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Versicherung zahlte nur Teilbetrag für Brandschaden


| 28.10.2007 09:44 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maurice Moranc



Hallo
In meiner alten Mietwohnung endstand an der 3m Terrassenfront am Außenbereich ein Brandschaden. Der Kunststoffrahmen wurde in mitleidenschaft gezogen.
Mir wurde ein Kostenvoranschlag (1625 €) gemacht, den ich an die versicherung weiterleitete. Diese schickte einen Gutachter. Die angegeben Vorderung des Vermieters war für die Versicherung nicht ersichtlich, da der Vermieter eine wesentlich hochwertigere und auf dem neusten Stand der Wärmedämmung komplett neue Fensterfront einbauen lassen wollte.
Die dann folgende Rechnung habe ich an die Versicherung weitergeleitet. Diese übernahm 500 € der Rechnung.
Jetzt habe ich eine Zahlungsaufforderung vom Vermieter über den restbetrag (1.125 €) bekommen. Er hat mir ebenfalls eine Frist zur Zahlung gesetzt. Falls ich den Betrag bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zahle (ratenzahlung wird auch akzeptiert), würde er ohne weitere mahnung eine Zahlungsklage einreichen.

Muß ich den Restbetrag zahlen?
Kann der Vermieter eine Zahlungsklage einreichen ohne weitere Mahnungen an mich?
Vielen Dank für Ihre Mühe!
Bitte um dringende Antwort!!!!
Sehr geehrter Fragensteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf Grundlage der von Ihnen bereitgestellten Informationen. Meine Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Orientierung, da das Weglassen oder Hinzufügen von Details zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen kann. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich. Die Beantwortung Ihrer Frage im Rahmen dieser Plattform kann daher nicht die Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

Zur Sache:

Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Sie das Feuer verursacht haben. Des weiteren gehe ich davon aus, dass die hochwertigere, neue Terassentür inklusive neuer Fensterfront und Einabu 1.625 Euro kostet. Die alte Tür bzw. eine neue vergleichbare Tür hingegen lediglich einen Wert von 500,- Euro hat. Auf Grundlage dieser Informationen gilt folgendes:

1.
Grundsätzlich haften Sie für Schäden an der Mietsache, die auf Ihr Verschulden zurückzuführen sind. Haben Sie den Brand also verursacht, haften Sie auch für die daraus entstandenen Schäden.

Allerdings hat Ihr Vermieter lediglich einen Anspruch auf Ausgleich des tatsächlich entstandenen Schadens. D. h. er kann die Kosten für den notwendigen Einbau von wirtschaftlich gleichwertigen Sachen (gleichwertige Tür und Fenster) von Ihnen verlangen. Entschließt sich der Vermieter, eine wesentlich hochwertigere und damit teurere Tür einzusetzen, hat er den Differenzbetrag selbst zu tragen. Des Weiteren ist hier wahrscheinlich ein Abzug alt gegen neu vorzunehmen (Ersatz des Zeitwertes). Eine seriöse Auskunft darüber, welchen Betrag der Vermieter letztendlich von Ihnen fordern kann, ist aus der Ferne aber leider nicht zu erteilen. Hier kommt es auf die Ausstattung der alten Tür bzw. Fenster, deren Alter und den Wiederbeschaffungswert an.

Ob der Vermieter neben der Tür auch die gesamte Fensterfront zu Ihren Lasten austauschen durfte, hängt davon ab, ob diese Maßnahme zur Wiederherstellung des vorherigen Zustandes notwendig war. Dies wäre z. B. der Fall, wenn auch die Fenster durch den Brand beschädigt wurden oder ein Austausch der gesamten Einheit aus technischen Gründen geboten war. Hätte hingegen der Austausch der einzelnen Tür ausgereicht und wäre die Beschränkung der Maßnahme auf den Einbau einer neuen Tür auch technisch möglich gewesen, müssen Sie auch nur für die Kosten des Türeinbaus aufkommen. Die Kosten für die gesamte Fensterfront wären dann nicht durch Sie zu ersetzen. Hier wäre im Zweifel ein Gutachter gefragt.

Gesetz dem Fall, die geltend gemachten Kosten seien berechtigt, sollten Sie sich nochmals mit Ihrer Versicherung in Verbindung setzen und ggf. die Erstattung der gesamten Kosten verlangen. Ob ein solcher Anspruch gegen die Versicherung besteht hängt aber vom Inhalt des Versicherungsvertrages ab. Eine konkrete Prognose kann daher nur nach Einsicht des Vertrages abgegeben werden.

2.
Sollte die Höhe der Forderung berechtigt sein, so kann Ihr Vermieter ohne weitere Mahnung eine Zahlungsklage gegen Sie erheben.

Für eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts empfehle ich, die Rechtslage mit einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens konkreter zu erörtern. Bitte beachten Sie, dass hierbei weitere Kosten entstehen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen

Maurice Moranc
Rechtsanwalt
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