Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versorgungsausgleich und Berufsausbildung


| 24.08.2007 09:36 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo!


Ein Ehepaar heiratet als Studenten, wobei der Mann neben dem Studium berufstätig ist. Nach 2 Jahren haben beide ihr Diplom in der Tasche. Der Mann erhöht seinen Job auf 100%. Die Frau bleibt an der Uni und beginnt eine Promotion, die anfangs der Mann (1.5 Jahre), dann ein Stipendium (3 Jahre) und später wieder der Mann (1.5 Jahre) komplett finanziert. Das im ersten Jahr der Promotion geborene Kind wird die ersten 3 Monate von der Mutter, dann von der Großmutter mütterlicherseits und nach seinem 1. Geburtstag von eine Ganztageskinderkrippe betreut.

Nun entsteht dadurch natürlich hinsichtlich des Versogungsausgleichs eine ungerechte Situation: Der Mann hat zum großen Teil die Höherqualifizierung der Frau bezahlt und soll dafür nun auch noch Rentenansprüche abtreten.

Die Frau hatte im Monat vor Aufnahme ihrer ersten Berufstätigkeit rechtzeitig die Scheidung eingereicht, sodaß der Mann von ihren nun höheren Rentenbeiträgen nicht mehr profitieren konnte.

Die Frage ist nun:
Läßt sich in einem solchen Fall zumindest der Versorgungsausgleich wieder etwas zu Gunsten des Mannes korrigieren? - wenn ja: auf welcher Basis?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Ratsuchender,


eine Korrektur des Versorgungsausgleichs ist hier auf der Basis des § 1587c Nr.1 BGB denkbar.

Mit dieser Härteklausel sollen grobe Unbilligkeiten abgefangen werden, die aufgrund besonderer Umstände des Einzelfalles durch ein illoyal herbeigeführtes oder sonst mit dem Wesen der Ehe nicht zu vereinbarendes Leistungsungleichgewicht entstehen.
In die erforderliche Gesamtabwägung ist auch eine sicher erwartende Entwicklung nach dem Ende der Ehezeit einzubeziehen (BGH FamRZ 1988, 940), wie z.B. hier die Aufnahme einer gut bezahlten Tätigkeit im Anschluss an die Ausbildung.

Grobe Unbilligkeit wird bei einer Studentenehe unter anderem dann angenommen, wenn der Ausgleichspflichtige durch seine Erwerbstätigkeit den wesentlichen Teil des Familienunterhalts bestritten hat und dadurch dem anderen das Studium ermöglicht hat.
Die Versorgungslücke Ihrer (Ex-)Ehefrau beruht ja letztlich auf der Tatsache, dass die Ausbildung nicht rentenversichert ist.
Die Unbilligkeit ist darin zu sehen, dass Sie nun wegen der Scheidung an dem wirtschaftlichen Ertrag der Ausbildung nicht mehr teilhaben können, gleichzeitig aber für die ohnehin begünstigte (Ex-)Ehefrau ein weiteres Vermögensopfer erbringen müssten (vgl. Palandt, Kommentar zum BGB, § 1587c Rn. 27).


Beachten Sie bitte, dass diese Auskunft nur eine erste rechtliche Orientierung darstellt, die ich Ihnen hoffentlich an die Hand geben konnte.
Falls noch Etwas unklar geblieben ist, können Sie gerne rückfragen.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 24.08.2007 | 14:43

vielen Dank - habe mir gerade die angegebene Stelle aus dem Palandt kopiert. Sie haben mir mit den Hinweisen ausserordentlich weitergeholfen!

eine kleine Nachfrage noch:
was mache ich am Gerichtstermin am kommenden Montag, wenn ich o.g. berücksichtigt haben möchte. Es besteht ja Anwaltszwang und ich habe keinen. Kann ich beantragen, das Verfahren zu vertagen, damit ich einen Anwalt hinzuziehen kann, der den Antrag für mich stellt?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.08.2007 | 15:13

Sehr geehrter Ratsuchender,

eine Vertagung können Sie hier nur nach § 227 Abs. 1 ZPO erreichen, und zwar dann, wenn Sie an dem Umstand, dass Sie noch keinen Prozessbevollmächtigten haben, kein Verschulden trifft.
Gelingt dies nicht, müssen Sie gegebenenfalls ein Versäumnisurteil über sich ergehen lassen, gegen das Ihr Anwalt dann Einspruch nach §§ 338 ff. ZPO einlegen kann. Das Verfahren läuft dann weiter und Sie können Ihre Anträge stellen (lassen).

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"hervorragend! "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER