Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
505.542
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verschuldetes Erbe nicht ausgeschlagen -

| 16.02.2018 13:19 |
Preis: 35,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Moosmann


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Mutter ist noch im letzten Jahr verstorben. In den Wochen danach konnte ich vieles, auch in emotionaler/ psychischer Hinsicht nicht entsprechend ordnen. Ein zusätzlicher familiärer Streit kostete in dieser Zeit auch Kraft. Nach meiner Erfahrung bzw. Falsch Wissen welche auch mein Bekannten und Verwandtenkreis so teilte, müsste ein Notar auf die Erben zukommen und dort die Möglichkeit geben das Erbe entweder anzunehmen oder auszuschlagen.

Ich wusste vom ersten Tag an vom Sterbefall da ich sie die letzen Tage und Stunden begleitete. Ich wusste auch von den Schulden.

Nun dürfte die 6 Wochen Frist bereits letzte Woche verstrichen sein in dem man das Erbe ausschlagen kann. Durch eine Rechtsberatung wurde mir kurz die Möglichkeit einer Nachlassinsolvenz erläutert.

Gibt es noch weitere Möglichkeiten das Erbe dennoch auszuschlagen? Psychische Probleme aufgrund des Sterbefalls und falsches Wissen gestärkt durch die landläufige Meinung meines Umfeldes?

Mit welchen Kosten ist bei einer Nachlassinsolvenz zu rechnen und welchen groben Ablauf muss man beachten. Würde dies auch ohne anwaltliche Hilfe möglich sein?

Ich bedanke mich für Ihre Mühen


Mit freundlichen Grüßen

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Wenn die Ausschlagungsfrist bereits verstrichen ist, können Sie zwar nicht mehr ausschlagen.

Es könnte aber eine Anfechtung der Versäumung der Ausshlagungsfrist nach § 1954 BGB in Betracht kommen. Auch eine solche Anfechtung müsste widerum innerhalb von 6 Wochen erfolgen.

Psychische Probleme werden eine Anfechtung der Fristversäumung nicht rechtfertigen können. Wenn Sie aber von der Ausschlagungsfrist nichts wussten, könnte eine Anfechtung der Fristversäumung in Betracht kommen.

2.
Ein Antrag auf Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens muss vom Erben "unverzüglich" gestellt werden, sobald der Erbe von der Überschuldung des Nachlasses Kenntnis erlangt hat. Verletzt erdiese Pflicht, ist er den Gläubigern für den daraus entstehenden Schaden verantwortlich.

3.
Die Kosten einer Nachlassinsolwenz richten sich nach der Nachlassmasse und sind dem Nachlass zu entnehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2018 | 18:30

Sehr geehrter Herr Moosmann,

vielen Dank für Ihre rasche Antwort.

Wie hoch ist die Aussicht auf Erfolg bei Anfechtung dieser Fristversäumnis wegen Unkenntnis dieser Frist? Habe nicht verstanden ob diese Anfechtung anstatt einer Nachlassinsolvenz nun erlaubt ist bzw. welche Vorgehensweise nun ratsam ist. Oder kann zuerst angefochten werden und bei Misserfolg zur Insolvenz innerhalb der erneuten Frist übergegangen werden?

Sind sämtliche Vorgehensweise auch ohne anwaltliche Hilfe möglich oder besteht hier zu mindestens eine Pflicht?

Möchte mich herzlich für Ihre Hilfe bedanken.

Gruss



Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2018 | 14:09

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wiw folgt Stellung:

1.
Grundsätzlich kommt eine Anfechtung der Versäumung der Ausschlagungsfrist in Betracht, wenn dem Erben diese Frist nicht bekannt war (NGH Beschluss vom 10.6.2ß15 -IV ZR 39/14 -)

Um die Erfolgsaussichten einer solchen Anfechtung beurteilen zu können, wäre eine umfassende Prüfung des Sachverhalts erforderlich, was im Rahmen dieser Online-Beratung leider nicht möglich ist.

Entscheidend dürfte sein, ob man Ihnen Ihre Unkenntnis glaubt.

Falls Sie aber Ihre Fehlvorstellungen gegenüber anderen geäußert haben, könnten diese als Zeugen gehört werden und es würde einiges dafür sprechen, dass der Sachverhalt in Ihrem Sinne geklärt werden kann.

2.
Eine Einschaltung eines Rechtsanwalts ist nicht erforderlich und nicht vorgeschrieben.

Eine Anfechtung muss gegenüber dem Nachlassgericht erfolgen (§ 1955 BGB ).

Die Anfechtung muss zur Niederschrift des Nachlassgerichts oder in öffentlich beglaubigter Form (Notar) erfolgen, § 1945 BGB .

3.
Wenn Sie eine Anfechtung erklären, also geltend machen, nicht Erbe zu sein, wäre ein Antrag auf Nachlassinsolvenz nicht mehr zulässig. Das ist einhellige Rechtsprechung (BHH Beschluss vom 19.5.2011 -IX ZB 74/10 -).

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Moosmann

Bewertung des Fragestellers 20.02.2018 | 09:19

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr gut, ausführlich und verständlich weitergeholfen! Vielen Dank "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 20.02.2018 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 65539 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Antwort kam schnell und war verständlich. ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Schnelle Antwort mit Verweis auf gültige Rechtsnormen und entsprechenfe Handlungsempfehlung. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
die antwort war gut. ...
FRAGESTELLER