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Vertrag Fitnessstudio aufhebbar?


| 06.08.2017 15:05 |
Preis: 40,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,
folgenden Fall möchte ich kurz schildern.
Ich habe mich online an einen Fitnessvertrag gebunden.
Das Fitnesstudio war zu dem Zeitpunkt allerdings noch nicht erbaut.
Als Fertigstellung war der 30.09.2017 angegeben.
Das Studio soll in einem Nachbarort gebaut werden, ca. 10 km von meinem Wohnort entfernt.
Als Option bis zur Fertigstellung wurden Partnerclubs zum kostenlosen trainieren angeboten.
Diese Partnerclubs sind aber deutlich weiter entfernt (Mindestens 20 km).
Auf einem Schild an dem Bauort habe ich "zufällig" erfahren, dass die Fertigstellung voraussichtlich Ende 2017 sein wird.
Von einer Freundin erfuhr ich hingegen, dass die Fertigstellung frühestens im Febr. nächsten Jahres sein soll.

Ich möchte weder solange warten noch möchte ich eine doppelt so weite Strecke zu einem Partnerstudio fahren.
Frage:
Komme ich aus dem Vertrag?

Vielen Dank.
06.08.2017 | 15:55

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:


Grundsätzlich kann ein Vertrag auch ungeachtet der Laufzeit gekündigt werden, wenn ein außerordentlicher Kündigungsgrund vorliegt. Laut BGH kann ein Vertrag grundsätzlich wegen eines wichtigen Grundes ohne Einhaltung der Kündigungsfrist beendet werden. Entscheidend ist hier § 314 Abs.1 BGB. Diese Norm enthält die Legaldefinition eines wichtigen Grundes. Ein wichtiger Grund liegt hiernach vor, wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann. Dies ist selbstverständlich eine Frage des Auslegung und der Argumentation. Sie können hier anführen, dass die Wartezeit unbestimmt und verhältnismäßig lang ist. Zudem scheinen die herkömmlichen 20 Kilometer überschritten. Oft bieten Fitnessstudios auch ein Sonderkündigungsrecht bei Standortwechseln an. Dies kann als Vergleich herangezogen werden. Entscheidend ist, ob sie die Wartezeit und die Entfernung der Partnerclubs bei Vetraggschluss kannten oder kennen mussten. Wenn dem nicht so ist, sollten sie definitiv außerordentlich kündigen. Sie können auch zunächst versuchen, ob das Fitnessstudio sie aus Kulanz aus dem Vertrag entlässt. Ansonsten sollten sie schriftlich per Einwurf-Einschreiben außerordentlich kündigen. Sie können in diesem Schreiben auf § 314 BGB/§ 626 BGB verweisen. Sie schildern detailliert ihre Argumente und erklären, dass unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses nicht zugemutet werden kann. Sie sollten darstellen, dass der Kündigungsgrund in der Risikosphere des Fitnessstudios liegt und sie den Vertrag unter vollkommen anderen Voraussetzungen geschlossen haben. Sie sollten selbstverständlich auch eine entsprechende Einzugsermächtigung widerrufen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Hellmich


Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2017 | 14:16

Danke für Ihre zeitnahe Rückmeldung.
Das naheliegendste Studio (Marl) war zu dem Zeitpunkt auch noch nicht fertiggestellt, was ich aber bei Vertragsabschluss nicht wusste. Hat die Kenntnis, dass Marl das nächst gelegene Studio ist und die Nicht-Kenntnis, dass es noch nicht fertiggestellt war, ggf. negative Auswirkungen auf meine Kündigungsabsichten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.08.2017 | 14:37

Wenn sie keinerlei Informationen von dem Fitnessstudio bekommen haben und die Verzögerungen ähnlich sind wie bei ihrem Fitnessstudio kann man ihnen keinen Vorwurf machen. Das Fitnessstudio hätte sie aufklären müssen und ihnen die nötigen Informationen geben müssen. Man kann von ihnen nicht erwarten, dass sie alle Eventualitäten vorausberechnen. Sie sollten darauf auch erst eingehen, wenn das Fitnessstudio es ihnen vorhält. Sie sollten so argumentieren, dass die Eröffnung sich auf unabsehbare Weise nach hinten verschiebt und die anderen Studios zu weit weg sind. Das Ausweichstudio in ihrer Nähe kann zudem ebenfalls die geschuldetet Leistung (Training, Geräte...) nicht erbringen, weil es auch noch nicht fertig ist.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Hellmich

Bewertung des Fragestellers 08.08.2017 | 14:18


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