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Versteuerung ausländischer Mieteinnahmen

| 03.10.2018 14:18 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Vermietungseinkünfte aus EU-Ländern sind nach § 32b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 EStG in Deutschland in der Einkommensteuererklärung nicht zu berücksichtigen. Sie fließen nicht in den Progressionsvorbehalt ein und erhöhen nicht der Steuertarif. Verluste aus Vermietung wirken sich allerdings dadurch auch nicht steuermindernd aus.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Meine Verlobte ist polnische Staatsbürgerin, ich bin Deutscher, wir wohnen und arbeiten beide dauerhaft in Deutschland. Wir möchten in Polen Wohnungen als Geldanlage erwerben. Meine Frage bezieht sich auf die Versteuerung:

Die Mieteinnahmen werden soweit ich verstehe in Polen bereits versteuert, aber zählen zu unserem steuerlichen Welteinkommen. Soweit ich es verstehe, muss man es nicht erneut in Dt versteuern, aber die steuerliche Bemessungsgrundlage bzw. der Steuersatz meiner Einkommensteuer ändert sich.

Es könnte möglicherweise vorteilhafter sein, diese Mieteinnahmen in einem Jahr meinem, im anderen Jahr dem Einkommen meiner Verlobten zuzurechnen.
Je nach Einkommen, Steuerklasse, etc.

Ist es möglich, jedes Jahr zu entscheiden, wem die Mieteinnahmen zugerechnet werden?

Wenn ja, was ist hierfür Voraussetzung?
-Muss der Kaufvertrag auf uns beide lauten? Der Kauf wird von meinem Schwiegervater in Vollmacht unterzeichnet werden, aber meine Verlobte und ich bezahlen die Wohnung.
-Muss zB der Grundbucheintrag auf uns beide lauten? (Das wird der Fall sein, da wie beide bezahlen)
-Muss der Mietvertrag auf uns beide als Vermieter lauten? (Wir werden meine Schwiegereltern bevollmächtigen, den Mietvertrag zu unterschreiben).
-Muss das Konto, auf dem die Mieteinnahmen eingehen, auf uns beide lauten?

Und wie setzt man das um?
-Reicht es zB die Einnahmen in einem Jahr in der einen, im anderen Jahr in der anderen Steuererklärung anzugeben?

Vielen Dank
03.10.2018 | 19:46

Antwort

von


(179)
Unterer Schenkgarten 10
55218 Ingelheim
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Im deutschen Steuerrecht werden die Mieteinnahmen derjenigen Person zugerechnet, die gegenüber den Mietern als Vermieter auftritt. Dies muss nicht der Eigentümer sein. Ein Wahlrecht, wem Mieteinkünfte zugerechnet werden, besteht hier in Deutschland nicht. Da die Besteuerung der Mieteinnahmen nach dem Doppelbesteuerungsabkommen in Polen zu versteuern sind und somit in Deutschland steuerfrei sind, müssen Sie sich über die dort geltenden Vorschriften über die Zurechnung von Mieteinnahmen informieren.
Zivilrechtlich sollte es eindeutig sein, wem welche Wohnung als Eigentümer zugerechnet wird.
Häufig unterliegen Einkünfte, die nach einem Doppelbesteuerungsabkommen im Ausland zu versteuern sind, in Deutschland dem sogenannten Progressionsvorbehalt, § 32b EStG. Dadurch wird der Steuertarif allgemein erhöht.
Dies gilt nach der Rechtsprechung des EuGH jedoch nicht innerhalb der EU für Vermietungseinkünfte. Der deutsche Gesetzgeber hat dies mit § 32b Abs. 1 S. 2 Nr. 3 EStG ausdrücklich geregelt:
Die Grundregel ist, dass nach § 32b Abs. 1 S. 1 Nr. 3 EStG Einkünfte, die nach einem Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung steuerfrei sind, in den Progressionsvorbehalt einzubeziehen sind.
Nach § 32b Abs. 1 Satz 2 Nr. 3 EStG gilt dies nicht bei Vermietung von unbeweglichem Vermögen, das nicht in einem Drittstaat belegen ist. Hiermit sind folglich Vermietungen in EU-Ländern gemeint.
Sie müssen sich bei dem Erwerb der Wohnungen somit keine Gedanken über eine Besteuerung in Deutschland machen. Vermietungseinkünfte werden hier nicht besteuert.


Nachfrage vom Fragesteller 17.10.2018 | 13:19

Haben Sie vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich entnehme Ihrer Antwort, dass Vermietungseinkünfte, die in EU-Ländern erzielt werden, in Deutschland nicht besteuert werden, und nicht dem Progressionsvorbehalt unterliegen.

Erlauben Sie mir bitte die Rückfrage:
Heißt das, dass ich diese Art Einkünfte in der Einkommensteuererklärung gar nicht angeben muss?

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2018 | 13:36

Ja, diese Einkünfte müssen Sie gar nicht angeben.

Mit freundlichen Grüßen
Marlies Zerban

Bewertung des Fragestellers 18.10.2018 | 07:30

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Stellungnahme vom Anwalt:
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 18.10.2018
5/5,0

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ANTWORT VON

(179)

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Einkommensteuerrecht, Internationales Steuerrecht