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Versuchte Körperverletzung?


27.05.2007 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Hallo!

Ich war mit meinem Freund und einem befreundeten Päarchen auf einem Weinfest. Mein Freund trifft dort eine alte Bekannte aus Kindertagen zufällig wieder. Die beiden kennen sich seit 30 Jahren. Sie hat sich zu uns mit an den Tisch gesetzt und sie haben sich unterhalten. Das ganze ging ca. 1 Std, als plötzlich ihr Freund, der am Nachbartisch saß aufsteht und meinen Freund anpöbelt: Er soll endlich aufhören seine Freundin anzumachan und anzufingern. Er wurde richtig agressiv und at nicht aufgehört meinen Freund anzbrüllen. Mein Freund ist ganz ruhig geblieben. Die anderen leute haben den agressiven Kerl dann weggezogen und sie sind dann gegangen. Seiner Freundin war das auch alles schon ganz peinlich und sie hat sich bei uns noch entschuldigt.
Wir saßen dann noch ca. 10 min da als der Typ plötzlich ohne Vorwarnung, es hat ihn keiner gesehen, meinem Freund von hinten mit ausgetrecktem Bein gegen den Kopf treten wollte. Er hat Gott sei Dank nicht richtig getroffen. Mein Freund ist aufgestanden und der andere hat ihn noch mit der Faust auf die Stirn gechlagen. Mein Freund hat nicht zugeschlagen sondern nur abgewhrt. Danach war der Typ plötzlich verschwunden und wir haben die Polizei gerufen. Waren auch im Krankenhaus wegen der Platzwunde am Kopf.
der typ war sicherich betrunken, aber ich weiß nicht wieviel Promille er gehabt hat.
Meine Frage: Ist das ein Fall von versuchter Körperverletzung oder auf was würde das hinauslaufen?
Hat der Kerl überhaupt mit einer Strafe zu rechnen? Und wenn ja mit was?


Vielen Dank!

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall den Gang zu einer Kollegin/ einem Kollegen vor Ort ersetzt.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann nämlich die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und eingesetzten Betrag wie folgt:

Gemäß § 223 StGB (KÖRPERVERLETZUNG) wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahre oder mit Geldstrafe bestraft, wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit schädigt.
Unter einer Gesundheitsschädigung versteht man das Hervorrufen oder Steigern eines auch nur vorübergehenden krankhaften Zustandes.
Körperliche Misshandlung ist eine üble unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt.
Durch den Schlag auf die Stirn und die dadurch verursachte Platzwunde am Kopf, liegt zum einen eine Gesundheitsschädigung und zum anderen eine körperliche Misshandlung vor.
Der Angreifer hat sich also einer Körperverletzung strafbar gemacht.

Bei (einfacher) Körperverletzung handelt es sich um ein Antragdelikt, d.h. die Tat wird gemäß § 230 StGB nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, dass die Strafverfolgungsbehörde (= Staatsanwaltschaft) wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten für geboten hält.
Ein besonderes Interesse wird namentlich bejaht, wenn der Täter einschlägig vorbestraft ist, roh oder besonders leichfertig gehandelt hat, durch die Tat eine erhebliche Verletzung verursacht wurde oder dem Opfer wegen seiner persönlichen Beziehung zum Täter nicht zugemutet werden kann, Strafantrag zu stellen.

Prozessvoraussetzung ist also entweder ein Strafantrag des Verletzten (also Ihres Freundes) oder das Vorliegen des besonderen öffentlichen Interesses.

Falls Ihr Freund auf eine Bestrafung des Angreifers wert legt, sollte er bei der Polizei Strafantrag stellen, da im Vorfeld nicht beurteilt werden kann, ob die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse bejaht oder nicht.
Es handelt sich um eine ERMESSENSENTSCHEIDUNG des Staatsanwaltes.

Der Strafantrag muss gemäß § 77b StGB innerhalb einer Frist von 3 Monaten gestellt werden.

Welche Strafe der Angreifer im Falle einer Verurteilung zu erwarten hat, kann an dieser Stelle nicht seriös beurteilt werden.
Denn die Höhe/ Form der Strafe ist von mehreren Faktoren abhängig, die unbekannt sind.
Hierbei spielen vor allem frühere Verurteilungen eine Rolle.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller

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