Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verteilung Versteigerungserlös


| 15.12.2009 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung



Hallo. Wie ist die verteilung eines Versteigerungserlöses bei einer Versteigerung an einem Grundstück (Schuldner hat nicht Insolvenz angemedet)?? Spielt es eine Rolle wer Rang hat??
Beispiel: Bank 10.000,- (Rang 1) Gläubiger 1 5.000,-(Rang 2) Gläubiger 2 3.000,-(Rang 3)
Gesamterlös 15.000,-€ Wer bekommt wieviel??
Guten Tag!

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

In welcher Reihenfolge die Befriedigung zu erfolgen hat, ergibt sich aus § 10 Abs. 1 ZVG:

1) Ein Recht auf Befriedigung aus dem Grundstücke gewähren nach folgender Rangordnung, bei gleichem Range nach dem Verhältnis ihrer Beträge:
1.
der Anspruch eines die Zwangsverwaltung betreibenden Gläubigers auf Ersatz seiner Ausgaben zur Erhaltung oder nötigen Verbesserung des Grundstücks, im Falle der Zwangsversteigerung jedoch nur, wenn die Verwaltung bis zum Zuschlage fortdauert und die Ausgaben nicht aus den Nutzungen des Grundstücks erstattet werden können;

1a.
im Falle einer Zwangsversteigerung, bei der das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Schuldners eröffnet ist, die zur Insolvenzmasse gehörenden Ansprüche auf Ersatz der Kosten der Feststellung der beweglichen Gegenstände, auf die sich die Versteigerung erstreckt; diese Kosten sind nur zu erheben, wenn ein Insolvenzverwalter bestellt ist, und pauschal mit vier vom Hundert des Wertes anzusetzen, der nach § 74a Abs. 5 Satz 2 festgesetzt worden ist;

2.
bei Vollstreckung in ein Wohnungseigentum die daraus fälligen Ansprüche auf Zahlung der Beiträge zu den Lasten und Kosten des gemeinschaftlichen Eigentums oder des Sondereigentums, die nach § 16 Abs. 2, § 28 Abs. 2 und 5 des Wohnungseigentumsgesetzes geschuldet werden, einschließlich der Vorschüsse und Rückstellungen sowie der Rückgriffsansprüche einzelner Wohnungseigentümer. Das Vorrecht erfasst die laufenden und die rückständigen Beträge aus dem Jahr der Beschlagnahme und den letzten zwei Jahren. Das Vorrecht einschließlich aller Nebenleistungen ist begrenzt auf Beträge in Höhe von nicht mehr als 5 vom Hundert des nach § 74a Abs. 5 festgesetzten Wertes. Die Anmeldung erfolgt durch die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Rückgriffsansprüche einzelner Wohnungseigentümer werden von diesen angemeldet;

3.
die Ansprüche auf Entrichtung der öffentlichen Lasten des Grundstücks wegen der aus den letzten vier Jahren rückständigen Beträge; wiederkehrende Leistungen, insbesondere Grundsteuern, Zinsen, Zuschläge oder Rentenleistungen, sowie Beträge, die zur allmählichen Tilgung einer Schuld als Zuschlag zu den Zinsen zu entrichten sind, genießen dieses Vorrecht nur für die laufenden Beträge und für die Rückstände aus den letzten zwei Jahren. Untereinander stehen öffentliche Grundstückslasten, gleichviel ob sie auf Bundes- oder Landesrecht beruhen, im Range gleich. Die Vorschriften des § 112 Abs. 1 und der §§ 113 und 116 des Gesetzes über den Lastenausgleich vom 14. August 1952 (Bundesgesetzbl. I S. 446) bleiben unberührt;

4.
die Ansprüche aus Rechten an dem Grundstück, soweit sie nicht infolge der Beschlagnahme dem Gläubiger gegenüber unwirksam sind, einschließlich der Ansprüche auf Beträge, die zur allmählichen Tilgung einer Schuld als Zuschlag zu den Zinsen zu entrichten sind; Ansprüche auf wiederkehrende Leistungen, insbesondere Zinsen, Zuschläge, Verwaltungskosten oder Rentenleistungen, genießen das Vorrecht dieser Klasse nur wegen der laufenden und der aus den letzten zwei Jahren rückständigen Beträge;

5.
der Anspruch des Gläubigers, soweit er nicht in einer der vorhergehenden Klassen zu befriedigen ist;

6.
die Ansprüche der vierten Klasse, soweit sie infolge der Beschlagnahme dem Gläubiger gegenüber unwirksam sind;

7.
die Ansprüche der dritten Klasse wegen der älteren Rückstände;

8.
die Ansprüche der vierten Klasse wegen der älteren Rückstände.


Zusammengefasst bedeutet dies, dass die zuerst immer die niedrigste Rangklasse befriedigt wird, danach erst die jeweils folgende Rangklasse.

In Ihrem konkreten Beispiel würde dies bedeuten: Gibt es einen zu verteilenden Erlös von 15.000 EUR, würde der Gläubiger 1 einen Betrag von 10.000 EUR, der Gläubiger 2 einen Betrag von 5.000 EUR und der Gläubiger 3 nichts erhalten.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Biernacki
Rechtsanwalt

P.S. Ihre angegebenen Daten scheinen nicht ganz vollständig zu sein. Bitte geben Sie Ihren Vornamen, oder falls es sich um eine Firma handeln sollte, deren vollständigen Namen, noch an, damit es nicht zu Schwierigkeiten bei der Abbuchung kommt.

Nachfrage vom Fragesteller 16.12.2009 | 11:50

Hallo, vielen Dank. Eine kurze nachfrage hätte ich noch:
Die Bank ist mit den 10.000,- im Jahre 1986 eingetragen. Gläubiger 1 mit seinen 5.000,- im August 2009 und Gläubiger 2 mit 3.000,- im Dezember 2009. Ich beziehe mich auf einträge im Grundbuch. Sind die Einträge im Grundbuch masgebend oder wann die Schulden endstanden sind???
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.12.2009 | 08:16

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Bei Ihrem in der Ausgangsfrage gestellten Beispiel kommt es nicht auf den Entstehungszeitpunkt, sondern allein auf die Rangklasse an.

Ein dinglich gesichertes Recht entsteht jedoch erst mit der Eintragung in das Grundbuch. Sollte es also einer anderen Konstellation darauf ankommen, ist der Zeitpunkt der Eintragung, nicht der der Entstehung maßgeblich.

Ich hoffe, ich konnte bestehende Unklarheiten ausräumen.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Biernacki
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.12.2009 | 21:35


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Alles bestens, vielen Dank"