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Veröffentlichung von Fotos in der Zeitung


| 10.05.2006 14:09 |
Preis: ***,00 € |

Datenschutzrecht



Sehr geehrte Damen und Herrn,
am 21. April 2006 verstarb 19 jähriger Sohn meines Legensgefährten. Vermutlich hat er Drogen probiert und hat eine verunreinigte Ecstasy Tablette o.ä. bekommen. Die Polizei ermittelt noch. Am 26. April erschien in unserem Wochenblatt auf der Titelseite ein Bericht mit der Überschrift "Mysteriöser Tod eines Rappers". Er hat sich vor 4 Jahren mit Hiphop Musik befasst und auch einen Auftrtt in der Schule und auf dem Marktplatz gehabt. Seit 4 Jahren hat er sich überhaupt nicht mehr für diese Musik interessiert. Abgesehen davon bestand der Bericht nur aus Vermutungen und Halbwahrheiten. Er wurde sozusagen als rappender Junkie dargestellt. Wir als Eltern sind überhaupt nicht befragt worden oder über die Veröffentlichung dieses Berichts informiert worden. Das Schlimme daran war, dass auch noch ein Bild unsers Sohnes auf der Titelseite (ohne Balken vor den Augen o.ä.) erschien mit der Unterschrift "Manuel starb an einer Überdosis Methadon". Das sind Behauptungen, die noch nicht erwiesen sind. Der Obduktionsbericht ist noch nicht da. Wir haben uns über die Berichterstattung, die gelinge gesagt einfach nur eine Frechheit war, beschwert. Es wurde sich entschuldigt und angeblich sollen wir über jede Meldung die jetzt erscheint informiert werden. Sie wollen auch über den Obduktionsbericht schreiben, was wir Ihnen untersagt haben. Wie kommen die überhaupt an den Bericht? Wir möchten nun wissen, ob die Zeitung berechtigt ist, ohne Genehmigung Bilder unseres Sohnes zu veröffentichen? Können wir uns wenigsten dagegen wehren?

mfg
Sehr geehrte Fragestellerin,

erst einmal herzliches Beileid.

Bezüglich Ihrer Frage kann ich Ihnen mitteilen, dass Sie das natürlich nicht dulden müssen.

Erst einmal hat die Zeitung keinen Zugriff auf den Obduktionsbericht. Eine Veröffentlichung ist nicht möglich.

Eine Veröffentlichung des Bildes Ihres Sohnes ohne Ihre Einwilligung ist nicht möglich.
Wegen des Rechtes am eigenen Bild muss eine Zustimmung Ihrerseits vorliegen. Sowohl das Recht am eigenen Bild als auch das Recht an der informationellen Selbstbestimmung sind Teil des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes gem. Art. 2 Abs.1 GG i.V.m. Art.1 Abs.1 GG. Der Schutz der Persönlichkeit steht hierbei im Vordergrund. Fotos stellen auch sog. personenbezogenen Daten dar, wenn eine Identifizierung dr Person möglich ist.

Eine Konkretisierung der Regelung des Rechtes am eigenen Bild findet im Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie statt. Gem. § 22 KUG ist eine Veröffentlichung nur mit Zustimmung der Person selbst oder nach deren Tod mit der Zustimmung der Eltern gestattet.

Gem. § 33 KUG ist strafrechtlich gesehen eine Verbreitung mit Geld-oder Freiheitsstrafe zu ahnden.

Sie können die Zeitung gem. § 1004 BGB analog i.V.m. §§ 823 Abs.1 und 2, § 22 S.1 KUG zur Beseitigung und Unterlassung auffordern. Daneben können SIe gem. § 823 Abs.1 und 2, § 847 BGB, § 22 S.1 KUG Schadensersatz und Schmerzensgeld geltend machen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen im Rahmen der Erstberatung auf Grund Ihrer Angaben eine erste rechtliche Orientierung geben konnte.

Ich wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute und viel Kraft.

Falls Sie noch Fragen haben sollten oder eine Verfolgung Ihrer Ansprüche wünschen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 10.05.2006 | 15:29

Sehr geehrte Frau Gerlkach,
herzlich Dank für Ihre schnelle Antwort.
Auch wenn man eigentlich gerne jetzt zur Ruhe kommen würde, werden wir anhand Ihrer Antwort rechtliche Schritte einleiten. Das sind wir unserem Sohn einfach schuldig! Und vielleicht überlegt sich die Zeitung in Zukunft, was sie mit solcher Berichterstattung den Angehörigen antut.
Leider ist Ihre Kanzlei ja in Augsburg. Wir wohnen in Winsen (Nähe Hamburg) und werden mal sehen, ob wir einen Anwalt finden, der uns gut berät. Gibt es ein Verzeichnis der Anwälte die sich auf solche Themen spezialisieren oder machen das alle Anwaltskanzleien?
Vielen Dank nochmal.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.05.2006 | 16:37

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich sind alle Anwälte in der Lage, eine Unterlassungserklärung vorzunehmen.

Ihre Daten wurden mir erst nach Beantwortung mitgeteilt, so dass ich nicht wußte, woher Sie kommen. Ich kann Ihnen aber mitteilen, dass ich einige Mandanten habe, die von weiter weg sind. Im Zeitalter des emails etc. ist das eigentlich kein Problem mehr.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Gerlach
Rechtsanwältin

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