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Verweigerung einer Dienstreise am Wochenende


03.05.2005 18:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle




Hallo liebe Rechtsberater,

bin gerade in einem Konflikt mit meinem Arbeitgeber wegen einer Dienstreise.

An einem Montag habe ich von meinem Chef erfahren, dass ich am drauffolgenden Montag - also sieben Tage später, beim Kunden erscheinen muss.
Dieses hat mein Chef mit dem Kunden abgesprochen, ohne dass ich dazu gefragt worden bin.
Normalerweise muss der Chef einen Arbeitnehmer nicht um Einverständnis fragen.
Aber... weil der Kunde im Ausland "sitzt" und eine Anreise zwei Tage in Anspruch nimmt, bedeutet das, dass ich schon an einem Samstag die Reise antreten muss(!).
Und an diesem Samstag bzw. Wochenende kann ich aus privaten Gründen nicht verreisen. Und genau hier liegt das Problem.

Mein Chef nimmt mein Veto als Verweigerung an und droht mir mit Folgen.
Es ist nicht das erste mal dass ich verreisen muss.
Auch nicht das erste mal dass ich am Wochenende verreisen muss.
Bis jetzt habe ich das auch immer anstandslos getan – und jetzt kann ich nicht.
Trotz meines Widerspruches ist ein Flugticket auf meinen Namen reserviert worden.
Wie soll ich mich verhalten…?
Was kann mir passieren…?
Darf mir überhaupt etwas passieren…? (außer, dass das Zusammenarbeiten jetzt wahrscheinlich nie seien wird wie früher)
Wie kann ich mich währen…?

Dazu muss ich sagen, dass das Verhältnis Arbeitgeber-Arbeitnehmer bis jetzt sehr gut war.
Meine eigentliche Aufgabe ist nicht mit einem Wort zu beschreiben.
Laut Arbeitsvertrag gehört zu meinen Tätigkeiten auch „gelegentliche“ Reisebereitschaft.
Die reguläre Arbeitszeit mit 40 Stunden pro Woche Montag bis Freitag – hier bin ich mir aber nicht Sicher ob es so buchstäblich drin steht.
Ich bin auf jeden Fall nicht als z.B. ein Servicetechniker angestellt, der keine regelmäßige Arbeitstätte hat.
Die habe ich und ist auch im Arbeitsvertag definiert.

Die Situation spitzt sich zu und ich würde mich freuen, wenn mich jemand mit einem professionellen Rat unterstützen würde.
Im Voraus schon besten Dank.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

der Arbeitgeber hat das sogenannte Direktionsrecht, kann also auch Zeit und Ort der zu erbringenden Arbeitsleistung bestimmen.

Wenn aber im Arbeitsvertrag wirklich eine bestimmte Arbeitsstelle festgelegt worden ist, ist Ihre Leistung auch nur dort zu erbringen, sofern nicht gewichtige betriebliche Gründe "ausnahmsweise" etwas anderes erfordern.

Davon kann man zwar ausgehen, wenn der Termin beim Kunden tatsächlich für den Betrieb so wichtig ist, wie Ihr Arbeitgeber wohl ausführt. Es kann daher dem Grunde nach zunächst verlangen, dass ein solcher Auswärtstermin wahrgenommen wird,

wobei (und nun kommt das Wichtige)

er auch die Belange des Arbeitnehmers für diese Ausnahmefälle zu berücksichtigen hat.

Sofern er nun innerhalb dieser kurzen Frist einen Termin verplant und Sie sofort diseem (aus gutem Grund) widersprochen haben, kann in diesem Fall von Ihnen NICHT gefordert werden, diesen Termin wahrzunehmen.

Denn sowohl die kurze Frist, also auch Ihrem Widerspruch steht dem grundsätzlichen Anspruch (wobei allerdings der Samstag auch ein normaler Werktag ist) entgegen.

So, wie der Arbeitgeber es macht, geht es dann nicht.

Im Falle des Nichtantritts der Reise haben Sie daher auch rechtlich nichts zu befürchten, wobei natürlich das Klima belastet ist. Um dieses nun zu entspannen, sollten Sie -falls nicht ausdrücklich verboten- zum Kunden direkt Kontakt aufnehmen und mit dem Kunden einen neuen Termin planen. Dieses Ergebnis sollten Sie dann zusammen mit Ihrer Weigerung, an diesem Wochenende zum Kunden zu fahren, dem Arbeitgeber präsentieren.

Sollte widererwartend der Arbeitgeber Schritte einlaeiten, sollten Sie SOFORT einen Rechtsanwalt aufsuchen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 05.05.2005 | 11:37

Sehr geehrte Frau True-Bohle,

danke erstmal für die schnelle Antwort.
In einem folgenden Gespräch mit dem Arbeitgeber, haben wir uns auf meine Abreise für sonntags abends geeinigt - also ein Komprmiß für beide.

Und jetzt habe ich noch diese Frage:
Da ich jetzt über die Pfingst-Feiertage in einem Land arbeiten werde, in dem es diese Feiertage nicht gibt, frage ich mich wie meine Arbeitszeit vergütet wird.
Darf ich die Auszahlung von Feiertagszuschlägen erwarten/fordern oder nicht?

Für mich ist es das erste Mal, dass ich im Ausland tätig werde an einem in Deutschland(weit) geltenden Feiertag.
Vor Ort sind die Feiertage (oder zumindest einer davon - der Pfingstmontag) ein ganz normaler Arbeitstag.
Das heißt, ich muss(!) ebenfalls arbeiten - obwohl ich zuhause frei hätte.

Mein Arbeitgeber meint, für die Auszahlung von Feiertagszuschlägen gelten die Feiertage des Landes, in dem die Arbeit ausgeführt wird.
Ist die Frage gesetzlich geregelt?
Wüßten Sie vielleicht ein Paragraph oder ein Gerichtsurteil der das regelt?

Danke für Ihre Antwort und Gruß nach Oldenburg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.05.2005 | 07:37

Zunächst freut es mich, dass wohl eine vernünftige Lösung zu Ihrer eingangs gestellten Frage gefunden wurde.

Ihre Nachfrage beziecht sich aber nun auch ein anderes Thema, kann also eigentlich nicht beantwortet werden, so dass ich mich kurz fasse.

Es gilt das Recht am Betiebssitz (also deutsches Recht) mit einer Einschränkung: Wenn im Ausland kein Feiertag ist, gibt es auch kein Anspruch auf Feiertagszuschlägen.

Der Chef hat also mE Recht.

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