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Vermögensaufteilung bei Immobilien nach Scheidung?

| 15.08.2013 12:33 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich und mein Mann möchten gemeinsam eine Wohnung kaufen. Wir haben zwar nicht vor, uns scheiden zu lassen, aber um Unangenehmheiten in der Zukunft zu vermeiden, möchten wir uns schon im Vorfeld Gedanken darüber machen.

Die Wohnung kostet ca. 300.000 Euro, als Eigenkapital wird er ca. 130.000 (ca.20.000 sind vor der Ehe, 110.000 während der Ehe) einbringen und ich ca. 20.000. Die Reste wird durch eine Immobilien Finanzierung von einer Bank (ca. 5 Jahre) unterstützt.

Mein Mann hat mich angesprochen, dass ich die monatliche Rate (ca. 1.200 Euro) allein tragen sollte, da er mehr Eigenkapital einbringen wird. Darüber hinaus sollte ich jetzt unseren Unterhalt übernehmen, da er vorher allein den getragen hat. (Ich habe vorher studiert, bin ersten seit diesem Jan. fertig und arbeite als Angestellte)

Wenn ich die Rate der Wohnung und unseren Unterhalt übernehmen würde, würde fast nichts monatlich auf meinem Konto übrig bleiben.

Jetzt wäre es die Frage: macht es was bei der Vermögensaufteilung aus, wer die Rate bezahlt und wie viel man auf seinem eigenen Konto hat?

Im Extremfall wäre:
1. Ich bezahle die Rate und den Haushalt, nach 5 Jahren lassen wir uns scheiden und ich habe nichts auf meinem eigenen Konto.
2. Er bezahlt die Rate und den Haushalt, nach 5 Jahren lassen wir und scheiden und er hat nichts auf seinem eigenen Konto.

Würden wir die gleiche Summe bei der Vermögensaufteilung bekommen bezügliche der o.g. zwei Extremfälle? Wenn es wirklich keinen Unterschied macht, was meiner Meinung nach so ist, würde ich die Rate und den Unterhalt bezahlen.

Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus!

Gruß

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen zur Verfügung gestellten Informationen wie folgt beantworte:

Leider lassen sich Ihre Fragen nicht so einfach mit ja oder nein beantworten.

Um das Ergebnis der finanziellen Folgen einer Scheidung abschätzen zu können, sind zahlreiche andere Punkte zu klären, was jedoch den Rahmen dieser online-Erstberatung übersteigen würde.

Ich kann Ihnen daher nur ein paar allgemeine Gesichtspunkte nennen, die für Sie eine Rolle spielen könnten.

Zunächst bilden Sie beim Kauf der Wohnung mit Ihrem Ehemann eine Grundstücksgemeinschaft.
Wenn Sie die Wohnung gemeinsam je zu hälftigem Anteil kaufen, dann stünde Ihnen im Verkaufsfall zunächst (!) der Erlös hälftig zu, unabhängig von der Frage, wer welchen Anteil eingebracht und wer in welcher Höhe Raten auf das Darlehen gezahlt hat. Vom Erlös wäre dann der offene Kredit zu bezahlen, der Rest wäre hälftig zu teilen.

Dieses Ergebnis wird jedoch möglicherweise überlagert von der güterrechtlichen Frage. Es wäre dann zu klären, in welchem Güterstand Sie leben und ob z.B. bei einer Scheidung ein Zugewinnausgleichsanspruch bestehen würde.
Bei der Berechnung eines Zugewinnausgleichsanspruchs wäre zu klären, wer welches Vermögen in die Ehe mitgebracht hat und wieviel davon bei der Scheidung noch vorhanden ist. Wenn Ihr Mann während der Ehe bislang einen Zugewinn von 110.000 Euro erwirtschaftet hat, dann stünde Ihnen daran möglicherweise (nach jetzigem Stand) ein hälftiger Anteil zu. Die von Ihrem Mann gewünschte Konstruktion, wonach Sie jetzt höhere monatliche Zahlungen erbringen sollten, würde evtl. dazu führen, dass er sein Vermögen erhalten oder vergrößern kann, während Ihr Vermögen sich verringert bzw. nicht erst anwachsen kann. Sie würden dann evtl. über den Zugewinnausgleich profitieren. Andererseits könnte er sein Erspartes dann ausgeben, so dass für Sie am Ende nichts mehr übrig bliebe. In einem solchen Fall hätten Sie einen Nachteil.

Unterhaltsrechtlich betrachtet entspricht der Wunsch Ihres Mannes, dass Sie nun mehr zahlen und somit seine Vorleistungen indirekt ausgleichen sollen, nicht dem Gesetz.
Während der Ehe sind Ehegatten einander zum Unterhalt entsprechend den jeweils aktuellen Einkommensverhältnissen verpflichtet. Wenn Sie also studiert haben und Ihr Mann Alleinverdiener war, dann musste er Ihnen während dieser Zeit ohnehin kraft Gesetzes Unterhalt zahlen bzw. für die Haushaltskosten aufkommen. Sie müssen das später nicht zurück bezahlen.

Deshalb ist nun die jeweilige aktuelle Einkommenssituation zu betrachten. Wenn Ihr Mann immer noch gleich viel oder mehr als Sie verdient, kann er unterhaltsrechtlich von Ihnen nicht verlangen, dass Sie jetzt alles alleine zahlen.

Ich empfehle Ihnen, diese anstehenden Fragen nicht nur isoliert auf den Immobilienkauf zu klären, da im Scheidungsfall eben nicht nur die Immobilie bzw. der Verkaufserlös aufgeteilt wird, sondern da auch güter- und unterhaltsrechtliche Fragen eine Rolle spielen.
Sinnvollerweise sollten Sie daher Ihre Gesamtsituation von einem Anwalt analysieren lassen und gegebenenfalls einen Ehevertrag abschließen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten. Für eine weitere Tätigkeit stehe ich Ihnen im Rahmen einer Mandatsübertragung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Karin Plewe
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 15.08.2013 | 19:26

Sehr geehrte Frau Plewe

erst einmal vielen Dank für Ihre Antwort.
Zusammengefasst habe ich Ihre Antwort so verstanden:

1.Jeder von uns bekommt die Hälfte der Wohnung (es wird für uns beide 50:50 im Grundbuch stehen), egal wer wie viel Eigenkapital und Rate in die Wohnung einbringt.

2.Wir werden fast alle unsere derzeitige Ersparnis in die Wohnung investieren und wir verdienen momentan fast gleich. D.h. wer mehre Rate bezahlt, wird später weniger auf seinem eigenen Konto haben. Da wir auch nichts separat vereinbart haben (Ehrvertrag oder so), haben wir einen Zugewinnausgleichanspruch.

3.Er hat kein Recht drüber, was er mir vorgeschlagen hat.

4.Nichtsdestotrotz kann ich als Beispiel folgende Schlussfolgerung ziehen: wenn ich in nächsten 5 Jahren alle mein Geld für die Wohnung ausgegeben hätte und am Ende noch 50.000 Euro Darlehen bei der Wohnung offen wäre, er hingegen 100.000 Euro erspart hätte, würde die Aufteilung nach Zugewinnausgleich wie folgendes aussehen:
Die Wohnung bekommen wir jeder die Hälfte/das noch offene Darlehen (Schulden) jeder die Hälfte/seine Ersparnis teilen wir, jeder bekommt 50.000 Euro (Risiko ist aber er sein Geld auf irgendeine Weise ausgeben könnte, und wir nicht zu teilen hätten)

Habe ich Sie richtig verstanden? Besten Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.08.2013 | 09:55

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

1. Aus dem Gesichtspunkt der Grundstücksgemeinschaft erhält jeder von Ihnen die Hälfte bei einem Verkauf der Wohnung. Dies kann sich aber ändern, wenn ein Zugewinnausgleich durchgeführt wird, weil sich durch den Zugewinnausgleich eine andere Verteilung des Vermögens ergeben kann.
2. Ein Zugewinnausgleich wird nur durchgeführt, wenn Sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben. Dies wäre zunächst zu klären.
3. Das ist richtig.
4. Vereinfacht würde ein Zugewinnausgleich wie folgt aussehen:
Wenn die Wohnung einen Erlös von 300.000 Euro erbringt, dann gehen davon 50.000 an die Bank für das Darlehen, der Rest wird geteilt, also erhält jeder 125.000.
Somit würde sein Anfangsvermögen 20.000 Euro betragen (vor der Ehe angespart und in die Wohnung investiert), sein Endvermögen würde betragen 100.000 Euro (während der Ehe angespart) und 125.000 Euro (Erlös aus der Wohnung), zusammen also ein Endvermögen bei ihm von 225.000 Euro. Er hätte also einen Zugewinn erzielt von 205.000 Euro (225.000 Euro minus 20.000 Euro). Bei Ihnen würde das Anfangsvermögen Null betragen, das Endvermögen 125.000 Euro (aus dem Wohnungsverkauf). Sie hätten also einen Zugewinn von 125.000 Euro. Damit wäre sein Zugewinn um 80.000 Euro höher (205.000 minus 125.000) als Ihrer, davon müsste er Ihnen die Hälfte, also 40.000 Euro als Zugewinnausgleich zahlen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Ergänzung weitere Hilfestellung bei Ihrem Rechtsproblem leisten.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 16.08.2013 | 20:01

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Stellungnahme vom Anwalt:
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