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Versteuern einer Gebäude-Versicherungsleistung bei gewerblichem Anteil am Haus

08.11.2019 12:25 |
Preis: 53,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


In mein Gebäude, das zur Hälfte privat und zur anderen Hälfte gewerblich mit meinem Geschäft genutzt wurde, hat der Blitz eingeschlagen.

Die Gebäudeversicherung hat zunächst den Zeitwert ersetzt und mich vor die Wahl gestellt, es dabei zu belassen (also nicht neu zu bauen) oder ein neues Haus zu bauen. Im zweiteren Fall wurde mir nochmal eine Summe als sog. Neubauspitze zugesichert.

Ich habe mich dazu entschieden neu zu bauen und da ich mit meiner Firma inzwischen zur Miete untergekommen bin, baute ich ein reines Wohnhaus zur Vermietung.

Ist es richtig, dass ich nun 50% der sog. Neubauspitze, die von der Versicherung ausbezahlt wurde, zum vollen Einkommensteuersatz versteuern muss, da es sich um einen angeblichen Gewinn beim gewerblichen Anteil handelt?

Mit anderen Worten:
Wäre das Gebäude rein privat gewesen, dann hätte ich die volle Summe der Versicherung für den Neubau verwenden können. Da das Gebäude jedoch zur Hälfte gewerblich war, muss ich die Hälfte der Summe, die über den Zeitwert hinaus geht, als Gewinn versteuern?
08.11.2019 | 14:20

Antwort

von


(10)
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56626 Andernach
Tel: 01747154264
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider müssen Sie tatsächlich die Versicherungsleistung in Höhe des Teils versteuern, der nunmehr vermietet wird, und zwar im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung.

Vergleichen Sie bitte dazu ein Grundsatzurteil des Bundesfinanzhofes: BFH vom 02. Dezember 2014 - IX R 1/14 BStBl 2015 II S. 493 .

Der BFH stellte fest, dass
Einnahmen anzunehmen sind, soweit die Leistung der Versicherung den Zweck hat, Werbungskosten (in Ihrem Fall: Betriebsausgaben für den gewerblich genutzten Gebäudeteil) zu ersetzen. Davon geht der BFH in mittlerweile ständiger Rechtsprechung aus. Er hat dies u.a. ausdrücklich bejaht für Leistungen mit dem Zweck, den in Form von AfaA berücksichtigten Wertverlust auszugleichen. Solche Zahlungen sind im Jahr des Zuflusses steuerpflichtige Einnahmen bei der Einkunftsart, bei der die Aufwendungen vorher als Werbungskosten abgezogen worden sind. Für den gewerblich genutzten Teil Ihres Hauses haben Sie in der Vergangenheit AfaA geltend gemacht.

Einnahmen sind gemäß § 8 Abs. 1 EStG alle Güter in Geld oder Geldeswert, die dem Steuerpflichtigen im Rahmen einer der Einkunftsarten des § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 bis 7 EStG zufließen. Die Vermögensmehrung muss durch eine der Einkunftsarten veranlasst sein. Zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG ) gehören nicht nur die für die Überlassung eines Gegenstandes gezahlten Miet- oder Pachtzinsen, sondern auch alle sonstigen Entgelte, die in einem objektiven wirtschaftlichen oder tatsächlichen Zusammenhang mit der Einkunftsart stehen und damit durch sie veranlasst sind.

Maßgeblich ist danach, ob die empfangene Zahlung bei wertender Beurteilung des die Vorteilszuwendung auslösenden Moments als der vermietenden Tätigkeit zugehörig anzusehen ist. Davon ist allerdings nicht nur dann auszugehen, wenn der maßgebliche Bestimmungsgrund ausschließlich der Erwerbssphäre zuzurechnen ist; ausreichend ist vielmehr eine Mitveranlassung in dem Sinne, dass das auslösende Moment des erhaltenen Vorteils nach der an den Umständen des Einzelfalls auszurichtenden Wertung in signifikantem Ausmaß zumindest auch der Erwerbssphäre zuzuordnen ist.

In Ihrem Fall ist die Zurechnung der Versicherungsleistung zur nunmehrigen Einkunftsart Vermietung und Verpachtung anzusehen und damit (anteilig) einkommesteuerpflichtig.

Ich hoffe, Ihnen damit nicht den Tag verdorben zu haben, und verbleibe mit freundlichem Gruß!


Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien

ANTWORT VON

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