Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versuchte Nötigung

17.08.2016 12:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


15:04

Zusammenfassung: Ist die Drohung mit einer Strafanzeige als Nötigung zu bewerten

Ein Strafrechtsprofessor A droht B mit Anzeige wg. Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener, falls B nicht die Behauptung unterlässt, dass der angeblich "Verunglimpfte" C im Rahmen eines Seelsorgegespräches von B über einen Missbrauch erfahren habe und iC und B infolge dessen innerhalb dieses Gespräches vereinbart hätten, C zum Ausgleich seiner erlittenen Not von B ein berufliches Privileg zu gewähren. A fordert einen Beweis des Vereinbarten, was B nicht möglich ist und C zwischenzeitlich verstorben ist.
Da die angedrohte Anzeige A als Nichtangehöriger gar nicht möglich ist und er dies wissen müsste, liegt hier ein Nötigungsversuch vor???
17.08.2016 | 13:24

Antwort

von


(111)
Hohenzollernring 57
50672 Köln
Tel: 0221 - 95279564
Web: http://www.wuebbe-rechtsanwalt.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Nötigen bedeutet, einen Menschen ein von ihm nicht gewolltes Verhalten (Handeln, Dulden oder Unterlassen) aufzwingen.
Wenn man Ihnen also ein Verhalten absprechen möchte, indem man mit einer Strafanzeige droht (dies unabhängig davon, ob er diese stellen könnte), kann hierin schon eine Nötigung zu sehen sein. Denn das Schutzgut der Vorschrift ist die freie Willensentschließung und Willensbetätigung (BVerfGE 73, 206, 237). Eine Drohung mit einem empfindlichen Übel liegt vor, wenn der angedrohte Nachteil geeignet ist, einen besonnenen Menschen zu dem geforderten Handeln zu veranlassen. Dies gilt sowohl für angedrohte gerichtliche Schritte (vgl. Fischer § 240 Rn. 33; Becker Anm. zu BGH NStZ 2014, 149, 155) wie auch hinsichtlich der angedrohten Strafanzeigen (BGH NJW 2014, 401, 403 Rn. 52). Insofern liegt hier eine Nötigung vor.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

RA M. Wübbe


Rechtsanwalt Michael Wübbe

Nachfrage vom Fragesteller 17.08.2016 | 13:57

Wenn die Drohung mit einem empfindlichen Übel sozialadäquat ist, liegt keine Nötigung vor (Beispiel: Der Gläubiger droht damit, Klage zu erheben, wenn nicht gezahlt wird). Die Verwerflichkeit ist aber in der Regel gegeben, wenn körperlicher Zwang ausgeübt wird oder aber das Nötigungsziel für sich genommen rechtswidrig ist.

Könnte der Strafrechtsprofessor nicht mit Sozialadäquatheit seiner Drohung argumentieren, um Schaden vom Ruf des Verstorbenen abzuwenden?
Das Ziel des Täters, Beweise für Behauptungen des B zu fordern, ist ja nicht rechtswidrig ...

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.08.2016 | 15:04

Sehr geehrter Fragesteller,
gern beantworte ich die gestellt Nachfrage wie folgt.

Es geht aber bei der Drohung mit einer Klage auf Zahlung bei rechtswidriger Weigerung darum, dass eine berechtigte Forderung verfolgt wird. Dies ist also mit ihrem geschilderten Fall nicht vergleichbar.

Der Drohende kann Sie nur rechtmäßig "bedrohen", wenn ihre Aussagen nachweislich unwahr sind. Im Übrigen dürfen Sie die Tatsachen behaupten, die der Wahrheit entsprechen.

Beste Grüße,

RA M. Wübbe

ANTWORT VON

(111)

Hohenzollernring 57
50672 Köln
Tel: 0221 - 95279564
Web: http://www.wuebbe-rechtsanwalt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Insolvenzrecht, Strafrecht, Zivilrecht, Tierrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70047 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und fundierte Antwort bei einem komplexen Thema. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen