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Veruntreuung / Missbrauch Kontovollmacht

15.05.2007 09:31 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Nach dem Tod meines Vaters am 25.02.2007 hat seine Lebensgefährtin (Frau XX)in der Zeit vom 24.02.2007 - 28.02.2007 mit der ihr von meinem Vater erteilten Kontovollmacht und seiner EC Karte insgesamt 8. 000 € per Barabhebung oder Auszahlung am Geldautomat vom Konto meines Vaters abgehoben. Bereits am 24.02.2007 (als mein Vater noch im Sterben lag) wurde der 1. Betrag von seinem Girokonto abgehoben und von einem weiteren Konto 5.000 € für die weiteren Abhebungen auf das Girokonto umgebucht.

Mein Vater hat kein Testament hinterlassen, so dass wir 3 Kinder seine Erben sind. (siehe Erbschein). Frau XX hätte die Kontovollmacht nach dem Tod meines Vaters nur noch als Vollmacht der Erben und somit zur Nachlassabwicklung nutzen dürfen. Die gemachten Kontoabhebungen waren weder mit uns abgesprochen, noch lag die Notwenigkeit dafür vor.

Mitte April lag uns der von der Bank geforderte Erbschein vor und ich erhielt eine Übersicht über die Vermögensverhältnisse meines Vaters, wobei ich anhand der Kontoauszüge die Abhebungen von Frau XX feststellte. Mit mehreren Schreiben forderte ich Frau XX zur Rückzahlung auf, erhielt aber keinerlei Reaktion oder Erklärung. Am 30.04.07 wurde auf mein Konto kommentarlos ein Betrag von 5.272,09 € bar von Frau XX eingezahlt.

Aus meiner Sicht hat Frau XX vorsätzlich gehandelt, hat keinerlei Unrechtsbewusstsein und ist nicht bereit das von ihr veruntreute Geld in vollem Umfang zurückzuzahlen.

Ich möchte daher eine Strafanzeige gegen Frau XX wegen Veruntreuung stellen und bin mir unsicher ob eine solche Anzeige überhaupt Aussicht auf Erfolg hat, oder gleich wieder eingestellt wird.
15.05.2007 | 11:45

Antwort

von


(198)
Zweigertstraße 50
45130 Essen
Tel: 0201/50717700
Web: http://www.ihre-strafverteidiger.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes wie folgt.

Maßgeblich für den Erfolg einer Strafanzeige ist primär die Frage, in wie weit Frau XX nachzuweisen ist, dass Sie die fehlenden Gelder an sich genommen hat. Den Anscheinsbeweis dafür liefert zunächst die Tatsache, dass sie als augenscheinlich einzige Kontobevollmächtigte existiert und die Abhebungen zu einem Zeitpunkt getätigt wurden, als der Kontoinhaber hierzu nicht mehr in der Lage gewesen ist.

Ferner müsste bewiesen werden, dass Frau XX nicht berechtigt war, die entsprechenden Abhebungen, bspw. auf Anweisung des Vaters, zu tätigen.

Inwieweit jedoch überhaupt der Tatbestand der Untreue gegeben ist, hängt davon ab, ob hier ein Treueverhältnis der Frau XX gegeben ist, welches Sie zu einer besonderen Vermögensbetreuungspflicht bzgl. des Geldes Ihres Vaters verpflichtet. Der alleinige Missbrauch einer Kontovollmacht reicht hierfür nicht automatisch aus. Jedoch dürfte eine Strafbarkeit wegen Unterschlagung und, nach dem Ableben Ihres Vaters, evtl. des Betruges gegeben sein.

Es ist Ihnen daher zu raten, tatsächlich Strafanzeige zu erstatten. Hierfür ist es nicht erforderlich, unbedingt die zutreffende Norm zu nennen. Die rechtliche Beurteilung obliegt sodann der Staatsanwaltschaft. Sie sollten jedoch Strafantrag für alle in Betracht kommenden Delikte stellen. Beachten Sie hier, dass das Antragsrecht, soweit erforderlich, drei Monate nach Kenntniserlangung von der Tat erlischt (§ 77b StGB ). Die strafanzeige kann sowohl bei der Polizei als auch direkt bei der Staatsanwaltschaft erstattet werden.

Evtl. sollten Sie darüber nachdenken, die Angelegenheit einem Rechtsanwalt zu übergeben, der sodann ggf. bestehende Rückforderungsansprüche ebenfalls geltend machen kann.

Ob eine Anzeige erfolgversprechend ist, lässt sich nicht prognostizieren. Jedenfalls hat die staatsanwaltschaft die Pflicht, den Sachverhalt umfassend aufzuklären. Ergeben sich sodann Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten, wird auch ein entsprechendes Verfahren folgen. Dies nicht zuletzt aufgrund der nicht unerheblichen Schadenshöhe. Im Endeffekt steht und fällt die Angelegenheit jedoch mit der Beweisbarkeit der Vorwürfe.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe für Ergänzungen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion sowie ggf. für die weitere Interessenwahrnehmung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


ANTWORT VON

(198)

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