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Vernehmung wegen sexueller Nötigung

19.09.2009 11:06 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Ende Juni wurde ich fristlos von dem Arbeitgeber entlassen wegen sexueller Nötigung laut Arbeitgeber,die Bedingung war die Kündigung anzunehmen und zu akzeptieren,der Arbeitgeber verzichtet darauf auf eine Strafanzeige,jetzt habe ich eine Anhörung wegen sexueller Nötigung bei der Kriminalpolizei erhalten
Der Fall ist so,ich bin Berufstätig als Altenpfleger,ich hatte mich mit einer Kollegin gut verstanden,sie hatte mir eines Abends Bilder im Internet von ihren Partys gezeigt,ich hatte mich auf den Stuhl hinter ihr gesetzt und sie mit den Händen umschlungen,sie erzählte mir sie hätte sexuelle Beziehungen mit 2 Männer zugleich gehabt und wäre auch Frauen gegenüber nicht abgeneigt,ich bin kurz darauf aufgestanden weil ich nicht mehr so sitzen konnte und habe mich auf einen stuhl neben ihr gesetzt,dabei habe ich die Hände auf ihre Beine gelegt,aber nur auf den Oberschenkel,ich denke am anderen Tag sie von hinten nochmal an mich gedrückt zu haben einmal,dann losgelassen,danach habe ich mich nicht mehr an sie herangenaht,sie sagte mir sie möge das nicht.Die Kollegin war damals fast 18 Jahre alt,inzwischen bin ich seit juli bei einem anderen Arbeitgeber als Altenpfleger beschäftigt.
Ich habe die genannte Person nie im intimbereich berührt und ich habe von ihr nie verlant mich im Intimbereich zu berühren,ebenfalls hatte ich ausserhalb des Dienstes niemals Kontkt mit ihr,ich habe sie weder versucht anzurufen,noch mit ihr in Kontakt zu treten
Jetzt habe ich Angst dass ich meine Arbeit und Zulassung als Altenpfleger verliere.Ist meine Angst berächtigt?Werde ich deshalb ins Gefängnis kommen?Ich weiss nicht was sie erzählt hat,wie sie den Fall geschildert hat,aber ichsage die Wahrheit,ich gebe zu bei der Umarmung ihre Brüste berührt zu haben,aber mehr auch nicht.Ich habe keinen Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis,habe mich nie strafbar gemacht
Bitte um Antwort

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung Ihre Frage wie folgt beantworten:

§ 177 StGB schützt die sexuelle Selbstbestimmung einer Person als Teilaspekt ihrer Menschenwürde und stellt die in § 177 Abs. 1 StGB genannten Nötigungshandlungen als besonders intensive Eingriffe in den Rang eines Verbrechens. Er setzt voraus, dass das Tatopfer mit Gewalt gezwungen wird, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten zu dulden oder am Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die sexuelle Handlung muss angesichts der hohen Strafandrohung und den Folgen der Einstufung einer Handlung als Verbrechen (u.a. Strafaussetzung regelmäßig nur nach § 56 Abs. 2 StGB) von einiger Erheblichkeit sein. Unterhalb dieser Schwelle liegende Nötigungshandlungen fallen unter § 240 StGB (Fischer StGB 55. Aufl. § 177 Rn. 4, MünchKommStGB/Renzikowski § 177 Rn. 1).

Ob die Schwelle der Erheblichkeit für das betroffene Rechtsgut überschritten wurde, ist nach Art, Intensität und Dauer der sexualbezogenen Handlung und der Beziehung der Beteiligten untereinander zu beantworten, wobei die gesamten Begleitumstände des Tatgeschehens zu berücksichtigen sind (BGH NStZ-RR 2007, 12/13; BGHSt NStZ 1992, 432; BGH StV 2000, 197).

Die sexuelle Selbstbestimmung ist am ehesten bei Kontakt an Geschlechtsorganen verletzt. Abhängig von der Einwirkungsintensität im Einzelfall können aber auch Berührungen an anderen Körperregionen die Schwelle der Erheblichkeit überschreiten (MünchKommStGB/ Hörnle § 184f Rn. 22).

Im vorliegenden Fall haben Sie keine Gewalt gegenüber Ihrer Arbeitskollegin angewandt. Auch war Ihnen eine Abneigung nicht erkennbar, vielmehr erscheint angesichts der Erzählung intimer Erlebnisse auch eine zumindest denkbare Zuneigung der Kollegin möglich gewesen zu sein. Wichtig ist hier, dass Sie spätestens, nachdem sie erklärt hat, dass Sie die Annährungen nicht möchte, damit auch aufgehört haben. Unter diesen Umstände kann ich eine sexuelle Nötigung nicht erkennen.
Das OLG München kommt in seiner Entscheidung vom 20.10.2008, Az. 5St RR 180/08, zu dem Urteil, dass ein Kuss bei erwachsenen Personen verschiedenen Geschlechts nicht stets und ohne Rücksicht auf die Begleitumstände als sexuelle Handlung von einiger Erheblichkeit gewertet werden (BGH, Beschluss vom 8. Februar 2006, 2 StR 575/05, NStZ-RR 2007, 12). Dies gilt auch für den (versuchten) Zungenkuss (BGH, Beschluss vom 6. Juli 1983, 2 StR 350/83, StV 1983, 415). Als maßgebliche Umstände für die vorzunehmende Bewertung kommen insbesondere Intensität und Dauer des Kusses sowie etwaiger begleitender Handlungen, wie Berührungen des Körpers, das Verhältnis zwischen Täter und Opfer und die konkrete Tatsituation in Betracht.

Vorliegend würde ich daher eine sexuelle Nötigung verneinen.

Auch wenn Sie aufgrund dieses Sachverhalts verurteilt werden sollten, käme zunächst eine Geldstrafe in Betracht. Eine Haftstrafe für diesen Sachverhalt und ohne Vorstrafe wäre nicht angemessen.

Unter den gegebenen Umständen würden Sie auch Ihren Arbeitsplatz als Altenpfleger nicht verlieren.

Ich hoffe Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen zu könnnen.

Ich darf Sie abschließend darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es wird ausschließlich das Ziel verfolgt, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten. Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf der von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsschilderung. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.
Mit freundlichen Grüßen

Korkmaz
Rechtsanwalt

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