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Vermögensaufteilung nach Scheidung

02.09.2019 11:32 |
Preis: 55,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Guten Tag,
ich frage mich wie unser Vermögen nach einer möglichen Scheidung aufgeteilt wird:

Szenario:
- Güterstand: Zugewinngemeinschaft

Vermögen:

Haus Nr. 1:
- 1 Haus gekauft in der Ehe. Beide stehen zu 50% im Grundbuch
- Kaufpreis 2011: 235.000 EUR
- Verkehrswert 2018: c. 400.000 EUR
- Ehemann bringt vorher geerbtes Vermögen ein: 45.000 EUR
- Frau bringt kein Eigenkapital ein
- Darlehensvertrag läuft auf beide Ehepartner; Aktueller STand: 195.000 EUR


Haus Nr. 2:
- Im Rahmen einer vorweggenommenen Erschaft erworben durch die Fau in Form einer gemischte Schenkung
- Verkehrswert lt. Gutachter: 330.000 EUR; lebenslanges Wohnrecht Wert für den Vater der Frau: 80.000 EUR; verbleiben Wert des Hauses 250.000 EUR; der Bruder wurde ausbezahlt und verzichtet auf jegliche zukünftige Ansprüche: 125.000 EUR
- nur die Frau steht im Grundbuch als Eigentümer
- es wurden Investitionen getätigt aus dem Darlehen in Höhe von 80.000 EUR
- Darlehensvertrag läuft auf beide Ehepartner; aktuelle Valuta: 190.000 EUR

Sonstiges Barvermögen:
- Eheleute: 10.000
- Mann: 20.000
- Frau: 30.000

Wie wird das Vermögen nun bei Scheidung auf beide Parteien aufgeteilt?

Vielen Dank für eine Rückmeldung.

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Zunächst ist bei beiden Parteien isoliert das Endvermögen zum Stichtag Zustellung des Scheidungsantrags zu ermitteln. Hiervon wird jeweils das Anfangsvermögen zum Stichtag der Eheschließung, bereinigt um den Kaufkraftverlust, abgezogen. Derjenige, der einen höheren Zugewinn erzielt hat, muss die Hälfte der Differenz ausgleichen.

Folgendes würde ich hier zugrunde legen:

EV Ehemann:
50 % Haus 1: 200.000 €
50 % gemeinsame Ersparnisse: 5.000 €
eigene Ersparnisse: 20.000 €
abzüglich 50 % Schulden Haus 1: 97.500 €
abzüglich 50 % Schulden Haus 2: 95.000 €

Endvermögen: 32.500 €


AV Ehemann:
Erbe: 45.000 €, wäre zu indexieren, aber der Zugewinn ist ohnehin negativ


EV Ehefrau:
50 % Haus 1: 200.000 €
50 % gemeinsame Ersparnisse: 5.000 €
eigene Ersparnisse: 30.000 €
Haus 2 nach Abzug des Wohnrechts: 250.000
abzüglich 50 % Schulden Haus 1: 97.500 €
abzüglich 50 % Schulden Haus 2: 95.000 €

Endvermögen: 292.500 €

Als Anfangsvermögen ist die Schenkung mit ihrem damaligen Wert zu indexieren und abzuziehen.

Bitte berücksichtigen Sie: Ich habe das Darlehn für Haus 2 bei beiden Partnern hälftig in Ansatz gebracht. Wenn die Übereinkunft getroffen wird, dass die Ehefrau diesen Kredit allein übernimmt, wäre er wirtschaftlich bei ihr ganz und beim Ehemann gar nicht anzusetzen. In diesem Fall ergäbe sich beim Ehemann ein Zugewinn, der dem Zugewinn der Ehefrau gegenüberzustellen wäre.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 02.09.2019 | 14:23

Hallo Frau Holzapfel,
vielen dank für die Antwort. Das bedeutet also:

292500 - AVermögen: 135.000 Schenkung=157500/2 = 78750 EUR. Das heißt die Frau müsste dem Mann die 78750 EUR bezahlen. Wäre der Mann auch im Grundbuch als Eigentümer eingetragen. Würde das etwas an der Situation ändern, bspw. wenn die Frau das Haus verkaufen möchte?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.09.2019 | 16:27

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Grundsätzlich ist Ihre Berechnung richtig. Allerdings erhöht sich das Anfangsvermögen durch den Kaufkraftverlust: Der Betrag ist mit dem Lebenshaltungsindex zum Zeitpunkt des Endstichtages zu multiplizieren und durch den Index zum Stichtag der Schenkung zu dividieren. Die Werte für die jeweiligen Jahre finden Sie auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes.

Von dem Betrag, der sich dann ergibt, muss der Ehemann allerdings auch die hälftigen Kredite abzahlen.

Wäre er Miteigentümer beider Immobilien, würde sich die Berechnung verschieben, weil auch er dann einen Zugewinn erwirtschaftet hätte. Darüber hinaus müssten natürlich beide Eigentümer gemeinsam verkaufen. Besteht hier Uneinigkeit, kommt nur eine Teilungsversteigerung in Betracht. So aber kann die Alleineigentümerin alleine veräußern.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

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