Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.336
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verrechnung der Kapitalerträge aus dem Folgejahr


08.12.2016 18:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Sehr geehrte(r) Rechtsanwalt(in),

im Jahre 2015 erzielte ich einen Kapitalgewinn aus Aktieneschäften in der Höhe von ca. 50.000,0 €. Diese Gewinne wurden noch nicht versteuert, da die Steurerklärung 2015 bis jetzt noch nicht eingereicht wurde (bin Selbständiger, habe eine verlängerte Frist beantragt und die Frist wurde bis Ende 2016 verlängert).

Im Jahre 2016 erlied ich einen Wertverlust aus den Aktiengeschäften in der Höhe von ca. 60.000,0 €.

Ich suche nach einer legitimen Möglichkeit, die Verluste aus dem Jahr 2016 (Folgejahr) mit den Gewinnen im Jahr 2015 (aktuelle Steuererklärung) zu verrechnen und diese entsprechend in die Steuererklärung 2015 einzutragen.

Also vereinfacht:
Steuererklärung 2015:
Gewinn 50.000,0 € (2015) - 60.000,0 € (2016) = -10.000,0 €

Falls es eine solche Möglichkeit gibt, wo trage diese Werte ich die Steuerklärung ein?

Muss ich gleichzeitig mit der Steuererklärung 2015 auch die Steuererklärung 2016 einreichen oder reicht zunächst mal die Abgabe der Steuererklärung 2015 mit den Verlustnachweisen in Form von Kontoauszügen für das Jahr 2016.

Vielen Dank im voraus,

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ein solcher Verlustrücktrag - wie von Ihnen gewünscht - ist leider nicht möglich. Solche Verluste können nur noch mit zukünftigen Gewinnen aus Aktiengeschäften verrechnet werden. Dies ergibt sich aus § 20 Abs. 6 EStG:

(6) 1Verluste aus Kapitalvermögen dürfen nicht mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten ausgeglichen werden; sie dürfen auch nicht nach § 10d abgezogen werden. 2Die Verluste mindern jedoch die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus Kapitalvermögen erzielt. 3§ 10d Absatz 4 ist sinngemäß anzuwenden. 4Verluste aus Kapitalvermögen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 1 Satz 1, die aus der Veräußerung von Aktien entstehen, dürfen nur mit Gewinnen aus Kapitalvermögen im Sinne des Absatzes 2 Satz 1 Nummer 1 Satz 1, die aus der Veräußerung von Aktien entstehen, ausgeglichen werden; die Sätze 2 und 3 gelten sinngemäß. 5Verluste aus Kapitalvermögen, die der Kapitalertragsteuer unterliegen, dürfen nur verrechnet werden oder mindern die Einkünfte, die der Steuerpflichtige in den folgenden Veranlagungszeiträumen aus Kapitalvermögen erzielt, wenn eine Bescheinigung im Sinne des § 43a Absatz 3 Satz 4 vorliegt.

Es sind nun also die Erträge aus 2015 zu versteuern und es bleibt zu hoffen, dass Sie zukünftig Gewinne erwirtschaften aus Aktiengeschäften um die Verluste aus 2016 verwerten zu können.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 11.12.2016 | 00:32

Sehr geehrter Herr Busch,

zu Ihrer Anwort:
1. inwieweit kann ich die Kapitalverluste aus dem Jahr 2016 mit den zukünftigen Gewinnen in den Folgejahren verrechnen, ist die Verrechnung zeitlich begrenzt?
2. kann ich die Kapitalverluste ausschliesslich mit den Spekulationsgewinnen (falls ein solcher Begriff noch existiert) verrechnen ? Die Verluste entstanden innerhalb von 4 Monaten, falls es eine Rolle spielt.
2. muß das Finanzamt für den Kapitalverlust einen gesonderten Bescheid ausstellen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2016 | 01:38

Sehr gerne beantworte ich die Nachfragen in der gebotenen Kürze, auch wenn es sich hierbei eigentlich um neue, weitere Fragen handelt:

1. Eine zeitliche Beschränkung besteht nicht.
2. Der Begriff "Spekulationsgewinn ist irreführend, verrechnet werden kann nur mit Gewinnen aus Aktiengeschäften.
3. Die Ansammlung, Fixierung und Verrechnung wird einmal durch die Steuererklärung und den Steuerbescheid fixiert, im Übrigen durch die depotführende Bank.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60143 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr schnelle und hilfreiche Antworten. Kompetent und freundlich. So wünscht man es sich als Mandant. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr hilfreiche Informationen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und ausführliche, sehr gute Antwort. ...
FRAGESTELLER