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Vertrag/Konditionen per E-Mail gültig?

17.06.2014 18:47 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner, Dipl.-Jur.


Ich (Firmensitz Deutschland) kooperiere mit einem Geschäftspartner aus Wien beim Verkauf einer Wiener Immobilie mit einem hohen 1-stelligen Millionen-Transaktionswert.

Wir haben vereinbart, dass wir alle Provisionszahlungen (auf beiden Seiten, d.h. Käufer und Verkäufer) in einen Topf werfen und dann 50:50 teilen. Die Bestätigung darüber habe ich von meinem Partner per E-Mail erhalten. Jetzt zweifle ich, ob eine Konditionenbestätigung per E-Mail rechtsgültig ist bzw. mir Sicherheit bietet.

Falls nicht, wäre eine Alternative dann, dass mir mein Geschäftspartner einen Ausdruck des Mailwechsels unterzeichnet, stempelt und dann zufaxt oder ist eine effektive rechtliche Absicherung der Provisionsteilung nur über einen von 2 Parteien gezeichneten Vertrag herbeizuführen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ihren Angaben zufolge gehe ich davon aus, dass Sie und Ihr Vertragspartner als Vermittler tätig sind und die Provisionen, die Sie beide für die Vermittlung erhalten, hälftig teilen möchten.
Falls ich hier falsch liege, dann korrigieren Sie mich bitte über die Nachfragefunktion und ich werde Ihnen entsprechend antworten.


Vorausgesetzt es handelt sich um einen Mäkler- bzw. Vermittlungsvertrag dann bedarf es für den Abschluss der von Ihnen getroffenen Vereinbarung nicht der Schriftform. Sie können die Provisionsteilung auch mündlich vereinbaren. Ebenso ist dies per Email möglich.
Der Nachweis im Rechtsverkehr gestaltet sich dadurch allerdings schwierig.

Besser ist es, Sie schließen mit Ihrem Vertragspartner einen Vertrag in Schriftform, d.h. Sie unterzeichnen beide auf demselben Schriftstück.

Ihr Geschäftspartner kann die getroffene Vereinbarung ausdrucken, unterschreiben und Ihnen zufaxen. Sie unterschreiben diese ebenso und faxen diese an Ihren Vertragspartner, so dass Sie beide den Vertrag mit beiden Unterschriften vorliegen haben.
Damit gehen Sie kein Risiko ein, wenn es später zu Streitigkeiten kommen sollte.

Diese Ausführungen beziehen sich auf die Rechtslage in Deutschland. Ich kann Sie nur hinsichtlich des deutschen Rechts beraten. Wie sich die Rechtslage in Austria darstellt, ist nicht Teil dieser Beratung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

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