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Vertrag Fitness-Studio

08.02.2005 10:56 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Bei einem Tag der offenen Tür habe ich einen Fitness-Vertrag (24+2) abgeschlossen. Leider bekam ich am gleichen Tag den Ablehnungsbescheid meinem Mannes bzgl. Hartz IV. Bedingt dadurch kann ich mir das leider nicht mehr leisten. Deshalb habe ich am gleichen Tag schriftlich meine Unterschrift widerrufen. Daraufhin bekam ich eine Antwort eines Anwalts mit der Androhung gerichtlicher Schritte oder des Angebots: Übernahme Anwaltskosten plus Zahlung 1000 €, zahlbar in 3 Raten. Da ich mir auch das nicht leisten kann, habe ich im Studio angerufen. Nach langer Wartezeit (1 Woche) erreichte ich den Chef, der sich aber in keinster Weise bereit erklärte, mir entgegenzukommen. Er machte mir ein letztes Angebot: Übernahme Anwaltskosten plus Einmalzahlung 250€, zahlbar in 50€-Raten.
Nun meine Frage: Habe ich irgendeine Chance, aus diesem Vertrag ohne jegliche Zahlungen rauszukommen, oder ist es besser, das Angebot anzunehmen?

Sehr geehrte Ratsuchende,

leider steht Ihnen ein Widerrufsrecht nicht zu, da es sich um einen Tag der offenen Tür gehandelt hat.

Die von der Gegenseite genannten "Stornogebühren" halte ich aber für deutlich überzogen. Es ist nicht ersichtlich, wofür 250,00 EUR angefallen sein sollen. Hier steht es Ihnen frei, einen geringeren Betrag nachzuweisen, wobei bei solch kurzer Mitgliedschaft ein Betrag von 50,00 EUR ausreichend sein dürfte, allerdings plus RA-Kosten (deren Höhe Sie leider nicht mitgeteilt haben).

Bieten Sie daher der Gegenseite die 50,00 EUR an.

Bitte haben Sie auch keine Scheu, einen Kollegen vor Ort aufzusuchen, da der Vertrag sicherlich noch ergänzend geprüft werden muss. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der gesamte Vertrag Null und Nichtig ist (was bei der Vorgehensweise gar kein Wunder wäre). Dazu muss aber der Vertrag komplett überprüft werden.

Gehen Sie zum Amtsgericht und beantragen dort Beratungshilfe, so dass die Kosten Ihres Anwaltes (bis auf eine Schutzgebühr) dann vom Amtsgericht getragen wird.

Selbstverständlich können Sie mir den Vertrag zur weiteren Prüfung auch dann zufaxen.


Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 08.02.2005 | 15:54

Die Kosten des Gegenanwalts betragen 156 €.
Was muß ich zuerst tun, zu einem Anwalt gehen, oder zum Amtsgericht? Und wie hoch ist die Schutzgebühr beim Anwalt, oder bei Ihnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.02.2005 | 16:52

Bitte erst zum Amtsgericht gehen und dort die Beratungshilfe beantragen.

Die Schutzgebühr beträgt dann 10,00 EUR.

Die Rechnung des Kollegen faxen Sie mir bitte einmal zu, damit ich Streitwert und Gebührensätze sehen kann.

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