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Versuchter Betrug - Vorladung als Beschuldigte


| 26.04.2007 16:19 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Hallo!
folgendes Problem:
Ich hab im Internet eine Hausratversicherung abgeschlossen. als die Police kam ist mir aufgefallen dass einige Angaben (Geburtsdatum) nicht stimmen (liegt daran, dass ich vorher andere angebote für Freunde gerechnet habe). Habe den Vertrag aber nicht ändern lassen.

Im Feburar wurde ich in Italien überfallen, mir wurde die Tasche gewaltsam geklaut, meine Freundin ist Zeuge, sie stand daneben und hat alles gesehen. Ich war auch leicht verletzt.

Die Reiseleitung teilte mir mit ich solle sofort Anzeige bei der örtlichen Polizei erstatten, dann wäre es über die Hausrat versichert.

Dumm wie ich war, versuchte ich mir bei der Polizei an das "falsche Geburtsdatum aus der Police" zu erinnern und trug es ein. Ausweis wollten die zum Glück nicht sehen.

Zuhause meldete ich den Schaden.
Da fiel mir auf, dass das Geburtsdatum auf dem Protokoll "auch falsch" war (ich mich also falsch erinnert hatte).

So nahm ich TippEX und Kopierer...und Machte es "passend".

Die Versicherung reagierte prompt, sagte mir dass hier betrug vorliegt, sie haben sich das Originalprotokoll aus Italien faxen lassen - mein Schwindel ist also aufgefallen.
Der Sachbearbeiter teilte mir mit, wenn ich vom Schaden zurücktrete und auf die Entschädigung verzichte, würde er "die Sache auf sich beruhen lassen".
Das war schon sehr ärgerlich, denn der Überfall hat tatsächlich stattgfunden, daran ist wirklich nix erfunden.

Heute bekam ich eine Vorladung als Beschuldigte wegen "versuchten Betruges" Nächste Woche ist der Termin.
Gegen mich liegt Strafanzeige vor.

Ich hatte bisher nie mit der Polizei zu tun.

Was geschieht jetzt? Soll ich da hin? ich habe ja dem Sachbearbeiter der Versicherung gegenüber schon zugegeben dass ich geschummelt habe, habe aber auch betont dass das am eigentlichen vorfall ja nix ändert....
mehr kann ich der Polizei auch nicht sagen. Dass ich nicht hin muss, weiss ich. Aber ist es sinnvoll?
Was kann mich da erwarten? Gefängniss? Ich weiss dass auf Betrug inkl. Urkundenfälschung Geldstrafe oder Haft bis zu 5 Jahre steht.. aber in dem konkrezten Fall? Wie wäre da die Einschätzung?
Wie sollte ich mich am klügsten verhalten??

Gruss aus Braunschweig!

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Fragen.
Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Kollegen/ eine Kollegin vor Ort ersetzen kann.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und dem eingesetzten Betrag, wie folgt:

Wie Sie bereits richtig festgestellt haben, sind Sie nicht verpflichtet bei der Polizei zu erscheinen und auszusagen.

An Ihrer Stelle würde ich einen Anwalt/eine Anwältin vor Ort aufsuchen, der/die erst einmal Alteneinsicht nimmt.
Denn ohne vorherige Akteneinsicht sollte in der Regel keine Aussage gemacht werden.
Sie könnten sich eventuell noch weiter belasten.
Daher halte ich es für nicht sinnvoll zur Polizei zugehen, bevor Sie mit einem Kollegen vor Ort gesprochen haben.
Der Kollege/ die Kollegin vor Ort kann nämlich schon frühzeitig reagieren und die notwendigen Schritte einleiten.
Er /sie kann versuchen die Staatsanwaltschaft zu bewegen, das Verfahren gegen Sie gemäß § 153a StPO (Einstellung nach Erfüllung von Auflagen) mit Zustimmung des Gerichts einzustellen.
Außerdem kann erst nach Akteneinsicht beurteilt werden, ob eine Aussage überhaupt sinnvoll ist oder die Sache nur durch eine Aussage verschlimmert wird. Dies ist von Fall zu Fall verschieden.

Das Klügste ist meiner Auffassung nach, dass Sie sich erstmal um einen Termin bei einem Kollegen/ einer Kollegin vor Ort bemühen.
Vielleicht können Sie noch vor dem Termin bei einem Anwalt vorsprechen.
Falls Sie keinen Termin mehr beim Anwalt bekommen, bevor der Vernehmungstermin ist, würde ich an Ihrer Stelle bei der Polizei anrufen und erklären, dass Sie erst später durch Ihren Verteidiger/ Ihre Verteidigerin eine Aussage machen werden.
Nur so können Sie meines Erachtens nichts falsch machen.
Rufen Sie aber an und sagen Sie den Termin ab.
Wenn Sie einfach nicht erscheinen, hat dies zwar keine juristischen Konsequenzen, es sieht aber einfach nicht gut aus und wirft ein schlechtes Bild auf Sie.

Als Straftat kommt hier versuchter Betrug in Tateinheit mit Urkundenfälschung in Betracht.
Urkundenfälschung und Betrug werden in der Tat mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder Geldstrafe bestraft.

Eine Freiheitsstrafe halte ich für ausgeschlossen, da Sie nach Ihren Angaben „noch nie etwas“ mit der Polizei zu tun gehabt haben.
Daraus schließe ich, dass Sie nicht vorbestraft sind.

Ich denke, dass eine Geldstrafe im unteren Bereich angemessen ist.
Realistisch sind meines Erachtens 40 Tagessätze. Aber dies ist lediglich eine Schätzung meinerseits.
Die Anzahl der Tagessätze hängt aber von sehr vielen Faktoren ab, so dass daher im Rahmen dieses Forums Ihre Frage nach der Höhe der Geldstrafe nicht abschließend beantwortet werden kann.
Die Tagessatzhöhe errechnet sich aus Ihrem Einkommen dividiert durch 30 Tage.

Im Endeffekt kommt es allein darauf an, wie das weitere Verfahren abläuft und wie hoch das Gericht Ihre „Schuld“ einschätzt.
Verbindliche Aussagen können da nie gemacht werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen beantworten und Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller

Nachfrage vom Fragesteller 30.04.2007 | 21:03

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Ich habe den Termin bei der Polizei telefonisch abgesagt. Soweit, sogut. Wie geht es jetzt (vom Ablauf) weiter? Wie lange dauert sowas in der Regel?
Können Sie mir sagen, mit welchen Anwaltskosten man bei soetwas ungefähr rechnen muss? Ich bin am überlegen, denn 40 Tagessätze (als beispiel) mal x (ich denke bei mir ca 30,-)= 1200,- Weiss nicht, ob sich da ein Anwalt lohnt??
Desweiteren wollte ich fragen, ob es bei der Entscheidung der Strafhöhe von Bedeutung sein könnte, dass ich chronisch Krank bin. Ich beziehe seit 3 Jahren volle Erwerbsminderungsrente wegen Ängsten und Depressionen. Ausserdem bin ich 50% Schwerbehindert. Soll ich das lieber verschweigen, oder könnte es von Vorteil sein?
Ich habe auch gehört, dass man die TS umwandeln kann, also irgendwie abarbeiten. Wäre das bei mir möglich? Wegen der vollen Erwerbsminderung? Eigentlich "darf" ich ja nicht arbeiten.

Ich danke Ihnen schon jetzt für Ihre Auskunft!
Mit freundlichen Grüssen
Hundekeks

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.05.2007 | 07:34

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt:

Ausgehend von der Mittelgebühr würden in der Regel folgende Anwaltskosten entstehen: 115€ Grundgebühr, 140€ Verfahrensgebühr vor dem Amtsgericht, 230€ Terminsgebühr pro Hauptverhandlungstag plus Auslagen plus Umsatzsteuer.
Der Anwalt ist aber an diese Abrechnung nicht gebunden. Das Honorar hängt von den Umständen des Einzelfalles und der Schwierigkeit ab und kann daher höher sein.

Die Dauer der weiteren Ermittlungen hängt allein von der Arbeitsweise der Polizei und der Staatsanwaltschaft ab. Eine zeitliche Einschätzung kann hier nicht erfolgen.
Die Ermittlungen werden erst abgeschlossen, wenn der Staatsanwalt der Meinung ist, er habe genug Beweise gesammelt.

Sie sollten - wie bereits in meiner Antwort ausgeführt-unbedingt einen Anwalt aufsuchen.
Nur der Anwalt vor Ort kann die Sach- und Rechtslage genau prüfen und die notwendigen Schritte einleiten.
Dies ist im Rahmen dieses Forums nicht möglich. Bitte haben Sie Verständnis dafür.
Schalten Sie also einen Kollegen vor Ort ein.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller

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