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Vermögensverwaltung/Aktien


| 29.06.2007 15:46 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von



Hallo,
die Vermögensverwaltung XYZ hat mir 2003 mit hohem Aufwand (Hochglanzunterlagen, Vorträge, persönlicher Vermittler aus meinem Wohnort, usw.) íhre Expertise in Rohstoffwerten angepriesen und ich habe investiert. Mein Geld wurde in sieben Positionen angelegt, die nun ALLE negativ sind. Im Durchschnitt ist nun schon ca. 60% meiner Einlage vernichtet und in den letzten Wochen ist der Verfall besonders eklatant. Meine Anfragen bei XYZ über Ursache und weitere Prognosen werden nicht beantwortet.
XYZ machte zu der Zeit meines Engagements einen hoch kompetenten und verantwortungsvollen Eindruck "Sie investieren in Aktien - wir beraten Sie mit Herz, Detailwissen und Verantwortung"; ich wurde beim Abschluss der Anlagen auf die allgemeinen Risiken mit Aktien umfassend hingewiesen und ich habe dennoch vertrauensvoll unterzeichnet... Der Vermittler ist zwar ansprechbar, ist aber ebenfalls "sprachlos"; er gibt an, ebenfalls persönlich bei XYZ angelegt zu haben und ist nun noch mit unzufrieden Klienten belastet.
Ich bin offensichtlich Betrügern auf den Leim gegangen. Entweder vorsätzlicher Betrug oder Betrug durch Vorspielen ungerechtfertigter Expertise.
Macht es Sinn, hier gerichtlich vorzugehen?
Wenn ja, was empfehlen Sie?

Hier im Landkreis gibt es bestimmt weitere XYZ Geschädigte. Ist es rechtens, wenn ich über eine Zeitungsanzeige die Geschädigten "zusammentrommle".
Z.B. so: XYZ Aktien geschädigte bitte bei mir melden - wegen gemeinsamen Vorgehens. - eMail@web.de


-- Einsatz geändert am 29.06.2007 17:04:48
29.06.2007 | 17:59

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen aufgeworfene Frage, ob hier Betrug vorliegt, lässt sich so pauschal gestellt, wohl nicht beantworten.

Hier kommt es auf die Einzelheiten an.

Insbesondere kommt es zunächst darauf an, was konkret versprochen worden ist und was tatsächlich gehalten wurde. Hier kommt es zunächst auf die Art der Vermögensanlage an. Wenn ich Ihr Vorbringen richtig verstehe, ist ihr Vermögen individuell und "direkt" in Aktien von Unternehmen des Rohstoffsektors investiert worden, ohne dass Ihr Geld in einen Fonds investiert worden ist, der dann von den Fondsmitteln aller Einzahler investiert.

Es würde sich somit um eine reine Anlageverwaltung handeln. Auch hierbei käme es auf die vertraglichen Einzelheiten an. Z. B. darauf, ob Ihr Geld treuhänderisch gehalten und investiert wurde oder ob Sie selbst Einfluss auf die Anlagestrategie hatten.

Hier käme es aus meiner Sicht zunächst auch darauf an, welchen persönlichen Anlagehorizont und welche Wertpapiererfahrungen sie selbst hatten. War Ihr eigenes Anlageverhalten z. B. eher "konservativ" mit langsamer aber dafür sicherer Wertentwicklung einzustufen oder würden Sie sich selbst eher als spekulativen Anleger mit hoher Risikobereitschaft einstufen. Auch die Vermögensverwaltung hätte dies zunächst ermitteln müssen und daran ihre Wertpapieranlagestrategie orientieren müssen. Möglicherweise hat sie das vielleicht auch getan, hierzu wären nähere Information erforderlich.

In einem weiteren Schritt käme es sodann darauf an, was die Vermögensverwaltung tatsächlich "versprochen" hat und zwar sowohl mündlich durch den Anlagevermittler vor Ort als auch durch den Prospekt (Stichwort: "Prospekthaftung"). Hat die Vermögensverwaltung etwa eine bestimmte Wertentwicklung garantiert oder hat sie darauf hingewiesen, dass es sich insbesondere bei der Anlage in Rohstoffwerte um hoch spekulative Anlagen handelt, die auch das Risiko des Totalverlusts in sich bergen können?

Schließlich kommt es - insbesondere für die Frage des Betrugsvorwurfs - darauf an, ob Umstände vorliegen, aus denen geschlossen werden kann, dass sich die hinter der Vermögensverwaltung stehenden Personen durch Täuschung der Anleger selbst bereichern wollten. Dies kann darin liegen, dass ein Expertenwissen vorgespiegelt wurde, was tatsächlich gar nicht vorhanden war. Dies kann auch darin liegen, dass überhöhte Provisionen verlangt worden sind oder sogar darin, dass die anvertrauten Gelder tatsächlich gar nicht angelegt worden sind und den Anlegern nur "Scheinkontoauszüge" überlassen worden sind. Der bloße Wertverlust, auch wenn er erheblich ist, führt für sich genommen noch nicht dazu, dass eine strafbare Handlung vorliegt. Hier müssen noch weitere Umstände - etwa eine Bereicherungsabsicht der Vermögensverwaltung - hinzutreten.

Sie sehen, es gibt hierbei eine Reihe klärungsbedürftiger Fragen. Da sich die Vermögensverwaltung nicht mehr bei Ihnen meldet, ist aus meiner Sicht allerdings bereits zumindest der Verdacht einer möglichen bewussten Vermögensschädigung naheliegend.

Da es hier auf insbesondere darauf ankommt, die Prospekte und geschlossenen Verträge zu prüfen, sollten Sie unbedingt einen auf Bankenrecht spezialisierten Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und sich eingehend beraten lassen. Dieser kann anhand der Prüfung der Unterlagen am ehesten entscheiden, ob es Sinn macht, von der Vermögensverwaltung Schadensersatz zu verlangen oder ob gar strafbare Handlungen vorliegen, und es Sinn macht, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. In vielen Fällen ist es leider so, dass die Anlagegesellschaft oder die Hintermänner im Ausland sitzen und nur schwer juristisch zu belangen sein dürften. In Betracht käme vorliegend aber auch eine mögliche Haftung des Anlagevermittlers vor Ort.

Es ist nicht verboten, eine Interessengemeinschaft zu gründen. Sie sollten jedoch vor einem öffentlichen Aufruf hierzu unbedingt beachten, dass Sie nur wahre und nachprüfbare Tatsachen darlegen und mit noch nicht erwiesenen Verdächtigungen oder Vermutungen eher zurückhaltend sind. Sie gehen sonst das Risiko ein, dass sie die Vermögensverwaltung zivilrechtlich auf Unterlassung in Anspruch nimmt. Da ich Ihne nahelege, einen Anwalt vor Ort aufzusuchen, empfehle ich, auch im eigenen Interesse entsprechende Schritte mit diesem abzustimmen.

Ich hoffe Ihnen, eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart Johlige, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.06.2007 | 20:15

Sehr geehrter Herr Johlige,

vielen Dank für Ihre umgehende Stellungnahme.

Zu Ihrer Fragen habe ich nun ###### Antworten ###### beigefügt:


die von Ihnen aufgeworfene Frage, ob hier Betrug vorliegt, lässt sich so pauschal gestellt, wohl nicht beantworten.

Hier kommt es auf die Einzelheiten an.

Insbesondere kommt es zunächst darauf an, was konkret versprochen worden ist und was tatsächlich gehalten wurde. Hier kommt es zunächst auf die Art der Vermögensanlage an. Wenn ich Ihr Vorbringen richtig verstehe, ist ihr Vermögen individuell und "direkt" in Aktien von Unternehmen des Rohstoffsektors investiert worden, ohne dass Ihr Geld in einen Fonds investiert worden ist, der dann von den Fondsmitteln aller Einzahler investiert.
######## richtig #########

Es würde sich somit um eine reine Anlageverwaltung handeln. Auch hierbei käme es auf die vertraglichen Einzelheiten an. Z. B. darauf, ob Ihr Geld treuhänderisch gehalten und investiert wurde oder ob Sie selbst Einfluss auf die Anlagestrategie hatten.
######### treuhänderisch gehalten und investiert, kein Einfluss #########

Hier käme es aus meiner Sicht zunächst auch darauf an, welchen persönlichen Anlagehorizont und welche Wertpapiererfahrungen sie selbst hatten.
######## einmal Aktien und gleich eine negativ Erfahrung: Belegschaftsaktien (Infineon) #########

War Ihr eigenes Anlageverhalten z. B. eher "konservativ" mit langsamer aber dafür sicherer Wertentwicklung einzustufen oder würden Sie sich selbst eher als spekulativen Anleger mit hoher Risikobereitschaft einstufen.
########## eher konservativ. Jedoch die Aussicht auf Kompensation der Infineon-Verluste haben mich wohl beeinflusst. ##########

Auch die Vermögensverwaltung hätte dies zunächst ermitteln müssen und daran ihre Wertpapieranlagestrategie orientieren müssen. Möglicherweise hat sie das vielleicht auch getan, hierzu wären nähere Information erforderlich.
######### es war dem Anlagenberater bekannt, dass ich 05.2007 in den vorzeitigen Ruhestand gegangen werde (Firmenschließung) ##############

In einem weiteren Schritt käme es sodann darauf an, was die Vermögensverwaltung tatsächlich "versprochen" hat und zwar sowohl mündlich durch den Anlagevermittler vor Ort als auch durch den Prospekt (Stichwort: "Prospekthaftung"). Hat die Vermögensverwaltung etwa eine bestimmte Wertentwicklung garantiert oder hat sie darauf hingewiesen, dass es sich insbesondere bei der Anlage in Rohstoffwerte um hoch spekulative Anlagen handelt, die auch das Risiko des Totalverlusts in sich bergen können?
######### Anlagenentwicklung wurde als überdurchschnittlich positiv dargestellt. Das Aktien sich oft unkalkulierbar entwickeln ist mir bekannt. Das sich jedoch ALLE Anlagen abwärts bewegen, ist doch höchst merkwürdig, oder? ###########

Schließlich kommt es - insbesondere für die Frage des Betrugsvorwurfs - darauf an, ob Umstände vorliegen, aus denen geschlossen werden kann, dass sich die hinter der Vermögensverwaltung stehenden Personen durch Täuschung der Anleger selbst bereichern wollten.
######### Die Vermögensverwaltung verdient an jedem Anlagenabschluss, am möglichen Gewinn und alljährlich an Verwaltungsgebühren ###########

Dies kann darin liegen, dass ein Expertenwissen vorgespiegelt wurde, was tatsächlich gar nicht vorhanden war.
######### Das ist sicherlich der Fall - da ALLE Werte fallen! ##########

Dies kann auch darin liegen, dass überhöhte Provisionen verlangt worden sind oder sogar darin, dass die anvertrauten Gelder tatsächlich gar nicht angelegt worden sind und den Anlegern nur "Scheinkontoauszüge" überlassen worden sind.
######## Provisionen scheinen angemessen, Anlagen sind "echt", aber offensichtlich an unrentablen oder toten Objekten aufgezogen ############

Der bloße Wertverlust, auch wenn er erheblich ist, führt für sich genommen noch nicht dazu, dass eine strafbare Handlung vorliegt. Hier müssen noch weitere Umstände - etwa eine Bereicherungsabsicht der Vermögensverwaltung - hinzutreten.
######## Vermögensverwaltung XYZ verdient an diesen Vermittlungen scheinbar genügend, auch ohne steigende Kurse.
2003/2004 entwickelten sich einige Werte ja auch nach oben. Aber dann ging es kontinuierlich abwärts. ############

Sie sehen, es gibt hierbei eine Reihe klärungsbedürftiger Fragen. Da sich die Vermögensverwaltung nicht mehr bei Ihnen meldet, ist aus meiner Sicht allerdings bereits zumindest der Verdacht einer möglichen bewussten Vermögensschädigung naheliegend.
######### Zustimmung #########

Da es hier auf insbesondere darauf ankommt, die Prospekte und geschlossenen Verträge zu prüfen, sollten Sie unbedingt einen auf Bankenrecht spezialisierten Rechtsanwalt vor Ort aufsuchen und sich eingehend beraten lassen. Dieser kann anhand der Prüfung der Unterlagen am ehesten entscheiden, ob es Sinn macht, von der Vermögensverwaltung Schadensersatz zu verlangen oder ob gar strafbare Handlungen vorliegen, und es Sinn macht, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. In vielen Fällen ist es leider so, dass die Anlagegesellschaft oder die Hintermänner im Ausland sitzen und nur schwer juristisch zu belangen sein dürften. In Betracht käme vorliegend aber auch eine mögliche Haftung des Anlagevermittlers vor Ort.
########## Der Anlagevermittler vor Ort kannte meine Negativerfahrungen mit Anlagen. Er wusste, dass ich bald in Rente gehen muss, noch zwei schulpflichtige Kinder habe und bald auf meine Ersparnisse angewiesen bin. Er hat mir empfohlen, meine konventionellen Anlagen bei der Sparkasse aufzulösen "...die Bank verdient an Ihrem Geld, warum wollen Sie nicht selbst daran verdienen?" Er hat mir sogar die Aufnahme von Geld bei meiner Bank angeraten, was ich dann auch getan habe, und hat immer wieder die Anlagen bei HDV als sicher angepriesen... ##########

Es ist nicht verboten, eine Interessengemeinschaft zu gründen. Sie sollten jedoch vor einem öffentlichen Aufruf hierzu unbedingt beachten, dass Sie nur wahre und nachprüfbare Tatsachen darlegen und mit noch nicht erwiesenen Verdächtigungen oder Vermutungen eher zurückhaltend sind. Sie gehen sonst das Risiko ein, dass sie die Vermögensverwaltung zivilrechtlich auf Unterlassung in Anspruch nimmt. Da ich Ihne nahelege, einen Anwalt vor Ort aufzusuchen, empfehle ich, auch im eigenen Interesse entsprechende Schritte mit diesem abzustimmen.
########## Die u.U. hohen Kosten eines Rechtsstreits möchte ich auf mehrere Schultern verteilen, darum die Zeitungsanzeige ##########


Heute muss ich eingestehen: Ich habe mich "über den Tisch ziehen lassen". Der Anlagenvermittler und XYZ mit ihren Hochglanzprospekten haben mich geblendet.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.06.2007 | 09:49

Vielen Dank für Ihre weiteren Informationen.

Danach ist die Vermögensverwaltung nach meiner Eischätzung als ein Wertpapierhandelsunternehmen aufzufassen, so dass hier möglicherweise die Ihnen obliegenden Beratungspflichten nach dem Wertpapierhandelsgesetz verletzt worden sein könnten. Meiner Auffassung nach sind Sie nach Ihrer Schilderung hier falsch beraten worden, da Ihr Anlageverhalten eher konservativ ausgerichtet zu sein scheint (trotz Infineon...).

Ich zitiere diesbezüglich aus einer Entscheidung des BGH vom 8.3.2005,XI ZR 170/04:

"Nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist der Anleger, der aufgrund einer fehlerhaften Empfehlung eine für ihn nachteilige Kapitalanlage erworben hat, in der Regel bereits durch deren Erwerb geschädigt (BGH, Urteile vom 7. Mai 1991 - IX ZR 188/90, WM 1991, 1303, 1305 und vom 27. Januar 1994 - IX ZR 195/93, WM 1994, 504, 506). Wer durch ein haftungsbegründendes Verhalten zum Abschluß eines Vertrages verleitet wird, den er ohne dieses Verhalten nicht geschlossen hätte, kann sogar bei objektiver Werthaltigkeit von Leistung und Gegenleistung einen Vermögensschaden dadurch erleiden, daß die Leistung für seine Zwecke nicht voll brauchbar ist (BGH, Urteil vom 26. September 1997 - V ZR 29/96, WM 1997, 2309, 2312; vgl. auch BGH, Urteil vom 19. Juli 2004 - II ZR 402/02, WM 2004, 1721, 1724, zur Veröffentlichung in BGHZ vorgesehen). Diese Rechtsprechung ist auf den zu entscheidenden Fall, daß der Kunde eines Wertpapierdienstleistungsunternehmens infolge der Verletzung einer Aufklärungspflicht oder fehlerhafter Beratung Wertpapiere erworben hat, die mit den von ihm verfolgten Anlagezielen nicht in Einklang stehen, übertragbar. Der Anleger ist bei der gebotenen wertenden Betrachtung von diesem Zeitpunkt an nicht lediglich dem - bei spekulativen Wertpapieranlagen erhöhten - Risiko eines Vermögensnachteils ausgesetzt, sondern bereits geschädigt. Dieser Beurteilung steht nicht entgegen, daß die Wertpapiere möglicherweise zunächst, solange ein Kursverlust nicht eingetreten ist, ohne Einbuße wieder veräußert bzw. zurückgegeben werden können. Denn bei einer Beratung schuldet das Wertpapierdienstleistungsunternehmen eine auf die Anlageziele des Kunden abgestimmte Empfehlung von Produkten (Senat BGHZ 123, 126, 128 f.). Der Erwerb einer diesen Zielen nicht entsprechenden empfohlenen Wertpapierkapitalanlage läßt auch bei objektiver Betrachtung bereits den Vertragsschluß den konkreten Vermögensinteressen des Anlegers nicht angemessen und damit als nachteilig erscheinen."

Hiernach bestünde für den Fall der Falschberatung grundsätzlich eine Schadensersatzpflicht.

Problem könnte allerdings in Ihrem Fall sein, dass die Aktien bereits im Jahre 2003 erworben worden sind. Damit könnten Schadensersatzansprüche verjährt sein, da sie der dreijährigen Verjährung des § 37 a Wertpapierhandelsgesetz unterliegen. Die Vorschrift lautet:

§ 37a WpHG — Verjährung von Ersatzansprüchen

Der Anspruch des Kunden gegen ein Wertpapierdienstleistungsunternehmen auf Schadensersatz wegen Verletzung der Pflicht zur Information und wegen fehlerhafter Beratung im Zusammenhang mit einer Wertpapierdienstleistung oder Wertpapiernebendienstleistung verjährt in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in dem der Anspruch entstanden ist.

Der BGH hat in der gleichen Entscheidung vom 8.3.2005 ausgeführt, dass der Zeitpunkt der Verjährung mit dem erstmaligen Erwerb und der Beratung beginnt. Die Verjährung von Ersatzansprüchen wäre somit bereits eingetreten, soweit Aktien im Jahre 2003 erworben worden sind. Es bleibt in Ihrem Fall zu prüfen, inwieweit Schadensersatzansprüche noch möglich sind, wenn Aktien ab dem Jahre 2004 erworben worden sind. Hier könnten noch Möglichkeiten der Geltendmachung bestehen. Das alle Aktien nach unten gehen, ist jedenfalls dann nicht verwunderlich, wenn sie aus dem gleichen Aktiensegment kommen. Die Aktien einer Branche (also z. B. Technologiewerte oder Autowerte) zeigen häufig ein ähnliches Kursverhalten, so dass sie oft gemeinsam auf- und absteigen. Deswegen wird auch gemeinhin empfohlen, dass Risiko zu streuen und in mehrere Branchen zu investieren. Insgesamt ist also durchaus zu erwägen, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, soweit Sie einzelne Aktienpositionen nach 2004 erworben haben.

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