Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Verpflegungsmehraufwände auch nach 3 Monaten noch steuerfrei?


08.03.2007 15:45 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Guten Tag,

ich bin bei einer Unternehmensberatung beschäftigt, die mich regelmäßig auf längere Einsätze zum Kunden schickt.
Während dieser Zeit wohne ich in der Regel im Hotel.
Bei einem Einsatz, der sich auf fünf Tage die Woche beläuft, ist die Sache für mich eigentlich klar: hier müssen die gezahlten Verpflegungsmehraufwände versteuert werden, wenn das Projekt in den 4. Monat geht, weil hier die 3-Monatsklausel aus EStG §4 Abs. 5 Punkt 5c Satz 5 "Bei einer längerfristigen vorübergehenden Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte beschränkt sich der pauschale Abzug nach Satz 2 auf die ersten drei Monate" gilt.
Soweit so gut.
Jetzt habe ich aber ein Projekt, wo ich nur Montags bis Donnerstags vor Ort bin. Freitags habe ich home-office. Für den Freitag bekomme ich deswegen auch keine Verpflegungsmehraufwände erstattet. Gilt die 3-Monats-Regel jetzt trotzdem, obwohl ich jede Woche die überwiegende Zahl der Nächte zu Hause verbringe (3 im Hotel, 4 zu Hause)? Wenn nein, was müsste an Voraussetzung gegeben sein, damit die Verpflegungsmehraufwände steuerfrei bleiben?
Vielen Dank,

J. Euler
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben und Einsatzes beantworten möchte:

Obwohl Sie die überwiegende Zahl der Nächte zu Hause verbringen, gilt die Dreimonatsfrist trotzdem, wobei sich die Höhe der steuerfreien Verpflegungsmehraufwendungen nach der Abwesenheit von Ihrer Wohnung richtet (BFH v. 11.05.2005, BStBl 2005 II S. 782), hier also von montags bis donnerstags.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Nachfrage vom Fragesteller 09.03.2007 | 21:05

Sehr geehrter Herr Schweizer,

die Situation stellt sich konkret so dar:
pro vollem Arbeitstag am auswärtigen Dienstort (in Deutschland) werden 32 Euro Tagespauschale gezahlt, bei Rückkehr am gleichen Tag (gilt dann für den Abreisetag analog) 12 Euro.
Das bedeutet, dass ich für eine 4-Tage Woche vor Ort insgesamt 108 Euro erhalte. Die Tagespauschalen sind unabhängig von der Anzahl der Tage pro Woche vor Ort und dem Einsatzort die ersten 3 Monate steuerfrei, danach werden sie vom Arbeitgeber auf das Monatsgehalt aufgeschlagen und somit voll versteuert.
Laut Ihrer Aussage gibt es anscheinend irgendwelche steuerfreien Höchstbeträge auch nach dem dritten Monat. Wie hoch sind diese Beträge? Wenn der steuerfreie Betrag überschritten wird, ist dann nur der über diesen Betrag hinausgehende Anteil oder der Gesamtbetrag steuerpflichtig?
Gibt es eine Möglichkeit, diese 3-Monatsfrist zu vermeiden?
Woraus leitet sich die 3-Monatsregel grundsätzlich ab? Aus der überwiegenden Anzahl der Arbeitstage am anderen Dienstort oder aus dem Verhältnis der Anwesenheit am Dienstort gegenüber der Anwesenheit am Wohnort?
Für eine konkrete Aussage bin ich Ihnen sehr dankbar.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.03.2007 | 15:11

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen gerne wie folgt beantworten möchte:

Nein, da haben Sie mich offensichtlich missverstanden:

Es gibt keine steuerfreien Höchstbeträge auch nach dem dritten Monat, da nach Ablauf der Dreimonatsfrist die auswärtige Tätigkeitsstätte als neue regelmäßige Arbeitsstätte anzusehen ist.

Unter Berufung auf den BFH (s. o.) wollte ich eigentlich nur zum Audruck bringen, dass eine steuerfreie Erstattung innerhalb der ersten drei Monate nur für die Tage möglich ist, an denen Sie von Ihrer Wohnung abwesend sind.

Wenn der steuerfreie Betrag überschritten ist, ist auch nur der übersteigende Betrag steuerpflichtig, wobei dann der Arbeitgeber die Möglichkeit hat, den übersteigenden Betrag gem. § 40 Abs. 2 Nr. 4 EStG mit 25 % pauschal zu versteuern, sofern die maßgebenden Höchstbeträge um nicht mehr als 100 % überschritten werden.

Die Dreimonatsregel leitet sich aus der Anzahl der Arbeitstage am anderen Dienstort ab (R 37 Abs. 3 LStR).

In der Hoffnung, Ihnen nun Klarheit verschafft zu haben, verbleibe ich

mit besten Grüßen
RA, Dipl.-Fw. Schweizer

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER