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Vermutete Schikane wg. Schönheitsreparatur bei Auszug


| 12.02.2007 00:17 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 31.01.07 endete unsere Kündigungsfrist der Mietwohnung. Am 29.01.07 fand die Schlüsselübergabe statt.

Der Vermieter (vertreten durch einen Mitarbeiter der Hausverwaltung) hatte nichts zu bemängeln.

Außer:

Im Flur soll die Decke und eine Wand gestrichen werden, im Wohn- und Esszimmer soll die Decke gestrichen werden.

Begründung:
Die Wand /Decken seien fleckig, da wir die Bohrlöcher mit Spachtelmasse verschlossen haben und diese Stellen mit weißer Farbe übergemalt haben.


Diese Technik haben wir in der ganzen Wohnung angewandt, merkwürdigerweise bemängelt es der Vermieter aber nur an den besagten Stellen.

Wir haben die Wohnung von einem Maler begutachten lassen. Er wusste vor Begehung der Wohnung nicht, um welche Wände / Decken es sich handelt. Er hat drei mal daneben getippt und wunderte sich sehr, dass der Vermieter genau jene beschriebenen Stellen zu bemängeln hat. Unser Vormieter hat viel schlimmere Mängel hinterlassen (Dübel in der Wand gelassen und einfach übergemalt, Kabelführung nicht ausgebessert, einfach übergemalt, Loch in der Wand unzulänglich ausgebessert, einfach übergemalt). All dies hat der Vermieter ja abgenommen. Bei uns weist eigentlich alles auf eine Schikane hin. Der Maler sagte zu uns, dass die Kontraste in der Wohnung noch stärker werden, wenn nur diese beiden Decken und die eine Wand komplett gestrichen werden....

Wir haben die Stellen der Bemängelung als auch die Stellen der Mängel der Vormieter fotografiert. Vorbeschriebenes haben wir dem Vermieter schriftlich mitgeteilt, der Maler hat mit unterschrieben.

Wir haben keine zwei Jahre in der Wohnung gewohnt, somit sind wir zum Malen nicht verpflichtet. Dies hat der Vermieter bereits schriftlich bestätigt.

Der Vermieter beharrt auf Beseitigung durch uns, da wir Malerarbeiten ausgeführt hätten, die unzureichend sind.

Der Vermieter hat mit der Kündigungsbestätigung eine Liste übersandt, was wir zum Auszug zu erledigen hätten. Da steht nur, dass wir die Bohrlöcher verschließen müssen, aber es steht nicht da, wie wir das machen sollen....

Wir hatten damals bei Einzug eine Mängelliste erstellt und dem Vermieter zugesandt. Darunter stand von uns: Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Die oben genannten Mängel des Vormieters waren in der Liste nämlich nicht aufgeführt (weil sie uns nicht wirklich gestört hatten).

Was sollen wir nun tun? Wir haben bis zum 19.02.07 Zeit, den „Mangel“ zu beseitigen. Falls nicht, wird der Vermieter es auf unsere Kosten tun, die wir dann einklagen müssten. Haben wir da Aussicht auf Erfolg?

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Mit freundlichem Gruß

Felschen
Sehr geehrter Ratsuchenden,


auch wenn Sie vertraglich nicht zur Ausführung von Schönheitsreparaturen sind, kann der Vermieter grundsätzlich schon Schadensersatz verlangen, wenn die Arbeiten unsachgemäß ausgeführt wurden und die Wohnung sich deshalb in einem Zustand befindet, der eine Weitervermietung unmöglich macht oder zumindest erschwert.

Erforderlich ist hierbei, dass der Vermieter darlegen und beweisen kann, dass der Zustand der Wohnung, der zuvor noch akzeptabel war, sich durch Ihre Renovierungstätigkeiten verschlechtert hat. Nach Ihren Angaben dürfte dieser Nachweis aber auch gelingen.

Der Vermieter kann unter den oben genannten Voraussetzungen verlangen, dass die betroffenen Stellen an den Decken und Wänden wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt werden, und nach Ablauf der von ihm gesetzten Frist die Arbeiten auf Ihre Kosten durchführen lassen bzw. die Kosten mit Ihrem Anspruch auf Rückzahlung der Kaution aufrechnen.

Zwar kann der Vermieter nur die Mehraufwendungen ersetzt verlangen, die ihm infolge der unsachgemäßen Arbeiten entstanden sind. Da aber anscheinend kein Renovierungsbedarf besteht außer in Bezug auf die fleckigen Wände, dürften Sie die Kosten in voller Höhe zu tragen haben.

Etwas anderes könnte dann gelten, wenn der Vermieter schon allein aufgrund der von ihrem Vormieter hinterlassenen Mängel ohnehin Nacharbeiten in dem von Ihnen verlangten Umfang vornehmen müsste, weil dann Ihr Beitrag nicht mehr ursächlich für den Schaden wäre (LG Berlin, Urteil vom 29.01.2002 - Az. 64 S 312/01).
Ob Letzteres der Fall ist, kann letztlich nur durch Sacherständigenbeweis geklärt werden. Der Beweis obliegt allerdings dem Vermieter (siehe oben).


Eine genauere Aussage lässt sich anhand Ihrer Schilderung in rechtlicher Hinsicht nicht treffen. Ich denke aber aufgrund der obigen Erwägungen, dass Ihr Vermieter hier die besseren Karten hat. Vorbehaltlich der Kenntnis aller Unstände des Falles kann ich Ihnen daher nur zu einer Vornahme der verlangten Arbeiten raten.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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"Vielen Dank für die Mühe! Es hilft ein wenig weiter, da wir uns nun sicherer fühlen. Vermutlich kann man nur ein echtes Votum abgeben, wenn man den sog. "Schaden" selbst gesehen hat. Trotzdem wissen wir nun, was wir tun können und der Fachmann sagt (in diesem Fall ja ein Maler), dass wir uns doch freuen sollen, dass die Gegenseite den Schaden von uns partout noch größer haben will, wenn die ihre Dummheit nicht einsehen wollen. Das ist ein echter Trost! "