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Vertragswerkstatt verursacht Schaden am eigenen Kfz

14.09.2009 08:45 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Habe im Juni meinen Ford (zum Zeitpunkt des Unfalls 5 Jahre und 9 Monate alt, 47000 km) zwecks Ölwechsel etc. in eine Ford-Vertragswerkstatt gebracht.
Diese hat an meinem Fahrzeug einen Schaden von € 4.600,- verursacht. Der Schaden wurde repariert und die Rechnung selbstverständlich von Ford übernommen.
Leider wurde mir nicht die Möglichkeit gegeben, den Schaden von einem von mir beauftragten Gutachter begutachten zu lassen, da der Wagen sofort repariert wurde.

Nach Abholung des Autos bin ich zu einem Gutachter gefahren, der einen merkantilen Minderwert nach dem Hamburger Modell in Höhe von € 950,- errechnet hat. Außerdem steht mit ein Nutzungsausfall in Höhe von € 348,- zu.

Da Ford sagt, dass ich keinen Anspruch auf Wertminderung habe ("Der Wagen ist deutlich älter als 5 Jahre." O-Ton Ford) habe ich einen Anwalt mit dieser Sache betraut.

Dieser verfasste ein Schreiben an Ford. Darauf kam die Antwort, dass sie mir als Wertminderung einen Betrag in Höhe von € 425,- zahlen würden, obwohl ich eigentlich "gar keinen Anspruch hätte".
Daraufhin schrieb ich meinem Anwalt mit Begründung, dass ich damit auf gar keinen Fall einverstanden bin.

Sechs Wochen später schrieb mir mein Anwalt, dass wir aufgrund meiner fehlenden Rechtschutzversicherung nicht gleich "scharf schießen" sollten und ich ihm meine absolute Schmerzgrenze in bezug auf den Minderwert mitteilen solle. Er sei nicht sicher gestellt, dass das Gutachten vor Gericht anerkannt wird.
Meiner Meinung nach ist über den Betrag in Höhe von € 950,- nicht zu streiten, da dieser Betrag anhand einer Rechnung zustande gekommen und nicht einfach aus der Luft gegriffen ist.

Ich gehe ungern mit einem Anwalt vor Gericht, der nicht voll und ganz hinter mir und der Sache steht, sondern mit der Gegenpartei freundlich kommuniziert und dieser entgegenkommen möchte.

Es ärgert mich außerdem wahnsinnig, dass mein Wagen immernoch nach rechts zieht, da Ford nur einen Reifen gewechselt hat und sich die Profiltiefe zu dem älteren Reifen stark unterscheidet.

Meine Frage:
Wie sind die Erfahrungswerte mit dem Hamburger Modell bzgl. Wertminderung vor Gericht?
Soll ich auf die € 950,- bestehen oder der Gegenpartei tatsächlich entgegenkommen (was mir persönlich sehr aufstoßen würde, da ich denke, das wir nicht auf einem Bazar sind)?
Und was passiert, wenn ich meinen Anwalt wechseln möchte?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Mit freundlichen Grüßen.

14.09.2009 | 09:46

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

1.
es gibt keine verbindliche Methode zur Bestimmung des merkantilen Minderwertes.
Neben dem Hamburger Modell (Staffelung nach km) gibt es auch die Bremer Formel (nach Fahrzeugalter) ...
Auch gibt es immer einen Spielraum bei der Schätzung des Minderwertes, sodass die von Ihnen in Auftrag gegebene Bestimmung des merkantilen Minderwertes eine absolute Größe ist.
Unklar ist auch, ob nicht das Gericht auf Grund des Alters des Fahrzeugs von über 5 Jahren gar keinen Minderwert feststellt.
Bei einem Fahrzeugalter von mehr als fünf Jahren hat das AG Hamburg bei einem hochpreisigen Modell schon einen Minderwert von 5 – 7,5 % der Reparaturkosten zugesprochen.

Klagen Sie den Betrag in Höhe von 950 EUR ein und die Gegenseite bestreitet die Höhe (was sie ja bereits getan hat, indem nur 425 € angeboten werden), wird schließlich ein gerichtlich bestellter Sachverständiger den Minderwert feststellen.
Wird ein geringerer Wert festgestellt, unterliegen sie im Rechtsstreit im Verhältnis des nicht zugesprochenen Betrags zur eingeklagten Summe, haben also anteilig die Prozesskosten und Kosten für den Sachverständigen sowie die gegnerischen Rechtsanwaltskosten zu tragen.

Diese Unsicherheit versucht Ihr Anwalt zu umgehen, indem – ohne gerichtlichen Streit, Zeit und Nerven – eine Einigung gefunden werden kann, nach dem Motto: lieber einen Betrag X sofort, als einen unsicheren Betrag Y erst in 10 Monaten mit einer unsicheren Kostenlast.

Der Richter kann das Wertminderungsgutachten zu Grunde legen und durch Schätzung gemäß § 287 ZPO auch 1/3 vom Wert des Hamburger Modells abziehen (so das Amtsgericht Hamburg, Schadenpraxis 2001, 95).

Wegen der erheblichen Unsicherheiten ist der angebotene Wert von 425 EUR durchaus eine Verhandlungsgrundlage.
Da der Rechtsanwalt Ihnen den sichersten Weg zur Durchsetzung Ihrer Rechte aufzeigen muss, handelte er gegen Ihre Interessen, wenn er stur den Betrag eines Privatgutachtens einklagen würde.

Sie sollten der Gegenseite entgegenkommen. Was bringt es, wenn 950 EUR eingeklagt werden und das Gericht 0 EUR oder 425 EUR zuspricht, dann übersteigen die Kosten den Betrag, den Sie von der Gegenseite erhalten (würden).
Die festgestellte Wertminderung ist keine absolute Größe, der Richter entscheidet durch Schätzung.

2.
Wenn Sie jetzt Ihren Anwalt wechseln, entstehen Ihnen die Anwaltskosten doppelt.

Sie haben Ihren Anwalt mit der außergerichtlichen Vertretung beauftragt, aber Sie entscheiden, was er tun soll, Sie sind der Auftraggeber und bestimmen.
Er kann und muss Sie beraten, Ihnen abraten oder zustimmen.
Es wäre aber unklug, gegen den Rat des Anwalts zu entscheiden.
Folgen Sie seinem Rat und er macht einen Fehler, haftet er.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.
Bitte nutzen Sie gegebenenfalls die kostenlose Nachfragefunktion.


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