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Versteuerung von nachträglichen Entschädigungszahlungen

| 27.03.2015 19:11 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Fünftelregelung beim Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber

Aufgrund einer betriebsbedingten Kündigung wurde 2014 eine Abfindung (A) vereinbart. Das Arbeitsverhältnis endete in 2014. Die Abfindung wurde aus steuerlichen Gründen, d.h. zur optimalen Nutzung der Fünftelregelung, nach 2015 verschoben.

Noch in 2014 - vor Auszahlung der Abfindung - wurden nachträglich zwei zusätzliche Entschädigungszahlungen aus einem sog. Härtefallbudget vom Arbeitgeber bewilligt. Die erste nachträgliche Entschädigungszahlung (B) wurde noch in der Dezember Gehalts-Abrechnung 2014 vom Arbeitgeber aufgeführt, aber nicht ausgezahlt. Im Fortgang wurde in 2014 eine zweite nachträgliche und zusätzliche Entschädigungszahlung (C) aus demselben Härtefallbudget vereinbart, ebenfalls zur Auszahlung in 2015.

Im Januar 2015 kam schließlich die ursprünglich vereinbarte Abfindung (A), nach der Fünftelregelung versteuert, und die zweite Entschädigungszahlung (C), normal versteuert, zur Auszahlung. Die Entschädigungszahlung (B) ist dann im März 2015 zur Auszahlung gekommen - ebenfalls nicht unter Berücksichtigung der Fünftelregelung.

Frage: Da es sich bei allen drei Zahlungen um Entschädigungszahlungen handelt. Hätte der Arbeitgeber nicht alle Entschädigungszahlungen im Januar 2015 zusammenfassen und die Fünftelregelung zur Anwendung bringen müssen?

Ist es aufgrund einer entsprechenden Darstellung möglich, die Besteuerung der nachträglichen Zahlungen (B) und (C) notfalls über den Einkommenssteuerjahresausgleich zur Besteuerung nach der Fünftelregelung nachträglich korrigieren zu lassen? In den betroffenen Gehalts-Abrechnungen sind die zusätzlichen Entschädigungen nur als „Sonderzahlungen" aufgeführt.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass Arbeitgebern, bei denen in 2014 die Abfindung zur Auszahlung bekommen ist, Anteile aus dem Härtefallbudget in einem Betrag mit der Abfindung ausgezahlt wurden unter Berücksichtigung der Fünftelregelung als Gesamtsumme.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Da es sich bei allen drei Zahlungen um Entschädigungszahlungen handelt. Hätte der Arbeitgeber nicht alle Entschädigungszahlungen im Januar 2015 zusammenfassen und die Fünftelregelung zur Anwendung bringen müssen?


Ja
Ich schließe mich auch Ihrer Auffassung an, dass es sich bei allen drei Zahlungen um Entschädigungszahlungen nach § 24 Ziff. 1 EStG handelt mit der Folge, dass sie nach der Fünftelregelung zu besteuern sind, falls die Voraussetzungen des §34 EStG vorliegen. Ihr Arbeitgeber hätte alle Entschädigungszahlungen im Januar 2015 zusammenfassen und die Fünftelregelung zur Anwendung bringen müssen.


2. Ist es aufgrund einer entsprechenden Darstellung möglich, die Besteuerung der nachträglichen Zahlungen (B) und (C) notfalls über den Einkommenssteuerjahresausgleich zur Besteuerung nach der Fünftelregelung nachträglich korrigieren zu lassen?

Ja, wenn Sie das beantragen und die Voraussetzungen des §42 d EStG erfüllt sind :

§ 42 d EStG :


Der Arbeitgeber ist berechtigt, seinen unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Arbeitnehmern, die während des abgelaufenen Kalenderjahres (Ausgleichsjahr) ständig in einem zu ihm bestehenden Dienstverhältnis gestanden haben, die für das Ausgleichsjahr einbehaltene Lohnsteuer insoweit zu erstatten, als sie die auf den Jahresarbeitslohn entfallende Jahreslohnsteuer übersteigt (Lohnsteuer-Jahresausgleich).

….Für den Lohnsteuer-Jahresausgleich hat der Arbeitgeber den Jahresarbeitslohn aus dem zu ihm bestehenden Dienstverhältnis festzustellen. Dabei bleiben Bezüge im Sinne des § 34 Absatz 1 und 2 Nummer 2 und 4 außer Ansatz, wenn der Arbeitnehmer nicht jeweils die Einbeziehung in den Lohnsteuer-Jahresausgleich beantragt".

Sie können auch (alternativ) selbst eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen.


3. In den betroffenen Gehalts-Abrechnungen sind die zusätzlichen Entschädigungen nur als „Sonderzahlungen" aufgeführt.


Aus diesem Grund wird wohl eine Erklärung gegenüber dem Finanzamt bzw. neuen Arbeitgeber, der den Lohnsteuerausgleich durchführen wird erforderlich, dass es sich um die Entschädigungszahlungen nach § 24 Ziff. 1 EStG handelt.


4. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass Arbeitgebern, bei denen in 2014 die Abfindung zur Auszahlung bekommen ist, Anteile aus dem Härtefallbudget in einem Betrag mit der Abfindung ausgezahlt wurden unter Berücksichtigung der Fünftelregelung als Gesamtsumme.
Das würde auch für den Entschädigungscharakter und daher für die Anwendung der Fünftelregelung sprechen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 29.03.2015 | 14:46

Sehr geehrte Frau Liubov Zelinskij-Zunik,
danke für den Nachsatz und die Anwort auf den Kommentar. Ich war nicht eingeloggt, so dass die Nachfragefunktion nicht sichtbar war. Dann sei darauf hoffnungsvoll drauf vertraut, dass dass Finanzamt sich mit einem Eintrag in die entsprechende Zeile im EKSt-Formular und den Abrechnungen über "Sonderzahlungen" zufrieden gibt...
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.03.2015 | 14:53

....ja man kann dem FA auch eine Erklärung zu den Unterlagen schicken

Freundliche Grüße Zelinskij

Bewertung des Fragestellers 29.03.2015 | 14:47

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Hinsichtlich Punkt zwei ist nicht wirklich erklärt worden, "wie" man die Fünftelregelung ggf. selbst während der Einkommensteuerung beantragt, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht nach der Fünftelregelung veranlagt hat - also, was genau hierzu getan werden muss. Hier steht nur, dass dies möglich ist und der Arbeitgeber für fehlerhafte Berechnung haftet.

Nachsatz: Hat sich erledigt - alles komplett beanwortet.

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