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Versetzung verbunden mit Mobbing

| 15.07.2010 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Sehr geehrte Damen und Herren,

an dieser Stelle möchte ich kurz meinen Fall für Sie schildern:

Ich arbeite seit 3 Jahren bei einem namhaften globalen Unternehmen in D und bin als Abteilungsleiter für einen bestimmten Bereich verantwortlich

Bisher waren und sind die Leistungen meines Teams und mir überdurchschnittlich, dies spiegelt sich auch in unseren Zahlen und Bewertungen wieder

Unsere internen Kunden waren und sind zufrieden mit uns und haben uns dies auch in diversen Gesprächen und Emails bestätigt.

Meine vorherigen Vorgesetzten haben uns die sehr guten Leistungen auch in Personalgesprächen, bestätigt

------------------------------------------------------------------------------------

Folgende Dinge sind nun in den letzten 9 Monaten vorgefallen:

Vor 9 Monaten wurde mein Chef versetzt und ich bekam eine amerikanische Chefin

Am Anfang hat alles mit ihr gut geklappt, sie hatte mich auch sehr eng in den Kreis ihrer Vertrauten aufgenommen und teilte mit mir alle ihre Themen und Geheimnisse

Nach einer Beschwerde eines internen Bereiches hat plötzlich die Stimmung komplett umgeschlagen. Die Beschwerde stellte sich zwar als haltlos heraus, aber das Misstrauen und die schlechte Stimmung blieb

Von da an wurden mein Team und ich systematisch ins Abseits gestellt (Beginn Anfang Februar 2010)

Mein Team wurde von ihr aktiv angegangen. Unsere Chefin äußerte sich über uns negativ bei internen Kunden, diese dokumentierten die Beschwerde in Emails und machten sich lustig drüber (Emails wurden mir zugespielt)

Ende April bekam ich schließlich von meiner Chefin in einem 15-minutigen Meeting die Aussage, dass Sie für mich in Ihrer Organisation keine Zukunft mehr sieht. Ich solle mich nach einem anderen Job in der Organisation umschauen. Sie sieht für mich keine Weiterentwicklungschance. Mit Sätzen wie „dein Charakter ist nicht ausgereift und rund" untermauerte sie ihre Punkte.

Meine Enttäuschung darüber war groß, da mein Team und ich bis dahin exzellente Arbeit geleistet hatten. Ich verstand diese Wende nicht.

In der Woche drauf sollte ich an einem Workshop teilnehmen, an dem alle anderen Abteilungsleiter aus meinen Bereich auch teilnahmen. Da erlebte ich erst einmal eine unangenehme Überraschung. Ein anderer Abteilungsleiter (Vertrauter von meiner Chefin aus den USA) teilte mir mit, dass er einige Leute aus meiner Abteilung abziehen wolle und dies bereits mit meiner Chefin abgestimmt sei. Mit mir hatte bis dahin Niemand gesprochen.

Ich war geschockt und habe erst einmal die Konfrontation vermeiden und habe durch Einlenken versucht die Wogen zu glätten. Dies führte aber nicht zum Erfolg. Mir wurden drei MA abgenommen, mit der Begründung der hohen Arbeitslast des amerikanischen Kollegen. Dieser setzte sich aber erst 4 Wochen nach der Umschlüsselung mit meinen früheren MA in Verbindung. Diese Tatsache führte zu immensen Irritationen bei meinem Team und mir.

In Juni habe ich mir dann eine Woche Urlaub genommen. Nach meinen Urlaub fand ich dann eine Einladung in meinem Postfach zu einem Personalgespräch mit meiner Chefin und dem Personalchef (Ohne weitere Details). Auf meine Anfrage wozu dieses Gespräch dienen soll, kam ich keine Antwort von meiner Chefin. Stattdessen ruft mich der Personalchef an und fragte mich nach dem Grund der gespannten Situation. Mir wurde gesagt, dass es sich dabei nicht um ein Trennungsgespräch handelt, sondern nur um ein Gespräch um mich weiterzuentwickeln.

Ende Juni kam dann das Personalgespräch. Meine Chefin warf mir an drei konkreten Fällen vor, dass mein Team / ich etwas Falsches gemacht haben. Ich dementierte alle ihre falschen Anschuldigungen. Schließlich verfasste ich auch ein Protokoll (meine Sicht), dass ich dem Personalchef schickte.(Bis heute keine Antwort). In diesem Gespräch wurde mir noch einmal ans Herz gelegt eine andere Position im Unternehmen zu suchen. "Mir werde dabei auch geholfen". Ich solle dies als Weiterentwicklung sehen. Der Grund wieso man mich loswerden / Versetzten will wurde mir nicht genannt.

Die Unterstützung, die mir bei dem Gespräch zugesagt wurde ist ausgeblieben. In Oktober wird die neue Organisation meiner Chefin live gehen und mir wurde klar mitgeteilt, dass ich darin nicht berücksichtigt werde.

Nun stehe ich da und weiß nicht was ich tun soll.

Sie wollen mich loswerden und verkaufen das ganze unter dem Mantel der Weiterentwicklung. Die Versetzung bzw. Umorientierung soll im Rahmen einer Umorganisation gemacht werden.
In persönlichen Gesprächen wird mir Unterstützung bei der Umorientierung im Unternehmen zugesagt, aber ohne Nachhaltigkeit. Es werden Gerüchte gestreut, dass ich das Unternehmen verlassen will. Meine MA werden offen angegangen und vor internen Kunden lächerlich gemacht.
Meine bisherigen Leistungen bei den alten Führungskräften in Frage gestellt. Mein Ruf wir systematisch zerstört und die Uhr tickt, da der Oktober immer näher rückt.

Was ich bisher getan habe:
-------------------------------------
- Ich habe den Fall dem BR gemeldet
- Ich habe einen Vorschlag für ein Zwischenzeugnis eingereicht (Wird angepasst, da zu positiv)
- Ich habe mit unsere Geschäftsleitung gesprochen (Gute Freundin von meiner Chefin – Erfolg=0)

Fragen:

Wir verhalte ich mich nun in so einer Situation?
Meine MA stehen zwar alle hinter mir, aber auf sie kann ich nicht bauen, wenn es zur Sache geht.
Die meisten haben finanzielle Verpflichtungen und wären wahrscheinlich nicht bereit ihre Arbeit für mich zu opfern.

Welche nächsten Schritte soll ich planen, wenn es mit einer Umorientierung in Oktober nicht klappt?
Was für Rechte habe ich? Was darf ich jetzt auf keinen Fall tun?

Sollte ich das ganze auf eine rechtliche Ebene ziehen ist wahrscheinlich Mobbing sehr schwer nachzuweisen? Aus meiner Sicht gibt es aber auch für mich unter den gegebenen Umständen keine Zukunft in diesem Unternehmen, da ich als Mensch und Führungskraft hier nicht mehr geschätzt werde.

Da ich erst so kurz im Unternehmen bin macht eine Abfindung wahrscheinlich auch keinen Sinn. Erhöht ein Rechtsstreit die Chance auf eine höhere Abfindung?

Soll ich einfach abwarten, dass sie mir eine adäquate Stelle im Unternehmen anbieten?
Das wird so wie es sich aktuell abzeichnet nicht passieren, da vorne herum zwar Hilfe signalisiert wird, aber nicht Nachhaltig. Mit der Geschäftleitung und meiner Chefin habe ich nun mehr als einmal gesprochen und die Signale, die ich da bekomme sind eindeutig. Obwohl meine Chefin nur 180 Tage im Jahr in D sein darf (doppelte Besteuerung) und mich erst seit 9 Monaten kennt mutet sie sich zu mich so negativ zu beurteilen.

Was soll ich machen, wenn ich mit der angebotenen Stelle nicht zufrieden bin?
Darf ich einfach ablehnen und darauf hinweisen, dass ich die Versetzung nicht akzeptiere?
Wie oft darf ich das machen? Wer entscheidet, was adäquat ist oder nicht?
Darf eine Versetzung auch ohne mein Einverständnis erfolgen?
Welche Art der Unterstützung soll ich mir von den MA bzw. den internen Kunden holen?
Welche Art von Beweisen, Schriftstücke sind bei einem Rechtsstreit verwendbar und sinnvoll?
Was für Tipps gibt es in so einer verzwickten Situation?

Grüße
FYNN

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Bezüglich der Rechtmäßigkeit der vorgesehenen Versetzung sollten Sie vorab prüfen, ob sich Ihr neuer Arbeitsbereich mit der Stellenbeschreibung in Ihrem Arbeitsvertrag deckt. D. h. Ihre neue Tätigkeit muß sich mit dem Arbeitsvertrag in Einklang bringen lassen, auch in gehaltlicher Hinsicht.


2.

Wenn Ihre neue geplante Tätigkeit mit dem Arbeitsvertrag vereinbar ist, werden Sie kaum eine rechtliche Handhabe haben, eine Versetzung zu verhindern. Eine Versetzung ist nämlich vom sog. Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt.


3.

Der Arbeitgeber wird das Arbeitsverhältnis vermutlich nicht kündigen, da Sie in diesem Fall die Möglichkeit hätten, Kündigungsschutzklage beim zuständigen Arbeitsgericht zu erheben. Wenn Sie sich nichts (wesentliches) haben zu Schulden kommen lassen, wäre eine Kündigung rechtswidrig.

Im Fall der Kündigung müßte die Kündigungsschutzklage innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung erhoben werden.


4.

Sollte im Prozeßfall eine Abfindung zur Sprache kommen, könnten Sie mit einem halben Bruttogehalt pro Beschäftigungsjahr rechnen.


5.

Obwohl Ihre Aussichten, sich im Fall einer Kündigung dagegen mit Erfolg zur Wehr setzen zu können nach der Sachverhaltsschilderung als positiv angesehen werden können, dürfen Sie nicht außer Betracht lassen, daß man Sie, zumindest bei der derzeitigen Personalkonstellation, "loswerden" will.

In einem solchen Fall stehen dem Arbeitgeber zahllose Möglichkeiten zur Verfügung, den Arbeitnehmer zu bewegen, selbst das Arbeitsverhältnis zu kündigen und sich nach einer anderen Arbeitsstelle umzusehen. Ein größerer Betrieb kann es sich z. B. leisten, einen Arbeitnehmer nicht mehr am Arbeitsprozeß teilhaben zu lassen, also den Arbeitnehmer "kalt" zu stellen. Sich dagegen zur Wehr zu setzen, ist für den Arbeitnehmer ein nervenaufreibender Kampf ohne reelle Gewinnchance.

D. h. Sie haben im Grunde nur zwei Möglichkeiten:

Entweder nehmen Sie die Versetzung hin und warten, ob sich Ihre Position im Betrieb wieder verbessert oder Sie halten Ausschau nach einer anderen Arbeitsstelle.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 16.07.2010 | 10:44

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