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Verwalter und Gutachter schummelten Kaufinteressent in meine Wohnung

| 29.06.2018 18:21 |
Preis: 35,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Guten Tag,

ich bin seit 14 Jahren Mieterin einer alten unsanierten, kleinen Wohnung im EG mit Garten und habe immer geflissentlich Mängellisten versandt, auch wenn vieles ignoriert wurde. Da das kleine 3-Parteien-Mittelreihen-Haus (gelegen im ärmsten Stadtteil der Stadt und in marodem Zustand) verkauft werden soll, wurden wir Mieter informiert, dass die Hausverwalterin zusammen mit dem Gutachter die Wohnungen begehen wird.
Ich bestätigte den Termin, da ich bereits 2 x ernsthaftes Kaufinteresse bekundet hatte und mich gerade über Finanzierungsmöglichkeiten informiere, da es ein Grundstückswert von 100.000 Euro hat und das Haus quasi fast Abbruchreif ist. somit alles finanizerbar für mich. An die anderen beiden Mieter der Wohnungen würde ich deren Bleibe als preiswerte kleine Eigentumswohnungen verkaufen, worüber diese sehr glücklich sind, zumal krank oder Alleinerziehend und ebenfalls nicht reich.

Zum vereinbarten Termin erschienen dann aber plötzlich 3 Personen, wobei ich von der dritten Person lediglich den Namen erführ, aber nicht dessen Funktion. Ich fand es seltsam, dass diese Person bei der Begehung plötzlich ausrief: "Oh so eine hübsche Einbauküche. Ist das UNSERE Einbauküche?" Noch seltsamer fand ich dessen Ausruf, als er in meinem Wohnzimmer war und in den Garten wollte: "Oje, aber der große Hund...seufz". Er hat wohl Angst vor Hunden, aber tatsächlich war der Schäferhund meines Zaun-Nachbarn an diesem Tag gar nicht anwesend, sondern im Wald. Woher wusste er also von diesem Hund und wieso interessiert es einen Gutachter wie groß der Hund des Nachbarn ist?
Auch fragte er, ob die Böden uns gehören oder dem Haus etc. Merkwürdig war, dass die ganze Begehung in Sekundenbruchteilen geschah und die echten Schäden wie z.B. lange Risse in den Wänden, Mörtel der aus den Kellerwänden täglich herausbröckelte, Fenster, das schon schief hängt an durchgemoderte Holz etc. geflissentlich nicht angeguckt wurden und auch die großflächigen Schimmelstellen in den Kellerräumen, die ich zeigen wollte (und auch seit Jahren immer wieder beanstandet hatte), nicht beachtet wurden so wie vieles andere ebenfalls nicht, sondern heruntergespielt wurde, dass es duch das Dach meines Anbaus regnet und über die Außentreppe in den Keller hineinregnet etc.
Den alten, seit Jahrzehnten aus gebrauchten Ersatzteilen geflickten Heizkessel im Keller hatte der richtige Gutachter gelobt "da, der macht doch einen guten Einduck".

Tatsächlich sah er aber nirgends genau hin und hatte auch keinerlei Meßgeräte dabei, sondern versuchte mich abzulenken mit Gesprächen über Fußball und Urlaub und alle 3 waren unnatürlich fröhlich und "harmlos" und "brüderlich" zu mir, was sehr unnatürlich und mir verdächtig vorkam.

Nach meinen heutigen Recherchen gibt es in dem Vermessungsbüro des Gutachters diesen zweiten Gutachter gar nicht und ich gehe davon aus, dass uns ein Kaufinteressent untergejubelt wurde, dem die Mängel vorenthalten wurden und der einen überteuerten Preis zahlen soll. Sicher war es ein Kaufinteressent und eben kein zweiter Gutachter, zumal eine Minute vor deren Eintreten eine mir unbekannte ältere Frau die durchaus die Ehefrau des "vorgespielten Gutachters" hätte sein können, durch meine Fensterscheibe blickte und sich Notizen machte. Als ich sie ansah, sprang sie sofort davon.

Von all den Mängeln wollte niemand etwas wissen und ich wurde systematisch mundtot gemacht und weggelockt vom "Kaufinteressenten" der angeblich ebenfalls ein Gutachter sein soll ((;_). In bester Laune wurde laut verkündet: "Naj, bisschen was wird ja noch hier gemacht".

Am Abend danach wurde ich sehr wütend weil mir dann klar war, dass mir ohne meine Erlaubnis ein Kaufinteressent untergejubelt wurde. Auch hatte die Verwalterin ein Tag vor diesem Termin plötzlich mir ein neues Gartentor einbauen lassen, wobei es ihr egal war, dass ich davon gar nichts wusste und es nur Zufall war, dass ich Zuhause war und somit verhindern konnte, dass mein kleines blindes und taubes Hündchen auf die Strasse rennt, während ein Handwerker das Tor rausriß. Ich habe meine Hundeklappe immer offen, da mein Garten abgesichert ist und es wäre fatal gewesen, wenn ich nicht Zufällig gerade zu Hause gewesen wäre. Mir wurde sein Ankommen nicht angekündigt, erst 2 Min bevor er da war per whatts-app ! Als er das neue Tor mit neuem Schloss eingebaut hatte, gab er mir einen einzigen Schlüssel. Ich bestand auf den zweiten, den ich nicht erhielt mit der Begründung dass es nur einen gäbe. Als ich aber im Verpackungsmüll des Handwerkes wühlte, nachdem er Feierabend hatte, fand ich die Packung für das neue Schloss auf dem aufgedruckt steht, dass zwei Schlüssel mit dabei sind.

Ich konfrontierte meine Verwalterin mit meiner Empörung bezüglich des Angelogenwerdens wegen dem zweiten Schlüssel und bezüglich des hinterlistigen Hereinschleußens eines Kaufinteressenten. Ich war emotional, laut und wütend. Dann erfuhr ich, dass nicht mehr mit mir sprechen wird, was sie meine Nachbarn mit hat ausrichten lassen. (OK ich war sehr emotional und drohte ihr: Schlüssel her...zack-zack oder es setzt was").

Meine Fragen:
1. Kann ich sie anzeigen wegen Hausfriedensbruch weil ein Kaufinteressent hereingeschmuggelt wurde? Gerne würde ich das Haus direkt über den Besitzter dann kaufen (und einen anderen, seriösen Gutachter) und sie übergehen, weil sie mich betrogen hat.
2. Wie kann ich mich wehren ihr gegenüber? Darf ich aufgrund dieses Vertrauensbruches und Angelogenwerden ihr verbieten jemals wieder meine Wohnung zu betreten?

Das Schloss werde ich auswechseln lassen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

29.06.2018 | 20:35

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

der von ihnen geschilderte Fall ist sehr nachvollziehbar ärgerlich für Sie.

Leider liegt kein Hausfriedensbruch nach dem Strafgesetzbuch vor, wenn der Zugang freiwillig eingeräumt worden ist- auch wenn dies erschummelt worden war. Tatsächlich haben Sie die Personen freiwillig in das Haus gelassen.

Ihre Kaufabsichten sollte das nicht beeinträchtigen, wenn Sie mit dem derzeitigen Eigentümer einig werden könnten.

Auf keinen Fall gefallen lassen sollten Sie sich den Umgangston der Verwalterin.

zur Frage No.2, Sie haben das Hausrecht inne. Sie müssen niemanden ins Haus lassen, allerdings hat der Eigentümer aus "berechtigten Gründen" ein zutrittsrecht nach Absprache.

Dies kann sich aber darauf reduzieren, dass nur Personen Zutritt erhalten, die Sie nicht bedrohen. Allerdings wird das Hereinschleusen an sich noch keinen so schwerwiegenden Vertrauensbruch darstellen, dass die Verwalterin nicht mehr vereinzelt Zutritt für angemessene Zwecke erhalten dürfte.


Rechtsanwalt Tamás Asthoff

Ergänzung vom Anwalt 29.06.2018 | 20:40

Der Vorfall mit dem Schlüssel ist rechtlich schwierig zu bewerten. Für Teile der Mietsache, die ausschliesslich Ihnen zur Verfügung stehen, dürfen Sie alle Schlüssel erhalten und diese auch selber auswechseln, OHNE dass es einer Zustimmung des Eigentümers bedarf. Ihm muss auch keine Kopie oder Ersatzschlüssel ausgehändigt werden.


Wie ich sehe , sind hier einige (Neben-) Pflichten aus dem Vertragsverhältnis verletzt worden, gegen die Sie sich am besten schriftlich zur Wehr setzen- besonnen- und deren Untersagung für die Zukunft nicht nur einfordern, sondern solche Verhaltensweisen sich auch verbieten. Grade wegen ihrem Hund sollte der Verwalter zur besonderen Vorsicht ermahnt werden, und ihm der weitere unberechtigte Zugang untersagt werden.

Gerne helfe ich Ihnen, bei Rückfragen oder telefonisch können Sie sich gerne kurz kostenfrei melden.


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