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Verspätungzuschlag auch ohne Mahnung ?

| 18.11.2013 13:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich habe 2012 eine einmalige Einnahme gehabt und rechne hierfür mit einer höheren Steuernachzahlung. Ich habe die Steuererklärung 2012 daher noch nicht abgegeben, habe allerdings auch noch keine Aufforderung hierfür erhalten.

Kann ich jetzt noch etwas warten oder wird das Fa einen Verspätungszuschlag (in welcher Höhe) erheben ?

Mit freundlichen Grüßen
J. W.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Verspätungszuschläge darf dass Finanzamt gemäß § 152 EStG nur gegen denjenigen festsetzen, der verpflichtet ist, eine STeuererklärung abzugeben.

Die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung ist in § 149 Abs. 1 AO und § 25 Abs. 1 EStG allgemein geregelt und in den Paragraphen § 56 EStDV und § 46 EStG konkretisiert. Die Gesetzestexte finden Sie allesamt im Internet, z.B. unter:

http://www.gesetze-im-internet.de/estdv_1955/__56.html

Eine Verpflichtung besteht insbesondere, wenn Sie vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert wurden.

Waren Sie also nach dem Vorstehenden Verpflichtet, eine Steuererklärung azugeben, hätten Sie dies grundsätzlich bis zu 31.05.2013 für das Jahr 2012 tun müssen. Bei Vertretung durch einen Steuerberater gilt eine Jahresfrist.

Machen Sie Ihre Steuererklärung alleine, befinden Sie sich also seit dem 31.05.2013 im "Verzug".

Das Finanzamt kann ab diesem Zeitpunkt einen Verspätungszuschlag erheben, das Wörtchen kann bedeutet aber, dass es nicht muss. Sie können also Glück haben, oder auch Pech, die grundsätzliche Gefahr einer Festsetzung besteht aber! Einer Mahnung bedarf es grundsätzlich nicht!

Ich empfehle, einmal beim Finanzamt anzurufen und um eine Fristverlängerung zu bitten. In aller Regel ist dies vollkommen unproblematisch, da viele Finanzämter mit der Bearbeitung der Erklärungen eh hinterherhängen. Wird diese zugeagt, haben sie noch etwas Zeit.

Der Verspätungszuschlag darf 10 % der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrags und 25.000 EUR nicht übersteigen (§ 152 Abs. 2 Satz 1 AO). § 152 AO setzt dem Finanzamt also eine Grentze. In diesem Rahmen kann das Finanzamt frei innerhalb pflichtgemäßem Ermessen die Höhe bestimmen. Hier ist die Praxis der einzelnen Finanzämter sehr verschieden. Als grobe, unverbindliche Richtschnur gilt 0,5 % der festgesetzen Steuer pro Rückstandsmonat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Sebastian Baur, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 20.11.2013 | 10:59

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