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Vermögensaufteilung bei bestehendem Kredit

26.01.2015 11:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Zusammenfassung: Zum den Unterschieden zwischen Erbeinsetzung und Vermächtnis.

Hallo meine Eltern sind beide verstorben. Ich habe noch eine Schwester, welche bei einem Notar auf ihren Pflichtteil verzichtet hat. Zum Nachlass gehören Haus und Grundstücke. Desweiteren sind auf Sparkonten etwa 13000€ Guthaben. Es besteht noch eine Kreditverbindlichkeit von ca 16000€. Im Testament steht:
Unsere Tochter Frau....... geboren am ..... erhält ausserdem das gesammte nach Berichtigung der Nachlassverbindlichkeitenverbleibende Geldvermögendes letztversterbenden von uns sowie unsere Münz und Puppensammlung.
Meine Frage: Kann ich mir das Guthaben auszahlen lassen, da ich ja auch den Kredit weiter zahlen muss und dieser ja zu Nachlassverbindlichkeiten zählt?
Vielen Dank
MfG

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt beantworte:

Die Juristen unterscheiden zwischen der Rechtsposition des Erben und der Rechtsposition des Vermächtnisnehmers.
Beim Erben handelt es sich um den Rechtsnachfolger, der in sämtliche Rechtspositionen des Verstorbenen eintritt. Davon zu unterscheiden ist der Vermächtnisnehmer, der konkret definierte Gegenstände, Geldbeträge etc. erhält, die er vom Erben einfordern kann.

Zunächst ist zu klären, wer Erbe geworden ist. Sie teilen mit, dass Ihre Schwester einen Pflichtteilsverzicht erklärt hat, aber damit ist nicht zwingend auch ein vollständiger Erbverzicht verbunden. Deshalb müsste zunächst überprüft werden, ob Ihre Schwester auch einen Erbverzicht erklärt hat. Außerdem müsste überprüft werden, wen die Eltern als Erben eingesetzt haben. Es wäre also denkbar, dass die Eltern gleichwohl (trotz des Pflichtteilsverzichts) Sie und Ihre Schwester als Erben eingesetzt haben. Dies geht aus dem von Ihnen genannten Teil des Testaments nicht eindeutig hervor.

Deshalb beantworte ich Ihre Frage also für beide Alternativen:

Sofern Sie und Ihre Schwester beide als Erben eingesetzt wurden und eine Erbengemeinschaft bilden, müssten Sie zunächst gemeinsam die Schulden (Nachlassverbindlichkeiten) bezahlen. Dies können Sie mit Hilfe des Guthabens machen, allerdings müssen sämtliche Transaktionen von Ihnen beiden unterschrieben werden. Sofern sämtliche Nachlassverbindlichkeiten (dazu gehören auch Beerdigungskosten und möglicherweise sonstige Schulden) beglichen sind, wäre der Nachlass aufzuteilen, wie im Testament angeordnet, nämlich es wäre Ihrer Schwester das Geldvermögen sowie Münzen und Puppensammlung zuzuordnen. Der dann verbleibende Rest wäre zwischen den Erben aufzuteilen.

Sofern Sie und Ihre Schwester nicht gemeinsam geerbt haben und als Erbengemeinschaft eingesetzt wurden, sondern nur Sie selbst als Alleinerbe der Eltern eingesetzt wurden, wären ebenfalls zunächst sämtliche Nachlassverbindlichkeiten (Schulden, Beerdigungskosten etc.) zu bezahlen. Dann würde Ihre Schwester das restliche Geldvermögen sowie Münzen und Puppensammlung erhalten. Den vollständigen Rest würden Sie erhalten.
Im Ergebnis können Sie also das Guthaben nur dann allein abheben und damit die Schulden bezahlen, wenn Sie Alleinerbe geworden sind. Falls Sie und Ihre Schwester gemeinsam als Erbe eingesetzt wurden, müssten Sie sich diesbezüglich mit Ihrer Schwester absprechen und diese Verfügungen gemeinsam treffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Im Bedarfsfall steht Ihnen meine Kanzlei gerne im Rahmen einer Mandatserteilung für die weitere Tätigkeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Karin Plewe
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 27.01.2015 | 10:58

Hallo vielen Dank für die Antwort. im Testament steht.
Für den Fall desTodes des überlebenden Teilesnoder für den Fall des gleichzeitigen versterbens bestimmen wir hiermit als unseren Schlusserben unseren Sohn Herrn... .
Aus dem Pflichtteilsverzicht.
Der Pflichtteilsberechtigte verzichtet hiermit gegenüberden Erblassern mit Wirkung für sich und seine Abkömmlinge gegenständlich beschränkt auf sämtlichengegenwärtigen und künftigen Grundbesitz beider Erblasser auf sämmtliche Pflichtteilsrechte, einschliesslich Zusatzpflichtteils- und Pflichtteilsergänzungsansprüche bei Ableben seiner Eltern. Die Erblasser nehmendie vorstehenden Verzichte jeweils an.
Das gesetzliche Erbrecht bleibt unberührt.

Wenn ich den Kredit weiter abzahle über die Laufzeit bekommt meine Schwester somit das Geld oder?
Vielen Dank.
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.01.2015 | 15:23

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem von Ihnen nun ergänzend genannten Wortlaut des Testaments sind Sie Alleinerbe des zuletzt verstorbenen Elternteils geworden und können somit über das Sparguthaben verfügen, um die Schulden zu begleichen. Alles, was danach an Geld übrig bleibt, nachdem die Nachlassverbindlichkeiten bezahlt sind, erhält Ihre Schwester. Deshalb stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, den Kredit weiter zu bezahlen, oder ob Sie mit der Bank verhandeln sollten, damit Sie vorzeitig aus dem Kredit entlassen werden. Allerdings könnte die Bank dann möglicherweise eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Sie sollten diesen Punkt mit Ihrer Schwester besprechen. Alternativ könnten Sie mit ihr absprechen, dass Sie einen Geldbetrag in Höhe des Kredites behalten, und dass Ihre Schwester nur das restliche Guthaben erhält.

Bitte beachten Sie, dass der von Ihnen genannte Pflichtteilsverzicht sich nur auf den Grundbesitz (also die Immobilien) bezieht. Ihrer Schwester steht damit ein Pflichtteil bezüglich des übrigen Vermögens zu. Insbesondere steht ihr auch ein Pflichtteil gegenüber dem zuerst verstorbenen Elternteil zu, so dass Ihre Schwester den Pflichtteil zweimal (nämlich einmal nach Vater und einmal nach Mutter) geltend machen kann.

Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf der Grundlage Ihrer bisherigen Angaben erfolgt. In solchen Fällen, in denen notarielle Urkunden bzw. ein Testament vorliegen, kann es sein, dass sich aus dem übrigen Wortlaut des Testaments etwas Abweichendes ergibt. Dies könnte nur im Rahmen einer umfassenden Prüfung festgestellt werden, wenn sämtliche Unterlagen insgesamt geprüft werden.
Je nachdem, wie Sie sich mit ihrer Schwester einigen können, könnte es empfehlenswert sein, nochmals umfassende anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin, Fachanwältin für Familienrecht

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