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Versuchter Kreditkartenbetrug bei Chatplattform?

| 01.04.2018 18:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Guten Tag.

Ich war gestern auf einer Online-Chatplattform unterwegs, bei welcher man sich anmelden und dann mit allen Mitgliedern chatten kann. Die Anmeldung und Nutzung für einen gewissen Zeitraum ist kostenlos, danach wird man aufgefordert sein "Chatguthaben" mit Minutenpaketen wieder aufzuladen und kann sonst nicht mehr auf die Chats und Nachrichten zugreifen. Nun befand ich mich in einem sehr interessanten Gespräch, als mich dieser Zeitpunkt traf und ich "rausgeworfen" wurde. Frustriert schaute ich durch die angebotenen Minutenpakete und stellte fest, dass man diese nur per Kreditkarte kaufen kann.

Ich wählte das kürzeste und billigste Paket (15 Minuten für 9 Euro) und wurde auf eine Zahlungsseite eines externen Anbieters weitergeleitet, auf der man seine Kreditkartendaten eingeben konnte. Ich rief mir einen Online-Kreditkartengenerator auf und ließ mir eine Kreditkarte generieren (Kreditkartennummer, Ablaufdatum, Inhaber, CVV) und gab diese Daten dort ein und bestätigte die Eingabe. Ich wurde zurück auf die ursprüngliche Seite geleitet und mir wurde ein Fehlercode angezeigt (mir ist kein Guthaben gutgeschrieben worden).

Nun ist meine Frage, ob es sich bei diesem Fall schon um eine Kreditkartenfälschung sowie Betrug (zumindest versuchten) handelt, und ob und was genau auf mich zukommen könnte. Ich bin nicht vorbestraft.

Vielen Dank für Ihre Antwort.
01.04.2018 | 21:39

Antwort

von


(27)
Grenzstraße 9a
01640 Coswig
Tel: 035235337700
Web: http://RA-Marko-Liebich.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt. Bitte beachten Sie, dass die Beantwortung Ihrer Frage vom zur Verfügung gestellten Sachverhalt abhängt und sich durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen eine andere rechtliche Bewertung ergeben kann.

1.

Tatsächlich sind Ihrem Fall mehrere Straftatbestände einschlägig, welche auch in der Versuchs-Variante verwirklicht werden können.

Hinzuweisen ist zunächst auf § 152a StGB (Fälschung von Zahlungskarten, Schecks und Wechseln):

„(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr oder, um eine solche Täuschung zu ermöglichen,
1. inländische oder ausländische Zahlungskarten, Schecks oder Wechsel nachmacht oder verfälscht oder
2. solche falschen Karten, Schecks oder Wechsel sich oder einem anderen verschafft, feilhält, einem anderen überlässt oder gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar."

Des weiteren stellt das von Ihnen beschriebene Verhalten auch einen (versuchten) Betrug gem. § 263 StGB dar:

„(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar."

Nicht einschlägig ist dagegen § 266b StGB (Missbrauch von Scheck- und Kreditkarten):

„(1) Wer die ihm durch die Überlassung einer Scheckkarte oder einer Kreditkarte eingeräumte Möglichkeit, den Aussteller zu einer Zahlung zu veranlassen, mißbraucht und diesen dadurch schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Denn hier konnte ja gerade kein realer Aussteller zu einer Zahlung veranlasst und damit geschädigt werden.

Insgesamt halte ich es aber für eher unwahrscheinlich, dass in diesem Fall tatsächlich ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Zudem wäre der entstandene Schaden auch sehr übersichtlich in seinem Umfang gewesen, so dass Sie – wenn überhaupt – nur mit einer geringen Strafe bzw. aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer Einstellung des Verfahrens zu rechnen haben.

3.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich und ausführlich genug beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie gern die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Sollten Sie in dieser Angelegenheit weitere Unterstützung durch einen Rechtsanwalt benötigen, so stehe ich hierfür ebenfalls gern zur Verfügung. Meine Kanzlei ist auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet, so dass Ihnen hierdurch keine Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr für www.Frag-einen-Anwalt.de würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Ansonsten wünsche ich noch angenehme Feiertage.


Mit freundlichen Grüßen


Liebich
Rechtsanwalt



Bewertung des Fragestellers 02.04.2018 | 02:07

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