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Versehentlicher eBay-Verkauf: Anfechtung Kaufvertrag

29.10.2018 15:18 |
Preis: 55,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe am Sonntag aus versehen eine relativ teure Uhr also eBay-Sofortauktion eingestellt. Dabei besitze ich die Uhr gar nicht, sondern wollte nur im Verkaufsformular überprüfen, was eBay für eine solche Uhr als Sofortkaufen-Preis vorschlägt. Bei eBay kann man für bestimmte Produkte diesen vorgeschlagenen Verkaufspreis einsehen. Ich wollte eine Richtwert haben, was so eine Uhr ungefähr Wert ist.

Beim Verlassen des Verkaufsformulars bin ich wohl nicht auf "Beenden", sondern auf "Einstellen" gekommen. Das war nicht meine Absicht und habe ich auch in diesem Moment nicht bemerkt. Die Uhr wurde also deutlich unter Marktwert für 5000 statt 8000-10000 Euro eingestellt. Dem entsprechend schnell wurde die Uhr innerhalb von 15 Minuten verkauft. Den Fehler das ich den Artikel tatsächlich inseriert habe, habe ich leider erst festgestellt als die Kaufbenachrichtigung kam.

Darauf hin habe ich dem Käufer, der die Uhr abholen und bar bezahlen wollte, mitgeteilt, dass es sich bei der Einstellung um ein Versehen handelt und das ich die Uhr leider nicht besitze. Zudem habe ich den Kauf abgebrochen.

Der Käufer hat den Kaufabbruch leider nicht angenommen sondern schrieb mir nur:

"Verstehe - jedoch ist ein rechtsgültiger Kaufvertrag zustandegekommen. Ich werde Schadenersatz geltend machen - wird teuer für Sie. Sie haben jetzt die Möglichkeit mir 1000 Euro als Kompensationszahlung über Paypal zu überweisen bis heute 18 Uhr. Erhalte ich die Zahlung nicht werde ich Sie abmahnen und vor Gericht bringen! Schönen Sonntag"

Ich hab daraufhin versucht dem Käufer zu erklären das ich nur Student bin und gar nicht die besagten Gelder besitze. Er schlug darauf eine monatliche Zahlung vor.

Kann ich den Kaufvertrag anfechten? Kann die versehentliche Einstellung unter Eigentumsirrtum zählen?

Wie muss ich da weiter vorgehen? Oder muss ich mich auf die Kompensationszahlung von 1000 Euro einlassen, um einer Schadensersatzklage aus dem Weg zu gehen?

Wenn ich der Zahlung zustimme, bin ich dann rechtmäßig aus dem Kaufvertrag raus?

Ist die "Kompensationszahlung" nicht Erpressung?

Die Situation ist für mich ziemlich stressig. Ich habe eigentlich weder die 1000 Euro, noch Geld um das vor Gericht auszutragen. Wie sind meine Chancen mit einer Anfechtung aus dem Kaufvertrag heraus zu kommen?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!
29.10.2018 | 16:02

Antwort

von


(371)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben mit dem Käufer einen wirksamen Kaufvertrag geschlossen. Da Sie die Ware nicht liefern können, kann der Käufer Schadenersatz geltend machen und zwar in Höhe des Betrages, den er für eine entsprechende Uhr mit den von Ihnen dargstellten Merkmalen zahlen muss. Diesen Betrag muss er aber nachweisen.

Selbst wenn Sie hier die Anfechtung des Vertrages nach § 119 BGB erklären würden, so wären Sie dem Käufer zum Schadenersatz verpflichtet. Und zwar in Höhe des negativen Interesses, des Vertrauensschadens. Auch hier könnten möglicherweise Forderungen in Höhe von mehreren 1000€ auf Sie zukommen, wenn der Käufer die Differenz zwischen Kaufpreis und Marktwert geltend macht.

Insofern ist die Forderung des Käufers durchaus begründet und in der Höhe angemessen.
Zahlen Sie die Summe, so sollten Sie vorher schriftlich mit dem Käufer vereinbaren, dass damit alle Ansprüche aus dem Vertrag erloschen sind.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Ergänzung vom Anwalt 29.10.2018 | 19:13

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte meine Antwort korrigieren, nachdem ich nochmals die Angelegenheit geprüft habe.
Sie können den Kaufvertrag wegen § 119 I 2. Fall ( Erklärungshandlungsirrtum) anfechten. Hier liegt eine automatisierte, elektronische Erklärung vor, aufgrund fehlerhafter Bedienung bzw. Eingabe.

Sie sollten daher umgehend den Vertrag anfechten. Eine Schadenersatzpflicht in der vom Käufer gewünschten Höhe sehe ich nicht.

Bei Nachfragen nutzen Sie bitte die Nachfrageoption.

ANTWORT VON

(371)

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