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Versicherung ohne Wissen des Kunden abgeschlossen

17.01.2011 16:03 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Guten Tag,
auch ich habe eine Frage zum Thema "Urkundenfälschung".

Folgendes ist passiert, ich bin Auszubildende in einem Maklerbüro und verkaufe Versicherungen. Ich bin 19 Jahre alt und habe auf eine Freundin eine Versicherung abgeschlossen, ohne ihr Wissen. Sie hat der Versicherungsgesellschaft einen Brief geschrieben, in dem drin steht, dass sie den Vertrag nie unterschrieben hat. Sie sieht allerdings von einer Anzeige ab.
Was kann mir im schlimmsten Fall passieren, wenn ich der Gesellschaft sage, dass ich die Unterschrift tatsächlich gefälscht habe, allerdings aus Not gehandelt habe und meinen Fehler einsehe und als Eigenkonsequenz meinen Job aufgebe?

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

gerne nehme ich zu Ihrer Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:

Ich kann Ihnen mit allem Nachdruck nur davon abraten, irgendjemandem gegenüber ein strafbares Verhalten Ihrerseits einzuräumen. Das sollten Sie ausnahmslos weder Ihrem Arbeitgeber, Ihrer Freundin und erst recht nicht gegenüber der Versicherung tun.

Es steht hier, wenn Sie die Unterschrift Ihrer Freundin auf dem Versicherungsantrag gefälscht haben, nicht nur eine Urkundenfälschung im Raum, sondern auch ein Betrug zum Nachteil der Versicherung, da der Antrag ja bereits eingereicht wurde. Ein Betrug würde vorliegen, wenn Sie die Versicherung darüber getäuscht hätten, dass Ihre Freundin den Vertrag abgeschlossen hat und die Versicherung daraufhin irrtumsbedingt die Provision an Sie oder Ihren Arbeitgeber ausgezahlt hat. War die Zahlung noch nicht erfolgt, kommt auch ein versuchter Betrug in Betracht, der ebenfalls strafbar ist.

Urkundenfälschung und Betrug sind sogenannte Offizialdelikte. Das bedeutet, dass Polizei und Staatsanwaltschaft diese Straftaten von Amts wegen, d. h. ohne Rücksicht auf den Willen des Verletzten, verfolgen müssen. Die Strafverfolgung beginnt, sobald die Strafverfolgungsbehörden Kenntnis von diesen Taten erhalten. Diese Mitteilung kann jeder machen, also auch Ihr Arbeitgeber, Ihre Bekannte oder die Versicherung. Deswegen sollten Sie diesen davon nichts erzählen! Denn hat die Strafverfolgungsbehörde erst mal Kenntnis von einem Sachverhalt, der einen Straftatbestand erfüllen könnte, kann man ihr diese Kenntnis natürlich nicht wieder wegnehmen. Daher kann man eine Strafanzeige auch nicht „zurücknehmen", um damit eine Strafverfolgung zu verhindern.

Wenn Sie also die Wahrheit erzählen, setzen Sie sich der Gefahr einer Strafverfolgung aus. Sie sind aber nicht gehalten, sich selbst einer Strafverfolgung auszusetzen.

Ich empfehle Ihnen also, einfach abzuwarten, was auf Sie zukommt. Sollte es zu einer Strafverfolgung kommen, empfehle ich dringend, dass Sie die Aussage verweigern, zu den erhobenen Vorwürfen also KEINE ANGABEN machen, bis Sie einen Verteidiger beauftragt haben, der nach Einsicht der Ermittlungsakte eine Stellungnahme für Sie abgibt.

Voraussagen über zu erwartende Strafen sind immer schwierig, wenn man nicht alle Umstände des Einzelfalls kennt, wozu auch etwaige Vorstrafen und die Höhe des Schadens zählen. Daneben hängt das Strafmaß, und das wird vielfach unterschätzt, in nicht unerheblichem Maße vom jeweiligen Richter ab. In Ihrem Fall würde wahrscheinlich das Jugendstrafrecht Anwendung finden, das eine breite Palette von Sanktionsmöglichkeiten vorsieht. Im Vordergrund stehen sog. Erziehungsmaßregeln und Zuchtmittel; denkbar ist aber auch eine Einstellung des Verfahrens bei geringer Schuld. Mit einer Jugendstrafe (Freiheitsstrafe für Jugendliche/Heranwachsende) müssten Sie aber keinesfalls rechnen, wenn Sie nicht (mehrfach) einschlägig vorbestraft sind.

Ich hoffe, Ihnen hiermit einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Felix M. Safadi
Rechtsanwalt

_________
Allgemeine Hinweise:

Bitte erlauben Sie mir noch den obligatorischen Hinweis, dass es sich bei dieser Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des allein auf Ihren Angaben basierenden Sachverhalts handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen weiterer Angaben kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

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