Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.329
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versteckter Mange bei Audio-Gerät


| 06.12.2009 18:25 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke



Ich habe 1997 eine sehr teure Stereoanlage bei einem Fachhändler gekauft. Der Endverstärker allein kostete damals ca. 6000,- DM. Die Lautsprecher-Kabel (vom Endverstärker zu den Lautsprechern) habe ich auch bei diesem Fachhändlier gekauft. Diese Kabel wurden speziell auf die gewünschte Länge konfektioniert. Die Konfektionierung des Kabels wurde vom Kabelzulieferer des Fachhändlers durchgeführt.
Die Anlage wurde bei mir im Haus aufgestellt und hat 10 Jahre gut funktoniert.
Nach einem Umzug ist direkt nach der Neuaufstellung der Stereoanlage der Endverstärker mit mehreren lauten Knallen explodiert. Auch ein als Notlösung integrierter älterer Verstärker war sofort nach dem Anschluß defekt.
Ich habe daraufhin die Lautsprecherkabel genau angesehen und festgestellt, daß ein Kabel derart miserabel konfektioniert war, daß ein Kurzschluß praktisch nicht zu vermeiden war. Selbst für einen Laien wie mich ist sofort erkennbar, daß ein Kurzschluß durch dieses eine Kabel irgendwann eintreten mußte. Es ist sonderbar, daß die Anlage so lange ohne Kurzschluß lief - allerdings wurde die Anlage am ersten Aufstellungsort nie umgestellt.
Die Anlage lief bis zum Totalausfall des Endverstärkers sehr gut - und hätte bestimmt auch noch 20 Jahre zu meiner Zufriedenheit funktioniert.
Meine Frage: Habe ich Regressansprüche an den Fachhändler, der mir die Anlage und die Lautsprecherkabel verkauft hat? Welche Ansprüche kann ich geltend machen? Ich nehme an, daß die grob fahrlässige (meine Meinung) Konfektionierung des Kabels von einem unabhängigen Fachmann festgestellt werden muß.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Leider muss ich Ihnen mitteilen, dass Sie keinerlei Ansprüche mehr gegen den Verkäufer geltend machen können. Ihre kaufrechtlichen Gewährleistungsansprüche sind inzwischen verjährt. Nach gegenwärtigem Schuldrecht verjähren sämtliche Gewährleistungsansprüche wegen des Kaufs einer mangelhaften Sache innerhalb von 2 Jahren, beginnend ab Übergabe der Kaufsache, § 438 I Nr. 3 BGB.

Diese Vorschrift ist aber auf den vorliegenden Fall nicht einmal anwendbar, da der streitgegenständliche Kaufvertrag vor dem 01.01.2002, also vor Inkrafttreten der Schuldrechtsreform, geschlossen wurde.

Nach altem Schuldrecht galt im Kaufgewährleistungsrecht sogar eine weitaus strengere Regelung: Gem. § 477 I BGB a.F. verjährten Ansprüche aus Kaufgewährleistung bereits binnen 6 Monaten ab Übergabe der Kaufsache an den Käufer. Daher sind etwaige Ansprüche Ihrerseits bereits 1998 verjährt.

Es tut mir Leid, Ihnen keine positivere Auskunft erteilen zu können, hoffe jedoch, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben.

Nachfrage vom Fragesteller 06.12.2009 | 18:59

gibt es bei einem derart versteckten Mangel nicht eine wesentlich längere Gewährleistungspficht? Ich habe 30 Jahre im Kopf.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.12.2009 | 11:02

Sehr geehrter Fragesteller,

eine dreißigjährige Verjährung greift im neuen Recht nur bei den beiden ausdrücklich in § 438 I Nr. 1 BGB genannten Fällen, die hier nicht einschlägig sind.

Nach altem Recht galt eine dreißigjährige Verjährung wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen hätte. Aber selbst wenn eine Arglist gegeben wäre, wäre diese lange Frist gem. Art 229 § 6 IV EGBGB am 01.01.2002 durch die jetzt geltende kürzere Frist ersetzt worden. Für Arglistfälle gilt jetzt gem. § 438 III BGB die regelmäßige Verjährung. Das bedeutet nach §§ 195, 199 BGB, dass die Frist 3 Jahre ab Kenntnis vom Mangel beträgt, maximal aber 10 Jahre nach Kaufvertragsschluss. Demnach ist also auch im Falle eines arglistigen Verschweigens des Mangels bereits Verjährung eingetreten.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 07.12.2009 | 13:15


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 07.12.2009 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER