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Versicherung des Handwerkers will nicht zahlen, was tun?

| 11.01.2017 11:55 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Fehlerhafte Installation wegen veralteter Pläne

Wir sind in ein Haus aus dem Baujahr 1971 gezogen. Die uns vorliegenden Pläne des Hauses stammen ebenfalls aus dieser Zeit. Nun haben wir dieses Jahr das Dachgeschoss ausgebaut und einem Raum drei Heizkörper von einer Fachfirma installieren lassen. Der Installateur hat sich auf die alten Pläne verlassen und dementsprechend die Vor- und Rücklaufrohre in die Wand gelegt und an den Heizkörper angeschlossen.

Als wir jetzt im Winter das erste mal geheizt haben, ist uns bald aufgefallen, dass die Heizkörper falsch durchströmt werden und Vor- und Rücklauf falsch angeschlossen wurde, was zu extrem störenden Hämmergeräuschen des Ventils zur Folge hat, was sich wiederum durch die Rohre durch das ganze Haus zieht.

Nach Absprache mit der Firma wurde der Fehler eingestanden und konnte an einem Heizkörper sofort korrigiert werden, da dort die Rohre freilagen. An zwei Heizkörpern muss aber die Wand geöffnet und die Rohre korrekt an der Steigleitung angeschlossen werden.

Die Installationsfirma hat uns 500 € geboten und den Einbau von Ventilen für umgekehrte Flussrichtung. Allerdings wird laut Hersteller der Heizkörper dann der Heizkörper noch immer falsch herum durchströmt, was zu verminderter Heizleistung führt.

Auf Grund dessen habe ich das Angebot abgelehnt und die Firma gebeten, die Heizkörper korrekt anzuschließen, wie es auch beauftragt und bezahlt war.

Allerdings weigert sich nun deren Versicherung zu zahlen, da die Baupläne veraltet gewesen seien und das Angebot mit den 500 € völlig ausreichend sei.

Nun die Frage: Muss sich der Installateur auf die Baupläne von 1971 verlassen können, oder muss das vor der Installation nicht prüfen?

Und: Ist das dann nun mein Problem, wenn die Versicherung des Schadensverursacher nicht zahlen will, oder deren Problem?

Vielen Dank und freundliche Grüße

11.01.2017 | 12:42

Antwort

von


(301)
Hopfengartenweg 6
90451 Nürnberg
Tel: 091138433062
Web: http://www.frischhut-recht.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Muss sich der Installateur auf die Baupläne von 1971 verlassen können, oder muss das vor der Installation nicht prüfen?

Ihre Ansprüche aufgrund des Werkmangels könnten allenfalls dann entfallen oder eingeschränkt sein, wenn Ihnen als Besteller ein Mitverschulden vorwerfbar wäre. Allein aus der Tatsache heraus, dass Sie dem Installateur die Ihnen vorliegenden Pläne zur Verfügung gestellt haben, kann Ihnen, nach meiner Rechtsauffassung jedoch kein rechtserheblicher Vorwurf gemacht werden, es sei denn, Sie hatten positive Kenntnis darüber, dass die Angaben in den Plänen nicht mehr den tatsächlichen Begebenheiten entsprachen.

Ich vermute allerdings, dass weder Sie noch der Installateur hiervon Kenntnis hatten. Ein Abweichen der tatsächlichen Begebenheiten von den Plänen dürfte somit allein in die Risikosphäre des Unternehmers fallen, der dies nötigenfalls prüfen muss bevor die Installation vorgenommen wird. Ein Mitverschulden dürfte daher ausscheiden.

2.
Ist das dann nun mein Problem, wenn die Versicherung des Schadensverursacher nicht zahlen will, oder deren Problem?

Ganz sicher nicht. Inwieweit sich die Haftpflichtversicherung eintrittspflichtig sieht oder nicht, ist allein Sache des Installateurs. Das Rechtsverhältnis zwischen dem Installateurunternehmen und der dahinter stehenden Haftpflichtversicherung ist für Sie daher ohne Belang.

Ihr Anspruchsgegner ist daher, mangels Anwendbarkeit des Versicherungsvertragsgesetzes, auch im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung, allein das Installateurunternehmen.

Die Einlassungen der Versicherung dürfte daher irrelevant sein. Sie sollten den Installateur daher, ggf. anwaltlich, unter Fristsetzung zur Mangelbeseitigung auffordern und im Falle eines fruchtlosen Fristablaufs Ihre weiteren Rechte (Selbstvornahme, § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln i. V. m. § 637 BGB: Selbstvornahme ; Rücktritt, § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln i. V. m. § 636 BGB: Besondere Bestimmungen für Rücktritt und Schadensersatz ; Minderung, § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln i. V. m. § 638 BGB: Minderung ; Schadensersatz, § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln i. V. m. § 636 BGB: Besondere Bestimmungen für Rücktritt und Schadensersatz ; sowie
Ersatz vergeblicher Aufwendungen, § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln i. V. m. § 284 BGB: Ersatz vergeblicher Aufwendungen ) wahrnehmen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei der Durchsetzung Ihrer Mangelbeseitigungsansprüche anwaltliche Unterstützung benötigen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit gern zur Verfügung, da meine Kanzlei auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung vollständig angerechnet werden.

Ich hoffe ansonsten, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen




Dipl.iur. Mikio A. Frischhut
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mikio Frischhut

Bewertung des Fragestellers 13.01.2017 | 09:17

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