten müssen sein, dass das Verfahren z. B. eingestellt wird?


Habe ich z. B. auch eine Hausdurchsuchung zu befürchten?

Vielen Dank für eine Antwort!

Ergänzung vom Anwalt 21.11.2006 | 08:14

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Es ist richtig, dass die von Ihnen genannte Geldstrafe keine Vorstrafe im Sinne des BZRG (Bundeszentralregistergesetz) darstellt und mithin nicht in Ihrem polizeilichen Führungszeugnis auftaucht. Dennoch besteht eine Eintragung dieser Strafe. Wie bereits in meiner ursprünglichen Beantwortung ausgeführt, haben Strafgerichte und Staatsanwaltschaften Zugriff auf die entsprechenden Daten.
Da es sich um eine einschlägige Strafe handelt, die in einem sehr kurzen Zeitraum zuvor ausgeurteilt wurde, fällt dies bei einer eventuellen erneuten Verurteilung bezüglich des Strafmaßes negativ ins Gewicht.

Ebenfalls spricht gegen Sie, dass Sie den Account des Dritten ohne bzw. sogar gegen dessen Willen nutzten.

Voraussetzung für eine Einstellung wäre, dass Sie nachweisen können, sich redlich verhalten zu haben, also die versteigerten Waren entsprechend an die Verkäufer verschickt zu haben. Dann käme eine Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts in Betracht.
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Einstellung wegen Geringfügigkeit. Eine solche kommt vorliegend aufgrund Ihrer einschlägigen Vorstrafe und der ursprünglichen Schadenshöhe wohl nicht in Betracht.

Insbesondere wegen Ihren Ergänzungen muss ich Ihnen nochmals dringend empfehlen, einen Anwalt Ihres Vertrauens einzuschalten. Es bietet sich dahingehend an, einen Strafverteidiger vor Ort zu beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt
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