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Versicherung verweigert Regulierung trotz Genehmigung des Kostenvoranschlags- was tun?

| 11.09.2013 21:27 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Zusammenfassung: Bei der Schadensregulierung ist der Geschädigte so zu stellen, wie er stehen würde, wenn der Schaden nicht eingetreten wäre. Es darf keine wirtschaftliche Verbesserung oder Verschlechterung durch die Regulierung eintreten, was bedeutet, dass meist nur der Zeitwert erstattet wird.

Schadensursache:
Gegnerisches Fahrzeug fuhr in meine Garage, in der zwei PKWs standen. Dabei wurden sowohl die Fahrzeuge in der Garage beschädigt als auch das Holzgaragentor selbst.

Regulierung der Schäden an den PKWs stellte kein Problem dar, da dies vom Autohaus geregelt wurde.

Nun aber reagiert die Versicherung beim Garagentor seltsam und so ereignete sich der Schriftverkehr chronologisch:

- Versicherung forderte einen Kostenvoranschlag bzw. ein Angebot für das Garagentor
- Angebot über ca. 3500 € wurde an die Versicherung geschickt
- Versicherung fordert mich auf den Auftrag nach vorliegendem Angebot zu erteilen und die Rechnung der Versicherung zukommen zu lassen
- Nachdem sie die Rechnung erhalten hat schreibt die Versicherung, dass Sie den Zeitwert des alten Garagentores (verbaut 1975) in Höhe von 500 € zahlen.
- Nach einem Beschwerdebrief erhöhte die Versicherung die Zahlung auf 800 €

Ich verstehe halt nicht warum die mich auffordern den Auftrag so zu erteilen wie die das Angebot vorliegen haben und dann danach nur 500 bzw 800 € zahlen wollen. Ich musste ja zum dem Zeitpunkt der Auftragserteilung davon ausgehen, dass die den Angebotsbetrag zahlen. Zudem wurde Eigenleistungen erbracht, wie z.B. Ausbau des alten Tores und verputzen nach Einbau des Neuen.

Meine Rechnung geht da in etwa so:

Wiederbeschaffungswert --> 3500 €
Zeit-/Restwert --> 500 €

3500 - 500 = 3000 € Regulierungssumme

Habe ich ein Chance ohne Anwaltsschreiben dagegen vorzugehen und die 3000 € zu bekommen oder hat die Versicherung recht?

Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen, mögen diese zunächst auch unwichtig erscheinen, kann sich die rechtliche Beurteilung u. U. noch erheblich verändern.

Bei der Schadensregulierung gilt der Grundsatz, dass der Geschädigte so zu stellen ist, wie vor dem Schadensereignis, also nicht besser und auch nicht schlechter. Vor diesem Hintergrund wird in der Regel auch nur der Zeitwert der beschädigten Sache von der Versicherung ersetzt.

Sie schreiben, dass das Garagentor 1975 eingebaut wurde, also jetzt ca. 38 Jahre alt ist. Geht man von einer üblichen "Lebenserwartung" von 30 bis 40 Jahren für ein Garagentor aus, so scheint der von der Versicherung angegebene Zeitwert mit 500,00 Euro nicht unangemessen oder unrealistisch.

Da wie oben ausgeführt grundsätzlich nur der Zeitwert zu ersetzen ist, hätte die Versicherung ggf. auch an den 500,00 Euro festhalten können, wenn der Zeitwert richtig ermittelt wurde.

Die Versicherung hat sich daher schon kulant gezeigt, wenn der Ersatz auf 800,00 Euro und damit um mehr als 50% erhöht wurde. Dies kann daran liegen, dass der Restwert noch einmal neu berechnet wurde oder dass der sogenannte Wiederbeschaffungsaufwand (Montagekosten, Zeitaufwand etc.) zu dem reinen Restwert hinzugerechnet wurde.

Mit den angebotenen 800,00 Euro liegen Sie zwar deutlich unter den tatsächlichen Kosten aber schond deutlich über dem ursprünglich ermittelten Restwert.

Der Wiederbeschaffungswert wird u. U. bei einem Totalschaden ersetzt. Der Wiederbeschaffungswert orientiert sich daran, für welchen Preis ein gleichwertiger Ersatz beschafft werden kann. Ein gleichwertiger Ersatz wäre hier also ein ca. 38-jähriges Holzgaragentor. Die 3.500,00 Euro beziehen sich dagegen auf den Einbau eines neuen Garagentors.

Wieviel ein gebrauchtes, gleichwertiges Holzgaragentor auf dem freien Markt kosten würde, kann ich natürlich im Rahmen einer Erstberatung nicht beurteilen. Dies müsste notfalls durch einen Sachverständigen bestimmt werden. Es ist allerdings wohl davon auszugehen, dass ein gleichwertiges Garagentor deutlich weniger als 3.500,00 Euro kosten würde.

Von dem ggf. durch einen Sachverständigen ermittelten Wiederbeschaffungswert wäre dann der Restwert in Höhe von 500,00 Euro abzuziehen.

Dass die Versicherung nicht den Neuwert sondern den Zeitwert erstattet, wird meist als allgemein bekannt angenommen und ergibt sich aus den Versicherungsbedingungen. Ein besonderer Hinweis ist daher meist nicht zwingend erforderlich bzw. es reicht aus, wenn die Versicherung bei der Regulierung / Zahlung auf die Berechnung hinweist.

Das Angebot wird daher in erster Linie dazu gedient haben, um festzustellen, ob ein Totalschaden vorliegt oder ob noch eine Reparatur möglich gewesen wäre. Darüber hinaus muss die Versicherung stets die zu erwartenden Kosten kalkulieren können. Schließlich mussten auch die Montagekosten usw. in die Berechnung der Regulierung einbezogen werden können. Das Vorgehen der Versicherung ist daher üblich und grundsätzlich nicht zu beanstanden.

Da die 3.500 Euro schon nicht als Wiederbeschaffungswert angesetzt werden können, halte ich eine Erstattung von 3.000 Euro für eher unrealistisch.

Sie können die Versicherung bitten, die Berechnung zu erläutern, also zu erklären, wie sich der Betrag von 800,00 Euro zusammensetzt. Soweit noch nicht geschehen, können Sie auch noch mitteilen, was Sie in Eigenleistung erstellt haben, da auch diese wertmäßig berücksichtigt werden kann.

Eventuell besteht noch ein gewisser, aber nicht allzu großer Verhandlungsspielraum.

Unter Hinweis auf die evtl. noch nicht berücksichtigten Eigenleistungen könnten Sie daher versuchen, den Regulierungsbetrag noch etwas zu erhöhen. Ein Betrag von insgesamt ca. 1.000,00 Euro könnte realistisch sein.

Die Verhandlungen können Sie selber führen. Die Einschaltung eines Anwalts wäre zwar möglich, wobei dann versucht werden könnte, diese Kosten ebenfalls von der Versicherung erstattet zu verlangen, wenn die Einschaltung des Anwalts notwendig war. Allerdings wird Ihnen auch ein Anwalt mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zu der Erstattung der vollen 3.000,00 Euro verhelfen können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin





Nachfrage vom Fragesteller 12.09.2013 | 08:40

Ich nutze diese Funktion nicht für eine Nachfrage, sondern möchte Ihnen hiermit für Ihre schnelle und kompetente Antwort danken.

Ich habe Ihre Erklärung verstanden und konnte Sie auch nachvollziehen.

Es ist halt als Leihe schwer zu verstehen warum man finanziell so ins Messer laufen kann ohne dass die Versicherung einen hinweisen muss.

Fürs nächste mal bin ich klüger.

Vielen Dank nochmals.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2013 | 10:39

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich freue mich, dass ich Ihnen helfen konnte und bedanke mich herzlich für die freundlichen Worte.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 14.09.2013 | 08:43

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 14.09.2013 5/5,0
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