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Versicherungsrecht- Gebäuedeschadenaltversicherung- neue AVB durch Qm-Änderung?

22.03.2015 21:22 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Zusammenfassung:

Der Sachverhalt wirft die Frage auf, wann aktuelle Versicherungsbedingungen (AVB) in Altverträge einbezogen werden können und wie sich eine Quadratmetererhöhung in der Wohngebäudeversicherung auswirkt.

Nach Erwerb eines alten Hauses, welches noch über eine Altgebäudeschadenversicherung aus der Zwangsversicherungszeit verfügt ( muss ca 60er-Jahre gewesen sein, danach übernommen durch einen Käufer Anfang der 90er, der uns das Haus jetzt weiterverkauft hat), stehen wir nun vor folgenden Fragen:
1.) Der Versicherungsmann hat uns gesagt, dass die alten AVB aus den Achtzigerjahren gelten, was er gerne ändern will. Wir erhielten jedoch von Bekannten die Info, dass alte AVB irgendwie für den Versicherungsnehmer günstiger sind und würden das darum gern so lassen. Nun wollen wir eine überdachte Terrasse, die momentan noch Terrasse ist, gern ins Haus integrieren und daraus ein Zimmer machen, so dass sich die Quadratmetergröße und damit Versicherungssumme ändert. (Nur durch Einbau zweier großer Fenster, kein Bauantrag). Bedeutet das, dass wir jetzt mit den neuen Quadratmetern und der geänderten Versicherungssumme doch zwingend die neuen AVB bekommen? Müssen wir das der Versicherung unbedingt melden?
Die Vorbesitzer hatten aber dasselbe schon mal mit einem Balkon oben im Haus gemacht und dies auch nicht angegeben.
2.) Im Versicherungsvertrag steht "Einzelgebäude ohne Garage". Es gibt aber eine Garage und gab sie auch immer schon. Der Hauserbauer wollte sie wohl nur nicht versichern. Müssen wir das ändern, weil wir sonst im Schadensfall keine Versicherung für das ganze Haus haben, oder wirkt sich das auf den Schutz für das Haus an sich nicht aus? Wenn die Garage irgendwie kaputt geht und nicht versichert ist, wäre es uns egal.

Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese darf ich Ihnen auf Grundlage der mir zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt beantworten:

1.
Vorausschicken möchte ich, dass Versicherungsverträge grundsätzlich sehr unterschiedlich ausgestaltet sein können. So ist mir Ihrer nun nicht bekannt. Auch unterstelle ich, dass es sich im Ergebnis um eine Wohngebäudeversicherung handelt und das Haus gegen Feuer, Sturm, Hagel etc. versichert ist.

2.
Generell kann man sagen, dass die Versicherungssumme erhöht werden muss, wenn die Wohnfläche erhöht wird. Denn sonst zahlt die Versicherung im Schadenfall nur den Anteil der Versicherungssumme am (in der Vergangenheit lediglich versicherten) Gebäudewert und Sie bleiben auf den restlichen Kosten sitzen.

3.
Man kann pauschal nicht sagen, ob die neuen oder die alten AVB günstiger sind. Dies sollten Sie mit dem Versicherungsvermittler Ihres Vertrauens erörtern.

4.
AVB stellen die Geschäftsbedingungen für den Versicherungsvertrag dar. Ohne Ihre Zustimmung kann diese Grundlage nicht so einfach geändert werden. Es kann jedoch sein, dass in Ihrem Vertrag eine Änderungs- oder Anpassungsklausel enthalten ist, welche dem Versicherer ein Anpassungsrecht für den Fall einräumt, dass eine Anpassung der Versicherungssumme erfolgt.

5.
Auch ihre Frage nach der Konsequenz der seinerzeitigen Nichtangabe der Garage lässt sich pauschal leider nicht beantworten. Die Wohngebäudeversicherung schützt grundsätzlich das versicherte Gebäude. Wenn die Garage nicht mitversichert werden soll, so ist dies Ihre Entscheidung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Abschließend darf ich anregen, dass Sie sich die Zeit nehmen sich mit dem Versicherungsvermittler Ihres Vertrauens zu besprechen. Denn unter Umständen sind aktuelle Produkte von Versicherungen für Sie günstiger (auch finanziell) und bieten Ihnen besseren Schutz.

Freundliche Grüße

Hauke Flamming LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 30.03.2015 | 09:37

1. Ich wollte wissen, ob eine Veränderung der Versicherungssumme *normalerweise* dazu führt, dass die AVB geändert werden. Ist das bei der WGebV normalerweise so, oder nicht? Es ist mir klar, dass das immer vom Vertrag abhängt, aber es gibt ja Erfahrungswerte, wie ein Versicherer *normalerweise* so etwas handhabt.

2. Bezügl. der Garage ging es mir um folgendes: Ist es überhaupt zulässig, die Garage NICHT zu versichern, wenn eine vorhanden ist? Oder kann der Versicherer dies einem im Schadensfall entgegenhalten? ("Garage nicht angegeben obwohl vorhanden " oder dergleichen?)

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.03.2015 | 11:09

Sehr geehrte Fragestellerin, sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, welche ich wie folgt beantworten darf:

1.
Ob dies "normalerweise" so ist, ist schwer zu sagen. Sicherlich gibt es Erfahrungswerte, jedoch tue ich mir sehr schwer Ihnen hierzu eine "belastbare" Auskunft zu geben. Denn letztlich würde es sich um eine bloße Mutmaßung meinerseits, welche Ihnen im Ergebnis nicht weiterhilft, handeln. Ich bitte um Verständnis.

Grundsätzlich gilt: Die alten Versicherungsbedingungen bilden die Vertragsgrundlage und sollten bereits die Möglichkeit einer Erhöhung der Versicherungssumme enthalten. Sie würden daher lediglich von Ihrem vertragsgemäßen Recht Gebrauch machen. Soweit keine dieses Recht einschränkende Änderungs- und/oder Anpassungsklausel in den AVB enthalten ist, führt die Erhöhung der Versicherungssumme nicht zu der Geltung neuer AVB.

2.
Sie können grundsätzlich einzelne Gebäude o.ä. vom Versicherungsschutz ausnehmen. Dies ist allerdings sehr unüblich und auch nicht ratsam. Regelmäßig wird ein Wohngebäude sowie die Nebengebäude auf dem Grundstück xy versichert. Wird die Garage nachträglich angebaut, so unterfällt sie ohne entsprechende Erweiterung des Versicherungsschutzes nicht der Wohngebäudeversicherung.

Wie bereits ausgeführt kenne ich die Ihrem Vertrag zugrundeliegenden AVB nicht. Im Schadensfalls am Haus wird sich die Versicherung eher nicht darauf berufen, dass die Garage nicht angegeben wurde. Denn diese spielte für den Schaden gar keine Rolle und war nach dem Versicherungsschein auch nicht mitversichert.

Beachten Sie bitte jedoch, dass Sie ggf. nicht über hinreichenden Versicherungsschutz für den Fall verfügen, dass das Haus durch einen Schaden an der Garage in Mitleidenschaft gezogen wird. Um dies zu prüfen müssten die AVB durchgeschaut werden.

Ich möchte Ihnen nochmals, ungeachtet juristischer Fragestellungen, ans Herz legen, sich einmal mit einem unabhängigen Versicherungsmakler oder Versicherungsberater auszutauschen, damit Sie den bestmöglichen Schutz für Ihr Eigentum erreichen.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Hauke Flamming LL.M.
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht

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