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Versteuerung von einnahmen aus Kommissionsvermietung

06.02.2017 14:49 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Hallo,

ich beabsichtige mit einen Onlineshop einen Vertrag abzuschliesen. Der Vertrag sieht vor das ich dem Händler Technischegeräte aus meinen Privatbesitz für die dauer des Vertrages überlasse. Diese wird dann von dem Händler auf seiner Seite zur Vermietung angeboten. Ich soll dann jeden Monat eine Kommissionsabrechnung erhalten und die meinen Anteil überwiesen bekommen. Nun würde ich gerne wissen wie dies zu handhaben ist. Reicht es dies dann mit meiner Einkommenssteuererklärung mit anzugeben. Und wenn ja unter welchen Punkten? Oder ist noch etwas anderes zu beachten?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Ja, dies sollte grundsätzlich im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung genügen. Es ergeben sich hier gemäß § 21 Abs. 1 Nr. 2 EStG Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, welche entsprechend in der Anlage V zur Einkommensteuererklärung zu vermerken sind. Beachten Sie bitte dabei, dass je nach vertraglicher Ausgestaltung im Kommissionsgeschäft die vom Kommissionär vereinnahmte Miete als Ihre Einkunft zählt und die Kosten des Kommissionsgeschäfts hiervon als Aufwendungen davon abzuziehen sind.

Soweit das Geschäft mit der Vermietung gegenüber dem Kunden also unterhalb von 17.500 Euro bleibt, können Sie hier von der sogenannten Kleinunternehmerregelung des § 19 UStG Gebrauch machen, ansonsten wird das Kommissionsvermietungsgeschäft wohl umsatzsteuerlich mit 19% USt zu behandeln sein.
Die Verfahrensweise hinsichtlich der dann abzuführenden Umsatzsteuer nach einer ggf. abzugebenden Umsatzsteuervoranmeldung (Termine bis 10. des Folgemonats) hängt von den erwirtschafteten Umsätzen ab.

Ich möchte wegen der o.g. Vermögensverwaltung hier nicht von einer gewerblichen Tätigkeit sprechen, welche gern von den Finanzbehörden angenommen werden wird und sodann eine Gewerbesteuerverpflichtung eröffnet (Beachten Sie den Freibetrag in Höhe von 24.500 Euro pro Jahr).

Grundsätzlich wären neu gegründete Betriebe für eine Dauer von bis zu 18 Monaten nach Anmeldung eine monatliche Umsatzsteuervoranmeldung und Abführung der ermittelten Steuerlast bis zum 10. des Folgemonats vorzunehmen, dies triff jedoch nach meiner Auffassung nicht für die eigene Vermögensverwaltung zu. Sprechen Sie dies doch einmal direkt mit dem für Sie zuständigen Finanzamt an und lassen Sie sich eine wenn möglich schriftliche Bestätigung hierfür geben. Unter Umständen sind Sie bei einer Umsatzsteuerveranlagung von Beginn an nur zur Regelbesteuerung mit einer vierteljährlichen Umsatzsteuervoranmeldung zum 10. des jeweiligen Folgemonats oder gar nur zu der jährlichen Umsatzsteuererklärung (bis zum Mai des Folgejahres bzw. ab 2017 bis zum 31.07.) verpflichtet.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Nachfrage vom Fragesteller 06.02.2017 | 16:33

"
Ja, dies sollte grundsätzlich im Rahmen der privaten Vermögensverwaltung genügen. Es ergeben sich hier gemäß § 21 Abs. 1 Nr. 2 EStG Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, welche entsprechend in der Anlage V zur Einkommensteuererklärung zu vermerken sind."

Dies wäre dann unter "Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung unbebauter
Grundstücke,von anderemunbeweglichen Vermögen,vonSachinbegriffe sowie aus Überlassung von Rechten" einzutragen ?

" Beachten Sie bitte dabei, dass je nach vertraglicher Ausgestaltung im Kommissionsgeschäft die vom Kommissionär vereinnahmte Miete als Ihre Einkunft zählt und die Kosten des Kommissionsgeschäfts hiervon als Aufwendungen davon abzuziehen sind. "

Hier bin ich grade Stutzig. Ich würde laut Vertrag so Bezahlt werden : "Bezahlung an den Konsignanten. Der Konsignant hat Anspruch auf
50% des Nettomietpreises. Das Unternehmen hat Anspruch auf 50%
des Nettomietpreises für die Vermietung der Ausrüstung in
Erfüllung dieses Vertrages. Das Unternehmen soll den
Konsignantenanteil am Ende jeden Monats an den Konsignanten
auszahlen." Muss ich also meinen Anteil oder den Gesamt betrag angeben?

Die zu erwartenen Mieteinnahmen werden unterhalb der 17.500 Bleiben.
Also sollte ich schon im Vorraus dies beim Finanzamt an melden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.02.2017 | 17:04

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Genau, diese Einkünfte tragen Sie unter Randnummer 32 in der Anlage V ein.
Hingegen die Kommissionierungskosten als Aufwand in Zeile 47 bzw. 49 auf Seite 2 der Anlage.

Aufgrund der Natur des Kommissionsgeschäftes handelt der Kommissionär im eigenen Namen für fremde (Ihre) Rechnung, so dass der daraus entstehende Umsatz (RN 32) Ihnen vollständig zuzurechnen ist. Die Kosten des Kommissionärs (RN 47 bzw. 49) sind als Werbungskosten dagegen zu rechnen.

Soweit Sie im laufenden Jahr erwartungsgemäß nicht mehr als 50.000 Euro vereinnahmen werden und im Vorjahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro nicht überschritten hatten, bedarf es keiner Anzeige gegenüber des Finanzamtes.

Sie sollten jedoch unmittelbar bei Überschreiten der 17.500 Euro Freigrenze in einem Steuerjahr darauf einstellen, ab dem 01.01. des Folgejahres mit der 19 %-igen Umsatzsteuer zu arbeiten, da Sie verpflichtet sind auf sämtliche vereinnahmten Umsätze diese an das FA abzuführen. Grundsätzlich würde ich von der Regelversteuerung, also der Vierteljahresfrist, ausgehen. Soweit hier das FA veranlasst ist dies anders zu sehen, wird dieses sich schon entsprechend bei Ihnen melden und Sie zu einer anderweitigen Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung auffordern.
Es sei angemerkt, dass die 10 Tage Frist zuweilen recht kurz bemessen ist. Durch einen Antrag auf Dauerfristverlängerung muss die Umsatzsteuervoranmeldung dann erst bis zum 10. des darauf folgenden Monats abgegeben werden (also für das 1. Quartal bis zum 10 Mai, anstatt bis zum 10 April). Hierfür verlangt das FA aber eine Vorauszahlung in Höhe von 1/11 der durchschnittlichen jährlichen Umsatzsteuerzahllast.


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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