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Veröffentlichung von Pornographischen Fotos im Internet ohne Zustimmung


| 17.08.2007 17:00 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe in einer 4-jährigen Beziehung von meinem damaligen Partner Nacktfotos von mir machen lassen, die auch teilweise pornographisch waren. Diese Fotos wurden von ihm während der Beziehung schon ins Internet gestellt, als ich dies erfahren habe, habe ich ein klares Verbot darüber ausgesprochen, woran er sich dann auch gehalten hat (dachte ich bzw. glaubte ich). Die Beziehung ist seid zwei Jahren beendet und durch die neue Ex-Freundin wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass er meine Fotos weiterhin zeigt, hab mich also im Netz auf die Suche begeben und bin fündig geworden. Ich habe 44 Bilder von mir gefunden, die insgesamt rund 50.000mal angeklickt wurden. Auf den Fotos bin ich teilweise sogar mit Gesicht zu erkennen und sie sind pornographischer Natur, also nicht nur nackt, sondern auch beim Verkehr. Ich habe meinen Ex-Freund nun aufgefordert sofort alle Fotos von mir aus dem Netz zu nehmen, was er heute Abend auch tun will. Aber darauf vertraue ich nicht, weil ich keine Möglichkeit habe, das ganze Netz nach Fotos von mir zu durchforsten, es gibt unzählige Foren, wo Männer Ihre Hausfrauen kostenfrei zur Besichtigung einstellen und sich über Bemerkungen und viele Klicks freuen. Meine Fotos sind nun ungeschützt zu sehen, sogar ohne FSK 18 Schutz, das Profil desjenigen der sie dort einstellt aber nicht, dazu muss man Mitglied werden. Ich habe auch die neue Ex-Freundin nackt und in pornographischer Weise im Netz gefunden. Mein Ex Freund ist sexsüchtig und ich denke er wird es nie lassen, sie zu versenden und zu veröffentlichen. Die Fotos wurden auch per Email an tauschfreudige Menschen verschickt, wer weiß zu wem überall hin, ich denke er weiß es selber nicht mehr und hat den Überblick verloren wo er die Bilder ins Netz gestellt hat. Ich möchte nun, dass er dies unterlässt und mich für die ganze Sache entschädigt und zwar gut entschädigt, wenn ich pro Klick auf eines meiner Fotos einen Euro verlange, dann wäre das nur fair, wobei er dabei tief in die Tasche greifen müsste, wenn ich noch die Dauer dazunehme, wo nicht einzuschätzen ist, wie oft und wieviel Menschen er meine Fotos geschickt hat. Ich habe Kinder, bin selbständig tätig und einen guten Ruf zu verlieren und kann jetzt nicht sicher sein, wer wann meine Bilder weitertauscht oder veröffentlicht, weil die ja wohl im Laufe der Zeit weit gestreut wurde. Ich bitte hier daher um Rat und Unterstützung, wie ich am besten vorgehen kann. Ich habe die andere Ex-Freundin noch nicht darüber informiert, dass ich sie ebenfalls im Netz gefunden habe. Wie hoch sind meine Chancen eine Entschädigung zu erhalten, mal davon abgesehen die Zeit bezahlt zu bekommen, die es mich alleine in den letzten zwei Tagen gekostet hat, das Netz zu durchforsten und Beweise zu sichern ?? Kann auch beweisen, dass er die Fotos verschickt hat. Die Fotos auf Papier mit Negativen habe ich bereits zurückerhalten, die digitalen allerdings nicht, konnte da nur darauf vertrauen, dass er sie löscht und erst recht nicht weitergibt oder gar veröffentlicht.
In der Hoffnung auf positive Antwort, danke vorab liebe Grüße von der Ex-Freundin
17.08.2007 | 18:17

Antwort

von


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Hindenburgstrasse 15
78467 Konstanz
Tel: 07531 / 3622173
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Sehr geehrte Ex-Freundin,

durch die Veröffentlichung der Fotos ohne ihre Einwilligung hat sich Ihr Ex-Freund haftbar gemacht.

Nach § 22 Satz 1 KunstUrhG bedarf es für die Veröffentlichung eines Bildnisses des Einverständnisses der abgebildeten Person.

Zunächst macht sich ihr Ex-Freund mangels Ihrer Einwilligung strafbar. Wer entgegen § 22 KunstUrhG Bilder verbreitet, obwohl er nicht die Einwilligung der abgebildeten Person hat, macht sich nach § 33 KunstUrhG sogar empfindlich strafbar. Hierbei können Geldstrafen und Freiheitsstrafe verhängt werden, allerdings wird die Tat nur auf Antrag verfolgt, den Sie oder ein Anwalt stellen müsste.


Des weiteren haftet Ihnen Ihr Ex-Freund gem. § 823 BGB für die entstandenen immateriellen Schäden auf Grund der Verletzung Ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Hierbei erhalten Sie jedoch keinen pauschalen Betrag für jedes Bild von Ihnen, welches angeklickt wurde. Der Bemessungsfaktor für die Höhe der Geldentschädigung ist die Intensität der Persönlichkeitsverletzung. Auf Grund der doch langen Zeit der Bilder im Internet und der starken Verbreitung könnte eine erhebliche Intensität bejaht werden, was zu einer dementsprechenden Höhe der Entschädigungssumme führen würde.

Eine zivilrechtliche Klage gerichtet auf Geldentschädigung, Beseitigung und Unterlassung wegen Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts sowie des Rechts am eigenen Bild wäre Ihnen des weiteren anzuraten.

Ich hoffe ich konnte Ihnen Ihre Frage zur Zufriedenheit beantworten.

Ich rate Ihnen mit Ihrem Fall baldmöglichst einen Rechtsanwalt aufzusuchen und diesen zu Beauftragen, ich selber stehe Ihnen selbstverständlich auch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Sebastian Stark Rechtsanwalt

Rechtsanwaltskanzlei STARK
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Nachfrage vom Fragesteller 17.08.2007 | 18:59

Wie wird eine Persönlichkeitsverletzung vom Gericht bemessen und in Geldhöhe beziffert, gibt es da irgendwelche Richtlinien? Denke dabei an die Anzahl der Personen, die mich gesehen haben und die Fotos laden und weiter versenden konnten, ist ja das reinste Schneeballsystem und geht ins Unermessliche.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.08.2007 | 19:34

Sehr geehrte Ex-Freundin,

sollten Sie eine konkrete Höhe der Geldsumme von mir hören wollen, so muss ich Ihnen leider sagen, dass eine solche Bezifferung bei derzeitigem Informationsstand nicht möglich ist. Eine Bezifferung anhand von Richtlinien erfolgt ebenfalls nicht.

Bei der Beurteilung der Höhe der angemessenen Entschädigung berücksichtigt das Gericht folgende Aspekte:

1. Der Schweregrad der Persönlichkeitsverletzung, welcher in ihrem Fall durch die Art der Fotos und die Anzahl der Menschen die sich diese angesehen haben eher als schwer zu beurteilen ist.
2. Die Beeinträchtigung darf nicht auf andere Weise ausgeglichen werden können, was in Ihrem Fall auf Grund der bisher erfolgten Verbreitung ebenfalls zu bejahen wäre.

Beide Apekte sind in Ihrem Fall von Bedeutung und gerade die Anzahl der Personen, die Verbreitungsmöglichkeiten und die lange Zeitdauer, die die Fotos im Internet zu sehen waren, lassen eine eher hohe Entschädigungssumme erwarten. Eine genauere Bezifferung oder Nennung einer Grössenordnung, ist nach derzeitigem Informationsstand jedoch nicht möglich.

Mit freundlichen Grüssen

Sebastian Stark, Rechtsanwalt

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