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(Versuchte) sexuelle Nötigung von Minderjährige

07.03.2015 01:02 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Hallo,

Ich bin 23 Jahre alt männlich und bin seit einigen Monaten mit einem 15 jährigen Jungen befreundet (seit heute ist er 16). Ich bin Homosexuell und er Heterosexuell.
Wir schreiben relativ offen auch über sexuelle Themen, er schreibt sehr reif und hat überhaupt kein Problem mit meiner Homosexualität.

Vor einer Woche fragte er mich ob ich ihm 50€ leihen kann da er seine kranke Oma besuchen fahren möchte. Er erzählte mir auch was er sich zum Geburtstag wünscht und meinte wenn ich ihm das schenke würde er mir zu meinem Geburtstag einen Wunsch erfüllen.

Aus Spaß fragte ich ob ich ihn zu meinem Geburtstag oral befriedigen darf und rechnete eigendlich mit einen einfachen Nein.
Zu meiner Überraschung sagte er ja klar wenn du das willst.

Zu meinem Geburtstag wäre er bereits 16.

Am gestrigen Tag trafen wir uns und ich leite ihm das Geld da ich arbeiten musste trafen wir uns nach 23 Uhr.
Kurz nachdem ich fuhr, schrieb er mir das sein Vater uns gesehen hat und sein Handy einzog und unseren Chat gelesen hat.
Darauf hin bekam ich von seinem Vater eine aufgebrachte Email was mir einfällt bezüglich der oralen Befriedigung und das ich seinen Sohn ab und zu mal Süßer nannte.

Zusammenfassend gesagt möchte er mich Anzeigen wegen versuchter sexueller Nötigung von Minderjährigen.

Daher meine Frage
Kann ich wegen meinen Verhalten bzw. Äußerungen strafrechtlich belangt werden?
Wenn Ja wegen was genau und mit welcher Strafe muss ich rechnen.


Ich bin mir ehrlich gesagt keiner Schuld bewusst er fand die Äußerungen wie Süßer usw immer lustig und er willigte ohne einwende ein das ich ihm zu meinem Geburtstag oral befriedigen darf auch nachdem ich mehrmals fragte ob er es wirklich möchte sagte er ja klar wenn du es willst.
Zudem kam es bisher zu überhaupt keinen sexuellen Handlungen. Des Weiterem habe ich ihm niemals gedroht oder erpresst oder sonst irgendetwas und er hat nie auch nur erwähnt das ihm das Thema unangenehm ist.
Das kann auch alles im Chatverlauf nachgelesen werden.

Zudem schrieb sein Vater mir nun dass ich Ihm auch 250€ soll sonnst zeigt er mich sofort an und setzt mich unter Druck das ich ihm sagen soll ob ich es überweise und das bis Morgen.

Erfüllt das Verhalten des Vaters nicht ehr dem Tatbestand der Nötigung und könnte ich ihn nicht dafür anzeigen?

Ich hoffe sehr das Sie mir helfen können und hoffe auf Ihre Antwort

Mit freundlichen Grüßen


07.03.2015 | 02:30

Antwort

von


(81)
Bleidenstraße 2
60311 Frankfurt
Tel: 069-348742380
Web: http://kanzlei-franz.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:


1. Sie haben keine Straftat begangen

Mit meiner Antwort kann ich Sie hoffentlich beruhigen. Durch das von Ihnen geschilderte Verhalten haben Sie sich nicht strafbar gemacht.

Wie Sie erwähnen, war Ihr Bekannter zur Zeit Ihrer Unterhaltungen 15 Jahre alt und ist mittlerweile 16.

Allenfalls denkbar wäre hier eine Strafbarkeit wegen sexuellen Missbrauchs Jugendlicher (§ 182 StGB). Die Voraussetzungen dieses Straftatbestandes hat der Gesetzgeber bewusst sehr eng angesetzt. Durch Ihr Verhalten werden diese Voraussetzungen nicht erfüllt.

§ 182 Abs. 2 StGB stellt es zwar unter Strafe, mit einer Person unter 18 Jahren gegen Entgelt sexuell zu verkehren. Tatsächlich könnte man Ihre gegenseitigen „Geschenke" auch als ein solches Entgelt auffassen. Allerdings ist es zwischen Ihnen und Ihrem Bekannten nicht zu sexuellen Handlungen gekommen.

Bestraft wird nach § 182 Abs. 4 StGB zwar auch der Versuch. Ihre bisherigen Annäherungsbemühungen können jedoch noch nicht als konkreter Versuchsbeginn bewertet werden.

Auch eine Strafbarkeit wegen Beleidigung nach § 185 StGB kommt nicht in Betracht. Zum einen hat der Begriff „Süßer" schlicht keinerlei ehrenrührigen Inhalt. Zum anderen war Ihr Bekannter mit dieser Bezeichnung ohnehin stets einverstanden.


2. Die Drohungen des Vaters sind rechtswidrig

Die vom Vater ausgesprochene Drohung, eher würde Strafanzeige erstatten, falls Sie ihm nicht 250 EUR überweisen, ist rechtswidrig. Mit dieser Drohung hat sich der Vater der versuchten Erpressung nach § 253 Abs. 1 StGB strafbar gemacht.

Sie haben daher durchaus die Möglichkeit, gegen den Vater Strafanzeige zu erstatten. Hierbei sollten Sie jedoch im Auge behalten, wie sich ein solcher Schritt auf Ihre Freundschaft zu dem Jugendlichen auswirken könnte.


Ich hoffe sehr, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben. Bei Unklarheiten stehe ich Ihnen für eine Rückfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
Christian D. Franz, Rechtsanwalt


ANTWORT VON

(81)

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