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Versuchte gefährliche Körperverletzung und Beleidigung

| 08.08.2009 13:34 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag,

ich habe mich vor ca. 1 Monat von meiner Freundin getrennt, bin aber nicht sofort ausgezogen, weil sie mich darum bat, noch bis Ende des folgenden Monats zu bleiben, um die Miete zur Hälfte weiter zu zahlen. Zudem ich noch keine neue Wohnung gefunden hatte.

Später haben wir uns erneut gestritten, sie forderte mich auf, die gemeinsame Wohnung zu verlassen bzw. früher als geplant auszuziehen. Dies wollte ich nicht mit mir machen lassen und sagte ihr, dass ich bis Ende des Monats Miete gezahlt habe und bis dahin bleiben könne. Jedoch bin ich noch am selben Abend ausgezogen, weil ich es ohnehin vorhatte.

Meine Freundin sei an diesem Tag zur Polizei gegangen und hat dort ihre Lage geschildert. Daraufhin habe sie angegeben, ich hätte einen Monat vorher eine Plastikflasche nach ihr geworfen. Ich hätte sie getroffen, wenn sie nicht ausgewichen wäre. Ich habe mich nach damals nach dem Streit in mein Zimmer zurück gezogen, sie folgte mir und fing wieder an. Ich wollte endlich meine Ruhe haben und habe eine Plastikflasche gegen die Wand geworfen, um sie zu erschrecken. Sie gab jedoch an, ich hätte versucht, sie zu treffen. Dies war definitiv nicht der Fall, noch mein Wunsch/Vorsat. Auf Schienbeinhöhe ist die Flasche an der Wand mit Abstand von ihr gelandet. Tatsächlich habe ich sie beleidigt, das stimmt. Jedoch hatte ich nie vor oder versucht, sie zu verletzen.

Sie habe keine Anzeige gestellt. Die Beamten hätten ihr vorgeschlagen, mich aus der Wohnung zu entfernen, was sie jedoch auch nicht wollte. Nun erhielt ich als Beschuldigter von der Polizei eine Einladung, da ein Ermittlungsverfahren gegen mich läuft.

Warum wird mir der Vorwurf einer versuchten KV gemacht, obwohl dies weder beabsichtigt noch wahrscheinlich war? Was sollte ich tun? Einen Anwalt aufsuchen oder erst ein Mal zur Polizei zur Aussage gehen?

Vielen Dank für Ihre Mühen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Frage und das damit entgegen gebrachte Vertrauen.

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Ihre Freundin evtl. doch eine Anzeige gegen Sie bei der Polizei erstattet hat oder aber die Polizei die Angaben Ihrer Freundin für so schwerwiegend hält, dass ein öffentliches Interesse an der Ermittlung besteht. Genaueres lässt sich aber nur nach Akteneinsicht dazu sagen.

Bislang kennt die Polizei nur die Schilderungen Ihrer Freundin, die ja wohl behauptet, dass Sie eine Flasche nach ihr geworfen haben. Ihre Sicht der Dinge kennt die Polizei nicht und kann daher die Sache bislang nur nach den Angaben Ihrer Freundin einschätzen. Hätten Sie tatsächlich die Flasche nach ihr geworfen, könnte eine versuchte Körperverletzung vorliegen. Um den Sachverhalt weiter aufzuklären und auch die Angaben Ihrer Freundin zu überprüfen, leitet die Polizei das sogenannte Ermittlungsverfahren ein, in dem auch der Beschuldigte vernommen wird. Insoweit, ist es nicht verwunderlich, dass Sie zu der Vernehmung geladen wurden.

Sie müssen als Beschuldigter bei der Polizei aber keine Aussagen machen. Sie haben schon jetzt das Recht, einen Verteidiger zu beauftragen. Die Beauftragung eines Verteidigers bedeutet auch kein indirektes Schuldeingeständnis und darf nicht zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden.

Ein Verteidiger hat die Möglichkeit, Akteneinsicht zu beantragen und den bisherigen Verfahrensstand mit Ihnen zu besprechen, bevor Sie eine Aussage machen. Diese Vorgehensweise ist in aller Regel für den Beschuldigten sehr viel günstiger. Ein Verteidiger wird Sie nämlich davor bewahren, sich ungewollt selbst zu belasten oder sonstige ungünstige Aussagen zu machen.

Auch wenn Sie die Ihnen vorgeworfene Tat nicht begangen haben, rate ich Ihnen daher, den Vernehmungstermin bei der Polizei nicht wahrzunehmen und zunächst keine Aussage zu machen. Stattdessen sollten Sie tatsächlich schon jetzt so schnell wie möglich einen Rechtsanwalt als Verteidiger beauftragen, damit dieser Akteneinsicht nehmen kann. Erst nach der Akteneinsicht lässt sich beurteilen, wie Sie den Sachverhalt am besten aus Ihrer Sicht darlegen können und den Ihnen unterstellten Verletzungswillen widerlegen können.

Der Polizei sollten Sie nur mitteilen, dass Sie einen Verteidiger beauftragen werden und damit den Vernehmungstermin erst einmal absagen. Auf gar keinen Fall aber sollten Sie Angaben zur Sache machen.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort für das weitere Vorgehen weiterhelfen konnte und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2009 | 16:07

Sehr geehrte Frau Jacobi,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Angenommen, es gelingt mir nicht ausreichend glaubhaft klar zu stellen, dass meine "Aktion" nicht zum Ziel hatte meine Freundin zu treffen, sondern nur zu erschrecken. Welches Strafmaß würde mich (in Kombination mit der Beleidigung) realistisch erwarten?

Ich weiß, dass dies nur rein spekulativ zu beantworten ist, aber da ich damit nicht so vertraut bin wie Sie, interessiert mich Ihre Meinung dazu.

Natürlich werde ich schon am Montag einen Anwalt beauftragen und die Polizei davon in Kenntnis setzen.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.08.2009 | 18:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

für eine einfache Körperverletzung nach § 223 StGB beträgt das Strafmaß Geldstrafe bishin zu 5 Jahren Freiheitsstrafe. Bei einem Versuch kann gem. § 23 Abs. 2 StGB milder bestraft werden. In Ihrem Fall ist mit großer Sicherheit mit einer Geldstrafe zu rechnen. Bei Beleidigung nach § 185 StGB beträgt der Strafrahmen Geldstrafe bishin zu 2 Jahren Freiheitsstrafe. Beide Delikte würden also in aller Regel mit einer Geldstrafe bestraft, wobei noch zu klären wäre, wie die beiden Taten genau zueinander stehen und wie sie insgesamt zu gewichten sind. Eine verbindliche Einschätzung über die Gesamtstrafhöhe kann im Rahmen dieses Forums nicht seriös vorgenommen werden. Meine Angaben sind deshalb nur eine vorläufige Einschätzung aufgrund Ihrer Angaben und meiner bisherigen Erfahrungen bei den hiesigen Gerichten.

Ausgehend davon, dass Sie nicht vorbestraft sind, würde ich bei einem Ersttäter in Ihrem Fall insgesamt eine Geldstrafe von ca. 30 bis 35 Tagessätzen für wahrscheinlich halten. Ein Tagessatz entspricht vereinfacht ca. 1/30 Ihres Nettoeinkommens.

Dabei muss ich darauf hinweisen, dass die einzelnen Gerichte u. U. milder oder auch strenger bestrafen können. Ein vor Ort tätiger Verteidiger wird das zu erwartende Strafmaß nach der Akteneinsicht sicherlich noch sehr viel genauer einschätzen können. Eine Freiheitsstrafe ist aber für einen Ersttäter mit Sicherheit nicht zu erwarten. Sollten Vorstrafen bestehen, wird sich die zu erwartende Strafe wohl erhöhen. Wie hoch dann die Strafe ausfallen würde, hängt u. a. von den Vorstrafen ab, so dass an dieser Stelle dazu keine Angaben möglich sind.

Ich hoffe, dass ich damit die Nachfrage beantwortet habe und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 08.08.2009 | 16:08

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