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Versteckte Mängel nach 2 1/2 Jahren bei Autokauf

23.07.2014 11:59 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Zusammenfassung:

Ansprüche gegen das Autohaus wegen verschwiegener Mängel nach Ablauf der Gewährleistungszeit und Anfechtngsfristen.

Hallo,
Am 27.01.2012 kaufe ich mir einen Seat Leon 1,4 Tsi Bj: 06/2010 bei einer Karosseriefachwerkstatt in Kirn. Das Fahrzeug wurde mir als reparierter Unfallwagen verkauft und das auch im Kaufvertrag festgehalten. (Fahrertür erneuert und lackiert, Kotflügel ersetzt und lackiert, Seitenteil hinten links aufgearbeitet). Da ich lange nach einem solchem Modell gesucht hatte und mir die Meisterwerkstatt die mir serios vorkam, Partnerwerkstatt von vielen Versicherungen ist und eine Karosserie & Lackierfachbetrieb, dachte ich hätte einen guten Kauf gemacht. Als Leihe sah das Fahrzeug für mich von der Qualität der Reperatur in Ordnung aus. Doch wenig später stellte sich heraus (4Monate nach Kauf) das auch der komplette Dachholm an der angeblichen Unfallseite lackliert wurde. Das wurde mir nicht gesagt und auch nicht Vertraglich festgehalten. Außerdem stellte sich heraus das das Fahrzeug auf der rechten Seite auch einen Unfall hatte, bzw. liegt es nahe das es ein Totalschaden war.
Auf der Beifahrerseite sah man im Motorraum das der Scheinwerfer gebrochen war, der Kotflügel und die Tür lackiert wurde (sichtbare Schleifspuren), das Spaltmaß von der Haube zur Stoßstange außerhalb der Toleranz fiel, in der Stoßstange risse waren, am Unterboden bzw. an den Trägern überall nachträglich aufgetragene Dichtungsmasse ist. Außerdem wurde mir bei einem Werkstattbesuch ( Vertragswerkstatt) gesagt das der Wasserkühler undicht sei und das Leck zugeklebt wurde.
Danach wollte ich das Auto wandeln, doch von der Werkstatt wo ich es kaufte sagte man mir das ich dabei Geld verlieren würde und die Werkstatt mir auf keinen Fall den gesamten Kaufpreis zurückerstatten kann. Daraufhin setzte ich der Werkstatt eine Frist der Nachbesserung. Die arbeiten waren trotzdem nicht Fachgerecht wie sich wieder später herausstellte. Es wurde angeblich der rechte Kotflügel neu ausgerichtet, die Beifahrertür ausgebesserst, der gebrochene Scheinwerfer ersetzt, die Stoßstange erneuert und Lackiert und der Kühler überprüft. Ich musste unterschreiben das ich keine Ansprüche mehr an das Autohaus stellen werde. Außerdem wurde der Kühler überprüft und laut Aussage des Verkäufers wäre er nicht defekt und dicht.
Jetzt ca 2 Jahre später geht der Klarlack an der erneuerten Stoßstange ab und es wurde gestern bei einem Besuch einer Freien Werkstatt wegen einer Reperarur eines Verschleißteils festgestellt, dass der Kühler ausläuft und dieser schnellstmöglich ersetzt werden muss.
Der geklebte Kühler verliert Kühlflüssigkeit an der Stelle der Klebung. Außerdem ist der Kühler komplett deformiert und ein großer Teil der Lamellen ist eingedrückt. Laut Mitarbeiter von dem Unfall und danach nicht Fachgerecht repariert. Außerdem wurde das Auto sehr zusammen gefuscht. Schrauben an Halterungen fehlten, der rechte Scheinwerfer ist genau wie vorher der linke gebrochen. Kabelbinder wurden anstatt Schrauben verwendet etc. Auch ist der Klimakondensator eingedrückt und verbogen und auch da erheblich defekte Lamellen. Aktuell steht das Auto mit der zerlegten Front noch in der Werkstatt, weil der Kühler und der Kodensator auf jeden Fall gewechselt werden müssen.
Bei Telefonaten mit dem Autohaus bei dem ich das Auto gekauft hatte brachte keine Hilfe, auch wollen die mir nicht entgegen kommen bzg. der defekten Teile. Auch habe ich versucht das Autohaus davon zu überzeugen mir das Auto für den Marktpreis abzukaufen.
Doch Hilfe von deren Seite bekomme ich nicht. In der Zeit wo ich im Besitz dieses Fahrzeuges bin, hatte ich nur Ärger und große Kosten. Sehr lange Werkstattaufenthalte und auch Kosten wegen neuen Lackierarbeiten aufgrund der schlechten Arbeiten der verkaufenden Werkstatt. Gibt es eine Möglichkeit irgendwie Rechtlich gegen den Verkäufer vorzugehen? Ich denke das es nach 2 1/2 Jahre mit Sicherheit sehr schlecht ausieht? Das mit dem Kühler und Kondensator sind ja versteckte Mängel, vielleich kann man dagegen ja etwas tun? Die Kosten die Mängel zu beheben belaufen sich auf über 1000 Euro. Oder kann man vielleich wegen dem Unfall vorgehen, eventuell ein Gutachten machen lassen das der Schaden weitaus größer war wie im Vertrag vereinbart? Ich würde mir Wünschen das der Verkäufer das Fahrzeug zurück nimmt, oder die Kosten für die Mangelbeseitigung übernimmt. In 2 Jahren hatte ich so viel Ärger mit dem Verkäufer und der Werkstatt was mich auch Psychisch belastet, denn ständig wird was neues aufgedeckt. Am liebsten würde ich das Auto einfach nur loswerden, doch dann verlier ich noch mehr Geld, weil wer will einen schlecht Instandgesetzten Totalschaden kaufen?
Über jede Hilfe wäre ich dankbar!


Sehr geehrter Fragesteller,

in Ihrem Fall ist grundsätzlich an Ansprüche aus dem Gewährleistungsrecht gem. §§ 433 , 434 , 437 BGB (z.B. Nachbesserung, Rücktritt, Minderung, Schadensersatz) sowie an eine Anfechtung des Kaufvertrages wegen arglistiger Täuschung gem. §§ 123 , 124 BGB zu denken. Ob Ansprüche Ihrerseits daraus zum heutigen Zeitpunkt noch geltend gemacht werden können, ist hingegen eine andere Frage und eher zweifelhaft.

Gerne möchte ich auf Ihre folgende Schilderung Bezug nehmen:
„Doch wenig später stellte sich heraus (4 Monate nach Kauf), dass auch der komplette Dachholm an der angeblichen Unfallseite lackiert wurde. Das wurde mir nicht gesagt und auch nicht vertraglich festgehalten. Außerdem stellte sich heraus, dass das Fahrzeug auf der rechten Seite auch einen Unfall hatte bzw. liegt es nahe, dass es ein Totalschaden war. Auf der Beifahrerseite sah man im Motorraum, dass der Scheinwerfer gebrochen war, der Kotflügel und die Tür lackiert wurde (sichtbare Schleifspuren), das Spaltmaß von der Haube zur Stoßstange außerhalb der Toleranz fiel, in der Stoßstange risse waren, am Unterboden bzw. an den Trägern überall nachträglich aufgetragene Dichtungsmasse ist. Außerdem wurde mir bei einem Werkstattbesuch (Vertragswerkstatt) gesagt, dass der Wasserkühler undicht sei und das Leck zugeklebt wurde."

Die hier beschriebenen Mängel wurden Ihnen beim Kauf verschwiegen. Diese scheinen mir derart erheblich zu sein, dass insbesondere eine Fachwerkstatt als Verkäuferin diese Mängel kannte und bewusst verschwieg. Ansprüche aus Gewährleistung können Sie bereits aufgrund Ablaufs der Gewährleistungszeit nicht mehr geltend machen. In Betracht käme daher allenfalls eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung gem. §§ 123 Abs. 1 , 124 BGB . Allerdings dürfte auch hierbei die Anfechtungsfrist des § 124 BGB bereits abgelaufen sein. Die einjährige Anfechtungsfrist beginnt nämlich mit dem Zeitpunkt, in welchem Sie die Täuschung entdeckt haben. Dies dürfte vor etwa zwei Jahren gewesen sein („Jetzt ca. 2 Jahre später…"), womit die Frist abgelaufen und eine Anfechtung nicht mehr möglich ist.

Ob der von Ihnen unterzeichnete „Verzicht" auf weitere Ansprüche gegen die Werkstatt wirksam ist, kann ohne eine Einsichtnahme nicht abschließend beurteilt werden, dürfte aber zum heutigen Zeitpunkt gleichwohl irrelevant sein.

Nach alledem sehe ich hier leider keine Möglichkeiten (mehr), Ansprüche herzuleiten und gegen den Verkäufer erfolgversprechend vorzugehen, so dass hier weniger anwaltlicher als eher ein persönlicher Rat hilfreich ist. Daher empfehle ich Ihnen, sich in irgendeiner Weise doch noch gütlich mit dem Verkäufer zu einigen, selbst wenn Sie dabei sprichwörtlich „in den sauren Apfel beißen" müssten.

Der Vollständigkeit halber sei am Rande vorsichtig erwähnt, dass unter bestimmten Umständen entsprechende Ansprüche gem. §§ 823 Abs. 2 BGB , 263 StGB in Betracht kämen, falls dem Verkäufer ein Betrug gem. § 263 StGB nachgewiesen werden könnte. Dies kann hier selbstredend nicht beurteilt werden, weshalb ich diesbezüglich an einen ortsansässigen Kollegen verweisen müsste. Ich vermute allerdings, dass dies keine hohen Erfolgsaussichten haben würde.

Ich hoffe, Ihnen trotz dieser Ihrerseits nicht erhofften Auskunft weitergeholfen zu haben. Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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