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Versicherung. Lackierung zum 3. Mal nicht korrekt ausgeführt


04.08.2017 10:36 |
Preis: 25,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Brigitte Draudt



Hallo

Ich hatte 2016 meinen PKW mit einem Hagelschaden, welcher 2015 durch die Versicherung repariert wurde, gekauft.
Die Rechnung von damals über knapp 5000€ ist vorhanden. Also die Schadensabwicklung ging noch über den Vorbesitzer.

Die Versicherung händigte damals ein Garantie Zertifikat aus, welches über ganze 5 Jahre jegliche Reparaturarbeiten an diesem besagten Hagelschaden deckte. Jetzt Anfang des Jahres ist mir aufgefallen, dass überall unterhalb des Lackes Risse in der Spachtelmasse erschienen sind. Fast auf dem gesamten Auto.

Also die Vers. kontaktiert und ein Gutachter kam raus, sah sich den Schaden an, machte von allem Fotos und sagte mir direkt, dass der Fall klar sei & es übernommen werde.

Dann meldete sich die Lackiererei bei mir und 3 Wochen später hatte ich einen Termin, wo ich mein Auto abgeben sollte. Gesagt getan. Daraufhin stand mein Fahrzeug etwa 4 Wochen beim Lackierer, bis ich es abholen konnte. Einen Leihwagen hatte ich in der ganzen Zeit gestellt bekommen.

Dann endlich durfte ich den Wagen abholen und freute mich auf ein fast komplett neu lackiertes Fahrzeug.

Als ich den Wagen sah, merkte ich sofort, dass hier etwas nicht i. O. ist.
Der Wagen hatte überall unterhalb der Lackierung kleine Punkte, welche wie Pickel aussahen. Diese verteilten sich auf dem gesamten 'Neu' lackierten Bereich. Es waren bestimmt über 1000 Punkte und der Lack sah ein wenig wie eine Noppenplatte aus.

Dazu ist mir auch noch aufgefallen, dass statt wie vereinbart die rechte Seite, die linke Seite und das Dach lackiert werden sollten, nur die rechte Seite und das Dach bearbeitet wurden. Die linke Seite wurde vollkommen außer Acht gelassen. Obwohl dort auch Fotos von betroffenen Stellen gemacht wurden.

Es wurde auch mündlich mit der Lackiererei kommuniziert, dass alles neu gemacht werden müsse & die komplette Spachtelmasse abgemacht werden muss, weil da wohl ein Fehler in der Charge des Lieferanten sei.

Daraufhin besprach ich das mit der Versicherung und diese vereinbarten wieder einen neuen Termin, an dem ich den Wagen bei der Lackiererei abgeben sollte und gleichzeitig ein Vers. Außendienstler vor Ort sein würde, um es mit zu begutachten.

Dies geschah dann wieder 3-4 Wochen später und Der Wagen wurde wieder zur Lackierung bei der Lackiererei gelassen.

Dann fast 7 Wochen (!!!) später konnte ich das Fahrzeug abholen und hoffte, dass wenigstens diesmal alles korrekt sein würde.

Jetzt sind mir nach genauerer Betrachtung wieder bestimmt 5 Stellen am Auto aufgefallen, wo Dreckeinschlüsse sind (kleine Pickel), wo kleine Lacktropfen zu sehen sind (Tränenform) & mehrere Stellen, wo die Spachtelmasse nicht gerade gezogen wurde und Unebenheiten zu sehen sind (kleine Dellen/Beulen).

Das ganze zieht sich jetzt seit Anfang April, also etwa 16 Wochen seit ich den Schaden bei der HUK meldete.

Der Lackiererei will ich jetzt eigentlich ungern den Wagen wiedergeben.
Daher jetzt meine Frage, welche Rechte habe ich ?

Sogesehen hatte die Lackiererei 3x die Chance alles ordnungsgemäß zu erledigen & es hat jedes mal nicht richtig funktioniert.
Habe ich evtl ein Recht auf Erstattung der ersten Reparatur ?

Wie sollte ich jetzt vorgehen, wenn ich den Wagen bei einer anderen Werkstatt meiner Wahl reparieren lassen will. Oder wenn ich ihn jetzt so lassen wollen würde.

Vielen Dank.

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Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Zunächst einmal ist festzustellen, dass hier ein Werkvertrag vorliegt.
Bei einem Werkvertrag geht man davon aus, dass drei Nachbesserungsversuche eingeräumt werden müssen, bevor man den Rücktritt erklären kann und sich dann aussuchen, ob man Schadensersatz verlangt oder eine Ersatzvornahme vornimmt, d.h. hier eine andere Werkstatt beauftragt und die Kosten von der ursprünglichen Werkstatt zu bezahlen wären.
Allerdings gibt es auch Gerichtsentscheidungen, die mehr als drei Nachbesserungsversuche einräumen, abhängig vom Einzelfall.

Zu berücksichtigen ist auch, dass hier ja noch die Versicherung "im Boot" ist. Nicht ganz klar ist, ob es sich um eine Werkstatt handelt, die Sie frei gewählt haben oder um eine Vertragswerkstatt der Versicherung.

Ich empfehle Ihnen folgendes:

Dokumentieren Sie die neuerlichen Mängel und schreiben Sie die Werkstatt an. Schreiben Sie, dass Sie nach drei erfolglosen Versuchen nicht mehr bereit sind, einen weiteren Nachbesserungsversuch zu akzeptieren und von Ihren Mängelgewährleistungsrechten Gebrauch machen.
Teilen Sie das auch der Versicherung mit und/oder besprechen das mit dem Sachbearbeiter.

Ich würde hier dann erst einmal die Reaktionen abwarten. Wenn Sie direkt eine andere Werkstatt beauftragen, laufen Sie Gefahr, dass sich die erste Werkstatt und auch die Versicherung auf einen weiteren Nachbesserungsversuch berufen und es kommt ggf. zur Weigerung der Zahlung. Dann müssten Sie klagen, was weitere Kosten auslösen würde und auch dauern würde.
Ich halte eine einvernehmliche Lösung daher für besser. Je nachdem, wie die Reaktionen sind gibt es dann mehrere Optionen:
Sei es eine andere Werkstatt beauftragen oder die Versicherung zahlt einen Betrag in Höhe der neuerlichen Reparaturkosten oder die Werkstatt tut dies.

Ich hoffe, im Rahmen dieser Ersteinschätzung weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Draudt
Rechtsanwältin
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