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Versicherungsschadensfall


| 15.06.2005 18:28 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Hallo,
bei mir wurde eingebrochen und Gegenstände im Wert von ca.3500€ gestohlen. Die Polizei hat den Fall aufgenommen und die Hausratsversicherung möchte einen Schadensbericht.
Mein Problem ist, dass die Diebe offensichtlich einen Schlüssel zu unserem Haus hatten. Sie sind durch die Haustür hineingekommen und haben das Haus durch die Terassentür verlassen. Es gibt keine Spuren des gewaltsamen Eindringens, aber deutliche Fußspuren im Garten.
Seit einiger Zeit ist ein Haustürschlüssel nicht mehr auffindbar. Möglicherweise wurde er gestohlen.

Frage: Wie formuliere ich den Schadensbericht, damit ich eine größtmögliche Chance auf Schadenserstattung habe.

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Wersig

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Sehr geehrte(r) Fragesteller(-in),

zunächst einmal vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Der evt. auf Sie zukommende Vorwurf der "groben Fahrlässigkeit" ist einer der häufigsten Gründe, warum eine Hausratversicherung bei einem ansonsten eintrittspflichtigen Einbruchschaden nicht zur Leistung verpflichtet ist oder dies zumindestens meint. Dem Versicherungsnehmer wird hier angelastet, dass er zu sorglos war. Die Juristen sagen zur „groben Fahrlässigkeit“ auch etwas salopp, der Versicherungsnehmer habe das außer acht gelassen, was jedem einleuchten würde.

Dabei entscheiden immer die Umstände des Einzelfalles. Da sich hierzu ein kaum noch überschaubare Rechtsprechung entwickelt hat, lege ich Ihnen zunächst einmal deren grobe Linie dar:

Voraussetzung für die Annahme „grober Fahrlässigkeit“ ist zunächst, daß der Versicherungsnehmer durch sein
Verhalten - Tun oder Unterlassen - den als vertragsgemäß vorausgesetzten
Standard an Sicherheit gegenüber der Diebstahlgefahr deutlich
unterschritten hat (vgl. BGH, r+s 1989, 62 = VersR 1989, 141; r+s 1997,
123; r+s 1996, 167 = VersR 1996, 576; r+s 1996, 168 = VersR 1996, 621; OLG
Saarbrücken, r+s 1995, 108 = VersR 1996, 580; OLG Düsseldorf, r+s 1998,
160).

Darüber hinaus erfordert die Annahme grober Fahrlässigkeit ein
subjektiv unentschuldbares Fehlverhalten. Es muß sich auch in subjektiver
Hinsicht um ein gegenüber einfacher Fahrlässigkeit gesteigertes
Verschulden handeln (BGH, a.a.O.) .

BEIDE Voraussetzungen vermag ich in Ihrem konkreten Fall nicht zu erkennen. Denn zum einen ergibt der –eventuelle!- Diebstahl eines Haustürschlüssels keine Verpflichtung, das oder die Schlösser auszuwechseln. Etwas anderes mag dann gelten, wenn Sie Gewißheit über einen Diebstahl haben oder die Liegenschaft aus besonderen Gründen überdurchschnittlich einbruchsgefährdet ist. Dies kann ich Ihrem Bericht aber nicht entnehmen. Zum anderen haben Sie mit dem Nichtaustauschen des / der Schlösser auch nicht „das außer acht gelassen, was jedem einleuchten würde“, es liegt also keine wie obig beschrieben Steigerungsform „üblicher, jedem mal passierender“ Fahrlässigkeit vor.


Ich würde deswegen bei der Schadensmeldung wahrheitsgemäß angeben, daß ein Schlüssel derzeit nicht auffindbar ist und EVENTUELL ein Diebstahl, genauso EVENTUELL aber auch ein Verlieren und ebenso EVENTUELL ein gegenwärtiges Nichtauffinden des Schlüssels in Betracht kommt.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ selbstverständlich zur Verfügung, ebenso für eine weitergehende Interessenwahrnehmung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
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