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Verwendung von Bilder aus Buch


20.11.2005 22:02 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht



Guten Tag,

um folgende Rechtsauskunft bitte ich:

Ich beabsichtige einen Katalog über Mittelaltermünzen zu schreiben. Grundlage dafür ist ein altes Buch, welches 1957 aufgelegt wurde. Das Copyright des Buches bezieht sich auf einen Verlag, weiterhin wird eine natürliche Person mit Ortsangabe für die Lichtdrucktafeln (mit Münzabbildungen) genannt.

Ich möchte einige Münzen von den Lichtdrucktafeln sowie einige Zeichnungen aus dem Buch einscannen und für mein Buch verwenden und veröffentlichen. Die Quelle der Bilder und Zeichnungen werden natürlich genannt.

Laut schriftlicher Aussage des Verlages, verfügt der Verlag nicht mehr über die Rechte. Die Rechte an Texten und Abbildungen sind an die Autoren zurückgegangen. Ich vermute, die Rechte für das Buch gingen zurück an den Autor und die der Lichtdrucktafeln an den genannten Hersteller der Lichtdrucktafeln.

Mir ist bekannt, dass der Verfasser des Buches die Rechte 70 Jahre besitzt. Auch ist mir bekannt, dass Rechte an Bildern nach 50 Jahren ab der Drucklegung verfallen. Trotzdem möchte ich folgende Fragen stellen:

1. Können die Münzen von den Lichtdrucktafeln nach 50 Jahren von mir für mein Buch weiterverwendet werden, ohne dass ich das Urheberrecht des Fotografen oder die des Autors verletze. Der Autor ist inzwischen verstorben. Ob der Hersteller der Tafeln noch lebt, ist mir nicht bekannt.

Ich bin der Meinung, dass ich die Münzabbildungen der Lichtdrucktafeln nach Ablauf der 50 Jahren (also ab der Drucklegung 1957) verwenden darf. Das Buch selber ist 70 Jahre geschützt (nach dem Tod des Autors oder bereits ab dem Auflagejahr gerechnet).

2. Kann ich auch die Zeichnungen im Buch weiterverwenden (Zeichnungen von Münzen). Hinweis: Diese Zeichnungen stammen von anderen weitaus älteren Werken. Ich würde die Zeichnungen mit den Bildern gleichsetzen.

3. Für den Fall, dass ich die Bilder und Zeichnungen verwenden darf, ab wann würde ich nicht mehr das Urheberrecht verletzen (vom Autor und vom Hersteller der Lichtdrucktafeln), also ab dem 1.1.2006 oder ab dem 1.1.2007 oder erst ab dem 1.1.2008.

4. Kann ich ohne Verletzung des Urheberrechts Münzabbildungen von Münzauktionskatalogen verwenden, oder muß ich jeweils die Auktionsfirma um Erlaubnis fragen, auch wenn kein Copyright vorhanden ist.

Für die Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich im voraus.



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Nach dem Urheberrechtsgesetz liegen sämtliche „Urheberrechte“ wie Verwertungsrechte, etc. beim Schöpfer des Werkes. Dies ist eine natürliche Person, also ein Mensch. Soweit der Verlag Ihnen gegenüber erklärt hat, keine „Rechte“ mehr an den Werken zu besitzen, kann er damit nur die Nutzungsrechte gemeint haben, die ihm die Schöpfer eingeräumt haben.

Das Urheberrecht und die Verwertungsrechte für Kunstwerke erlöschen erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers, § 64 UrhG. (Das Urheberrecht ist vererblich.) Etwas anderes gilt nur für Lichtbilder, die 50 Jahre nach dem Erscheinen bzw. 50 Jahre nach der Herstellung geschützt sind. Zu unterscheiden davon sind Lichtbildwerke, für die die oben genannte 70-jährige Frist gilt. Ob Lichtdrucktafel einfache Lichtbilder sind, richtet sich danach, ob sie ähnlich wie Lichtbilder hergestellt werden. Dies vermag ich im Rahmen dieser ersten kursorischen Prüfung nicht zu beurteilen.

Die Zeichnungen sind wieder eigenständige Schöpfungen, so dass die genannte 70-jährige Frist gilt.

Die Berechnung der Fristen regelt § 69 UrhG. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem der Urheber verstorben ist bzw. das (einfache) Bild erschienen ist, oder aber wenn seine erste erlaubte öffentliche Wiedergabe früher erfolgt ist, nach dieser. (Im Falle einer 50-jährigen Frist endet diese also am 31.12.2007 um 24 Uhr.)

Sie können nicht ohne Weiteres Münzabbildungen von Münzauktionskatalogen verwenden. Die Kataloghersteller mussten nur dann „kein Copyright angeben“, wenn die Kunstwerke in den Auktionskatalogen zur Förderung des öffentlichen Verkaufs abgebildet worden sind und zwar nur für die konkrete Auktion. Sie haben jedoch offensichtlich eine ganz andere Zielsetzung. Sie möchten keinen „Katalog“, sondern ein eigenes „Werk“ herstellen.

Sinn hat es auch, mit der Verwertungsgesellschaft BILD-KUNST in Kontakt zu treten. Vielleicht hat diese Nutzungsrechte inne, was die fraglichen Werke angeht.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass für den ausgelobten Einsatz keine „gutachterliche“ Prüfung Ihrer Fragen möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt
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