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Versicherung verweigert Zahlung für Rohrbruch

| 18.06.2015 11:15 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


13:30

Zusammenfassung: Schäden durch Rohrbruch bei Wurzeleinwuchs des Nachbarn

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin Jacobi,

Auf Grund eines verstopften WCs ist festgestellt worden, dass ein Rohrbruch, bzw.mehrere Rohrbrüche vorhanden waren. Der Handwerker hat zahlreiche Wurzeln, wahrscheinlich durch einen sehr großen Baum auf dem Nachbargrundstück, verursacht. Die Brüche unter dem Gebäude konnten mit einem an einer Kamera befestigten Klebeballon beiseitigt werden. Der Schaden wurde sofort der Versicherung gemeldet. Es wurde darum gebeten, ein Gutachter möge sich den Schaden ansehen. Ein Gutachter der Versicherung kam nicht, die Aussendienstmitarbeiterin für die R+V Versicherung bei der Volksbank gab zur Durchführung der Reparatur grünes Licht. Von Ende September 2014 bis Ende März 2015 war von der Mitarbeiterin der Versicherung nur eine Hinhaltungstaktik, der Schaden werde bezahlt, die Versicherung wolle nur noch die CD dem Gutachter vorlegen. Dem gegenüber hat die Versicherung Ende März 2015 auf Grund des Versicherungsfalles mit einer vierwöchigen Kündigungsfrist gekündigt. Erst danach kam das Ablehnungsschreiben, die Versicherung über nehme keinerlei Kosten aus nachstehenden Gründen. Im WC- Bereich sei keine ausreichende Dokumentation vorhanden, nur vier Schwarz-Weiss-Fotos schlechter Qualität. Auf zweien sei das Hänge-WC zu sehen. Darunter aufgebrochene Fliesen. Auf zwei weiteren Bildern sei der aufgebrochene Boden mit freigelegten Kunststoffrohren zu erkennen. An einem Rohr fehle nach einem Bogen ein Wandungsteil. Die vorgelegte CD soll der Gutachter so beurteilt haben, ich sei nachweispflichtig, dass der Schaden innerhalb der Versicherungszeit (ich bin seit ca. 30 Jahren bei der R+V versichert) entstanden sei. Weiter wird ausgeführt, in der Abwassergrundleitung sind zwei maßgebliche Zustände vorhanden. Der erste Zustand ist ein angeschlagener seitlicher Anschluss. Das seitlich ankommende Rohr ist eingeschoben und ragt ein. Der zweite Zustand ist ein mechanisch bearbeitetes Rohr an einer Rohrverbindung vor einem Abzweig und ein abgewinkelt verlegtes Rohr nach dem Abzweig. Bei beiden Stellen handelt es sich eindeutig um Zustände, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bereits bei der Herstellung der Leitung (Baujahr 1962) entstanden sind. Hierzu habe ich einen Maurermeister befragt, der Maurermeister, der die Arbeiten 1962 vorgenommen hat, lebt nicht mehr. Der Maurermeister hält diese Behauptung für vollkommen unwahrscheinlich. Die Leitung sei damals mit Sicherheit den damaligen Baustandards entstprechend verlegt worden. Allerdings sei der damalige Baustandard ein anderer als heute gewesen. Das müsse einer Versicherung klar sein. Die Versicherung wolle nur nicht bezahlen. Mit einer derartigen Begründung dürfe eine Versicherung eben keine Häuser aus damaliger Zeit versichern. Sehen Sie auf Grund vorstehenden Sachverhalts eine Chance, erfolgreich gegen die Versicherung vorzugehen oder nicht. Für Ihre Bemühungen vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
K.N.
18.06.2015 | 12:21

Antwort

von


(275)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Gebäudeversicherung sollte in den meisten Fällen den Großteil der zu tragenden Kosten ersetzen. Hierzu zählen Schäden an der Wand, am Boden sowie an angrenzenden Gebäuden wie Garagen oder Schuppen.

Die von Ihnen zitierten Einwände der Versicherung betreffend der Rohrzustände halten nach meiner Rechtsauffassung einer rechtlichen Prüfung nicht stand. Überdies erscheint die Vorgehensweise der Versicherung, nämlich zunächst die "grünes Licht" für die Vornahme der Reparaturen zur erteilen und im Nachhinein eine Deckung zu versagen, soweit sich dies nachweisen lässt, treuwidrig.

Nach alledem würde ich Ihnen dringend empfehlen anwaltliche Unterstützung hinzuzuziehen. Empfehlenswert wäre es zudem einen Gutachter zu beantragen die Sachlage im Rahmen eines Privatgutachtens zu prüfen. Die Kosten hierfür können Sie als Schadensersatz in einem etwaigen streitigen Verfahren gegen die Versicherung geltend machen.

Parallel hierzu rege ich an, auch Schadensersatzansprüche gegen Ihren Nachbarn in Erwägung zu ziehen, sollte sich Ihr Verdacht hinsichtlich eines Wurzeleinwuchses von Seiten des Nachbargrundstücks erhärten. Die Rechtslage bei Schäden, die durch Baumwurzeln auf einem Nachbargrundstück verursacht werden, ist nämlich eindeutig, der Eigentümer des Baumes haftet für die angerichteten Schäden. Grundsätzlich haben Sie nämlich einen Anspruch darauf, dass der Nachbar dafür sorgt, dass die Wurzeln seines Baumes nicht auf Ihr Grundstück herüber wachsen bzw. dort keinen Schaden verursachen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe benötigen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Nachfrage vom Fragesteller 18.06.2015 | 12:56

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Fleischhut,

vielen Dank für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort. Mir ist besonders an der Frage gelegen, ob ein Gutachter der Versicherung bei zweimaliger Prüfung anhand einer CD unwiderlegbar behaupten kann, die Schäden seien schon zum Zeitpunkt der Gebäudeherstellung 1962 angelegt gewesen. Auf dem Video war nämlich von meinem Handwerker die Rohre vollkommen gereinigt und die Wurzeln mit einer Spirale waren beseitigt. Der Handwerker verfügte nur über keine Kamera, so dass zur weiteren Reparatur eine Spezialfirma beauftragt wurde, die, wie bereits erwähnt, die Schäden mit an der Kamera angebrachtem Klebstoff behob. Ganz wichtig!!! Bin ich im vorgenannten Fall wirklich nachweispflichtig, dass der Schaden innerhalb der versicherten Zeit(30 Jahre) entstanden ist.

Im Voraus bedanke ich mich für Ihre ergänzende Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
K.N.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.06.2015 | 13:30

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage beantworte ich Ihnen gerne wie folgt:

1.
Mir ist besonders an der Frage gelegen, ob ein Gutachter der Versicherung bei zweimaliger Prüfung anhand einer CD unwiderlegbar behaupten kann, die Schäden seien schon zum Zeitpunkt der Gebäudeherstellung 1962 angelegt gewesen.

Der (für die Versicherung tätige) Gutachter kann dies sicher nicht tun. Ein Gutachter der Versicherung wäre im Streitfalle nicht mehr und nicht weniger als ein sog. sachverständiger Zeuge. Dies ist ein normales Beweismittel. (Die Aussage eines von Ihnen beauftragten Gutachters hätte die gleiche Beweiskraft.)

Im Zweifel, wird das Gericht ohnehin auf ein gerichtlich bestellten und somit neutralen Sachverständigen zurückgreifen. Bei der Aussage bzw. beim Gutachten des Gutachters der Versicherung handelt es sich lediglich um ein sog. Privatgutachten. Nur ein gerichtlich bestellter Sachverständiger kann ein Sachverständigengutachten erstellen, welches das Gericht, unabhängig von der Einschätzung eines Privatgutachtens, in aller Regel zur Grundlage eines Urteils macht.

2.
Bin ich im vorgenannten Fall wirklich nachweispflichtig, dass der Schaden innerhalb der versicherten Zeit(30 Jahre) entstanden ist.

Grundsätzlich gilt, dass der Versicherungsnehmer beweisen muss, dass die Tatsachen gegeben sind, die den vom Gesetz oder den Allgemeinen Versicherungsbedingungen definierten Versicherungsfall ausmachen. Der Versicherungsnehmer muss auch beweisen, dass und in welcher Höhe er durch den Versicherungsfall einen Schaden erlitten hat.

Folglich tragen Sie auch die Beweislast für die Tatsache, dass der Schaden innerhalb des Versicherungszeitraumes eintrat.

Ich hoffe, auch Ihre Nachfrage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Sollten Sie in diesem Fall Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen, wie bereits gesagt, gern zur Verfügung, da meine Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dipl.iur. Mikio A. Frischhut
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.06.2015 | 09:30

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"Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Frischhut,
Für Ihre schnelle, kompetente und ausführliche Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich ganz herzlich. Meiner Bewertung in allen Punkten ist zu entnehmen, dass ich Sie in jedem Fall weiter empfehlen kann.

Mit freundlichen Grüßen
K.N."
Stellungnahme vom Anwalt:
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 19.06.2015
5/5,0

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Frischhut,
Für Ihre schnelle, kompetente und ausführliche Beantwortung meiner Fragen bedanke ich mich ganz herzlich. Meiner Bewertung in allen Punkten ist zu entnehmen, dass ich Sie in jedem Fall weiter empfehlen kann.

Mit freundlichen Grüßen
K.N.


ANTWORT VON

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