Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Versammlung: Gäste, Vertreter und maximale Dauer

| 24.03.2015 08:03 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Hallo,

es wird zu einer Gesellschafterversammlung einer GmbH mit zwei Gesellschaftern geladen.

Drei kurze Fragen:

a) Wenn Gesellschafter A einen Gast mitbringt (Anwalt oder Eltern), ohne Rücksprache mit Gesellschafter B, weder schriftlich noch mündlich, darf Gesellschafter B den Gast herausbitten? Falls Gesellschafter A auf den Gast besteht, darf Gesellschafter B die Versammlung abbrechen?

b) Wenn Gesellschafter A verhindert ist und ein Vertreter erscheint, hat dieser noch ein Stimmrecht, wenn er zuvor schriftlich nicht mitgeteilt wurde? Was, wenn der Vertreter die schriftliche Mitteilung zur Versammlung mitbringt? Gibt es da eine Ankündigungsfrist?

c) Wenn Gesellschafter A die Versammlung unnötig verzögert, indem er die Versammlung endlos diskutiert oder auch schweigt, aber gegen einen Beschluss und eine Beendigung ist, ab wann kann der andere Gesellschafter die Versammlung abbrechen oder beenden? Wie lange darf eine Versammlung maximal dauern, insb. wenn Gesellschafter B Geschäftsführer ist und die Versammlung in den Geschäftsräumen stattfindet?

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist ein guter Gesellschaftsvertrag mit ausführlichen Regeln zu einer Gesellschafterversammlung versehen, die den Ablauf und weitere Details regeln. Meine Antwort kann daher nur auf der gesetzlichen Regelung aufbauen und ist ggf. aufgrund spezieller, bei Ihnen vorhandener Regeln teilweise nicht zutreffend.

1. Externe Personen haben auf einer Gesellschafterversammlung nichts zu suchen. Freunde, Bekannte und Eltern also können nicht an der Versammlung teilnehmen. Hinsichtlich eines mitgebrachten Rechtsanwaltes beispielsweise kann Ihr Mitgesellschafter versuchen einen Beschluss herbei zu führen, dass er sich von diesem begleiten lassen darf. Wenn Sie diesen Beschluss nicht fassen wollen, müssen Sie ggf. damit rechnen, dass der Rechtsanwalt anstelle Ihres Mitgesellschafters an der Versammlung teilnimmt. Dies wäre dann möglich, wenn er vor Ort mit einer Vollmacht ausgestattet wird.
Sofern Ihr Gesellschafter darauf besteht, einen Gast dabei zu haben, können Sie die Versammlung unmittelbar abbrechen und versuchen, für die nächste Versammlung vorzubeugen - erheben Sie eine Feststellungsklage um gegenüber Ihrem Mitgesellschafter feststellen zu lassen, dass ein Anspruch auf Begleitung nicht besteht.

2.Eine Ankündigungsfrist für einen Vertreter gibt es nicht. Erscheint ein Vertreter mit schriftlicher Vollmacht, so ist dieser als Gesellschafter mit Stimmrecht anzusehen.

3.Ihre Vorstellung der Versammlung muss korrigiert werden. Eine Verzögerung droht nicht. Sie haben eine Tagesordnung und die ist abzuarbeiten.
Schweigen verzögert nichts. Schweigt Ihr Mitgesellschafter, so besprechen Sie den aktuellen Tagesordnungspunkt, kommt keine Rückmeldung so schreiten Sie zur Abstimmung. Stimmt Ihr Mitgesellschafter nicht, so enthält er sich, stimmt er gegen oder für einen Beschluss ist das Ergebnis festzuhalten und zum nächsten Punkt weiter zu gehen.
Nicht anders ist es bei "endlosem diskutieren" wenn Sie feststellen, dass Sie auf keinen gemeinsamen Punkt kommen, dann diskutieren Sie eben 15 Minuten, dazu ist die Versammlung ja auch da, dann schreiten Sie zur Abstimmung und verfahren weiter wie oben beschrieben. Eine Maximaldauer einer Versammlung gibt es nicht.

In Ihrem Fall scheinen die Fronten verhärtet zu sein. Es kann in solchen Fällen Sinn machen, die Versammlung bei einem Notar durchzuführen, der die Versammlung leitet. Hiermit habe ich in der Praxis schon gute Erfahrungen gemacht. Der Notar sollte neutral sein und mit niemandem von Ihnen bereits zu tun gehabt haben.

Alternativ sollten Sie ggf. überlegen, die Gesellschaft aufzulösen oder den Mitgesellschafter los zu werden, denn erfahrungsgemäß lassen Ihre Schilderungen darauf schließen, dass Sie am Beginn einer langen Auseinandersetzung stehen, die möglicherweise mit vielen Verfahren und demzufolge auch Kosten verbunden sind.

Sehr gerne stehe ich Ihnen hierfür zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 24.03.2015 | 09:02

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen